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Im Gedenken an Hannes Kirchhofer gaben Schüler und Lehrer der Musikschule am Sonntag ein Abschiedskonzert.

Abschied vom Vorsitzenden

Hannes Kirchhofer starb unerwartet: Musikschule würdigt ihn mit bewegendem Konzert

Mit einem Abschiedskonzert hat  die Musikschule ihren verstorbenen Vorsitzenden Hannes Kirchhofer gewürdigt. Die Erinnerungen der Mitglieder bewegten die Zuhörer.

Geretsried – Die Geretsrieder Musikschule war für Hannes Kirchhofer eine Herzensangelegenheit. Unvergesslich bleibt, wie er 2010 die liebevolle Vaterfigur in der Weihnachtsaufführung „Hänsel und Gretel“ spielte. So sahen ihn Schüler und Lehrer auch im Schulalltag. Er war immer da, hat stets geholfen, war zustimmend, aber auch kritisch. Am 12. Januar ist Hannes Kirchhofer überraschend gestorben. Ihm zu Ehren fand am Sonntag ein Gedenkkonzert in der Musikschule statt.

„Wir bedanken uns für das, was Du uns dagelassen hast“

Zahlreiche Musikschulkollegen, Kulturschaffende, Stadträte und Freunde sind gekommen. Bürgermeister Michael Müller findet treffende und tröstliche Worte: „Wenn der Tod so überraschend ins Leben tritt, dann bleibt tiefer Schmerz zurück, und es reißt eine große Lücke auf.“ Doch wenn ein Mensch so viel gewirkt hat, bleibe Dauerhaftes erhalten. „Wir bedanken uns für das, was Du uns dagelassen hast.“

Dr. Carmen Rieth leitet derzeit kommissarisch den Musikschul-Verein, dessen Vorsitzender Kirchhofer 18 Jahre lang war. Sie begrüßt die Gäste, darunter Tochter Jana Kirchhofer, die in Berlin lebt und extra zur Gedenkfeier angereist ist. „Hannes war so vieles: Schauspieler, Vorstand im Flößerverein, Kulturforums-Mitdenker, Organisator, Moderator, Platzanweiser. Er war sich für nichts zu schade.“ Rieth betont aber auch, dass es Kirchhofer nicht immer leicht hatte. Auch Brüche gab es in seinem Leben. „Die Musikschule war seine Konstante.“

Hannes Kirchhofer fehlt an der Schule

Kulturreferent Hans Ketelhut erinnert an die Feier zu Kirchhofers 70. Geburtstag zwei Monate vor seinem Tod. „Hannes stand mitten im Leben und hat es genossen.“ Vor neun Jahren kam Sissy Mayrhofer als Lehrerin an die Schule: „Er hat mich herzlich aufgenommen.“ Er sei ein emotionaler Mensch gewesen, aber kein sentimentaler. Hannelore Heidrich, Betriebsrätin der Schule, ergänzt: „Er hatte stets ein offenes Ohr für uns.“

Nun fehlt Hannes Kirchhofer an der Schule. Aber es wird in seinem Sinne weitergehen. An diesem Sonntag spielen Schüler und Lehrer für ihn zum Abschied auf – eine bunte Mischung aus Mozart und Bach, mit sakralen Klängen, aber auch fröhlicher Kletzmer- und Stubenmusik. Kirchhofer war kein Mensch von Traurigkeit. Auf der Fotografie, die auf der Bühne steht, lächelt er dem Publikum entgegen. Er wäre stolz gewesen, am Ende der fast zweistündigen Gedenkfeier die jungen Jazzmusiker ansagen zu dürfen. Sissy Mayrhofer lässt dem Verstorbenen über ein Gedicht von Henry Scott-Holland das letzte Wort: „Der Tod hat keine Bedeutung – ich bin nur nach nebenan gegangen. Ich bleibe, wer ich bin.“

Musikalisch wirkten mit:

Annette Hornsteiner (Harfe), Franziska Fahrer (Hackbrett), Elena Krippner (Bratsche), Carolin Rieth (Geige), Julius Kühne (Geige), Gisela Bouton (Geige), Claudia Weiss (Cello), Heini Zapf (Klarinette), Markus Kugler (Gitarre). Das Ensemble „Isar4Musi“ mit Rainer Marquart (Kontrabass), Susanne Prechtl (Sopranflöte) und Silke Kugler (Gitarre) sowie die jungen Jazzer: Hannes Wagner, Tim Wandke, Christopher Motan, Christoph Derks, Marcus Wagner, Daniel Duarte, Adrian Speer, Marc Kaufmann

Andrea Weber

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