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Sichere Scheibenführung ist nur eine der Qualitäten von ESC-Urgestein Hans Tauber (re.). Der Verteidiger und Vize-Kapitän hat heuer bereits sieben Tore erzielt und sechs weitere vorbereitet. 

das interview der woche

Hans Tauber: „Bock auf bestmögliche Ergebnisse“

Die River Rats haben erstmals die Verzahnungsrunde erreicht. Welche Ziele sie sich dafür gesetzt haben, verrät Eishockey-Urgestein Hans Tauber im Interview.

Geretsried Hans Tauber ist ein Urgestein des Geretsrieder Eishockeys. Bereits im Alter von drei Jahren macht der Verteidiger in der Eishockeyschule des TuS seine ersten Schritte und absolvierte mit 16 Jahren sein erstes Meisterschaftsspiel in der Oberliga. Nach der Gründung des ESC und dem Neustart in der Bezirksliga wechselte der heute 32-Jährige für zwei Jahre zum damaligen Bayernligisten EV Fürstenfeldbruck, ehe er 2008 zu den River Rats zurückkehrte. Mit dem verheirateten und in Geretsried ansässigen Lagerleiter sprach unser Mitarbeiter Eduard Hien.

Herr Tauber, Ihre Mannschaft ist mit einer 2:4-Niederlage gegen Peißenberg gestartet und gewann zwei Tage später das Derby in Miesbach mit 3:2. Wie sieht Ihre Analyse aus?

Hans Tauber: Gegen Peißenberg haben wir gut begonnen, hatten sogar mehr Torschüsse als die Gäste. Im zweiten Drittel sind wir katastrophal gestartet. Da haben wir einfach zu viel zugelassen, dumme Fehler gemacht und noch dümmere Gegentore kassiert. Danach hat sich unser Team zwar gefangen. Aber zum Schluss wurde die Zeit immer knapper. Uns hat einfach das Anschlusstor gefehlt, um noch einmal heranzukommen.

In Miesbach lief es dafür umso besser?

Hans Tauber: Wir sind super ins Spiel gekommen und haben alles nach Matchplan konsequent umgesetzt. Im zweiten Drittel hat Miesbach einen Mann hochgestellt und damit viel Druck gemacht. Die beiden Gegentore innerhalb von zwei Minuten waren vermeidbar, sind aber passiert. Zum Schluss war es ein totaler Fight. Wir wollten das 3:2 in jedem Fall halten, die drei Punkte unbedingt mitnehmen. In dieser Phase hat unser Goalie Martin Morcinietz eine Topleistung abgerufen. So ein Sieg im Derby tut immer der Seele gut. Von mir aus kann es so weitergehen.

Wie sehen Sie die Entwicklung des ESC, insbesondere nach dem Aufstieg vor drei Jahren in die Bayernliga?

Hans Tauber: Der Verein und insbesondere die erste Mannschaft haben sich stetig weiterentwickelt. Es war kein Jahr dabei, wo es einen sportlichen Rückschritt gegeben hat. Im Aufstiegsjahr waren wir in der Vorrunde abgeschlagenes Schlusslicht, haben die Abstiegsrunde aber souverän gemeistert. Dass die Mannschaft dazugelernt hat und mit den Aufgaben gewachsen ist, hat man in der zweiten Saison gesehen. Wir waren in der Tabelle nie ganz unten, haben uns immer zwischen Platz acht und elf bewegt. Auch wenn wir die Aufstiegsrunde denkbar knapp verpasst haben, sind wir ohne großes Zittern wieder Erster der Play-downs geworden.

Welche Ziele habt Ihr Euch für die erstmals erreichte Verzahnungsrunde gesetzt?

Hans Tauber: Wir sind eine Mannschaft, ein Team, haben Lust und Bock darauf, die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und die Runde so gut es geht zu beenden. Allerdings wissen wir ebenso, dass auch nur noch so kleine Fehler manches Spiel entscheiden können. Mehr noch als in der Hauptrunde.

Der Stadtrat hat bekanntlich beschlossen, dass das Heinz-Schneider-Eisstadion wieder ein Dach bekommt. Welche Möglichkeiten ergeben sich für den ESC?

Hans Tauber: Das ist absolut eine tolle Sache, eine richtungsweisende Entscheidung und für den Verein überlebenswichtig. Dadurch kann der Klub wieder einen Schritt nach vorne machen. Man sollte aber nicht gleich wieder nach dem Aufstieg in die Oberliga schreien – es muss alles wachsen. Vor allem der Nachwuchs hat dann wieder bessere Voraussetzungen, zum Beispiel für eine gute Saisonvorbereitung. Die Jungen sind die Basis unseres Vereins.

In Ihrer bisherigen Laufbahn hatten Sie viele Trainer. Unter welchem Coach hat es am meisten Spaß gemacht oder bei wem hat man am meisten gelernt?

Hans Tauber: In der Eishockeyschule waren mein Vater Hans und Manfred Heinke meine Trainer. Heinkes harte Schule war bekannt. Da hat man mit dem Schläger schon mal was auf den Hintern gekriegt, wenn man als kleiner Rotzlöffel nicht gespurt hat. Im Schülerbereich habe ich unter der Leitung von Mike Wanner viel aufgesaugt. Rudi Sternkopf war im Seniorenbereich ein Supertrainer. Er hat jungen Spielern eine Chance gegeben und dabei immer klar formuliert, was er von einem will. Unter Flocko Funk war vieles neu. Er hat während des Spiels nie viel geredet. Aber man wusste, was zu tun ist.

Sie haben zwei Jahre in Fürstenfeldbruck gespielt und können daher beide Vereine beurteilen. Gibt es Unterschiede oder Gemeinsamkeiten?

Hans Tauber: Vom Management her besteht kein großer Unterschied. Bei Fürstenfeldbruck hatte ich in zwei Jahren fünf verschiedene Trainer. Das ist für einen Bayernligisten eine schwierige Situation, und am Ende stiegen wir doch in die Landesliga ab. In Geretsried gibt es immer eine große Konstanz – egal, ob der Trainer Basti Wanner, Franz-Xaver Ibelherr, Flocko Funk oder jetzt Ludwig Andrä hieß oder heißt. Es gab bei den River Rats auch noch keine richtige große Krise, weil der Zusammenhalt einfach toll ist.

Sie haben in der Vorrunde sieben Tore erzielt und sechs Assist beigesteuert. Einige Treffer resultieren aus Überzahlspielen, weil Sie als Verteidiger direkt vor dem gegnerischen Tor postiert sind, während der Außenstürmer in diesen Situationen an die blaue Linie rückt. Wie stehen Sie zu dieser Taktik?

Hans Tauber: Wir haben fürs Powerplay verschiedene Sachen ausprobiert. Ich versuche, den Verteidiger wegzuziehen und lauere auf einen Nachschuss. Das ist alles eine taktische Angelegenheit. Als früherer Stürmer weiß ich, wie man in dieser Phase geschickt spielt.

Sie sind gemeinsam mit Nino Poch der stellvertretende Spielführer von Kapitän Martin Köhler. Welche Aufgaben haben Sie da?

Hans Tauber: Man tritt neben dem Kapitän als weiterer Führungsspieler auf, ist für die Schiedsrichter ein zusätzlicher Ansprechpartner und übernimmt Verantwortung auf dem Eis, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Zudem ist man im Match der verlängerte Arm des Trainers. Man muss einfach schauen, dass der Laden läuft. Das betrifft auch organisatorische oder kabineninterne Angelegenheiten.

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