Intrigante Kaiserinnen, schizophrene Mathematiker oder ein selbst produzierter Animationsfilm:  Geretsrieder Gymnasiasten haben sich mit komplexen Themen beschäftigt und darüber Arbeiten verfasst. Die Besten wurden im Rathaus vorgestellt.
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Die Geretsrieder Gymnasiasten sind stolz auf ihre Arbeiten.

Gymnasium Geretsried

Helden im Wohnzimmer und ein spektakulärer Mord: Geretsrieder Schüler präsentieren Seminararbeiten

Intrigante Kaiserinnen, schizophrene Mathematiker und ein selbst produzierter Animationsfilm:  Geretsrieder Gymnasiasten haben sich mit komplexen Themen beschäftigt und darüber Arbeiten verfasst. Die Besten wurden im Rathaus vorgestellt.

Geretsried – Humanmedizin, Politik im alten Rom oder die Stadt der Zukunft: Die Abiturienten des Gymnasiums Geretsried haben sich in den vergangenen eineinhalb Jahren mit komplexen Themen auseinandergesetzt. Im Rahmen des wissenschaftlich-propädeutischen (P-) Seminars verfassten die Schüler umfangreiche Arbeiten. Die Besten wurden jetzt im Rathaus vorgestellt.

Tobias Sodeikat investierte viele hundert Stunden in sein Projekt: Er produzierte einen aufwendigen Animationsfilm. „Für eine Sekunde Filmmaterial habe ich teilweise 24 Stunden am Computer verbracht“, berichtete er. Herausgekommen ist ein unterhaltsamer, fünfminütiger Streifen. Weil der Protagonist seine Zeit nicht mehr mit seiner Spielekonsole verbringen kann, lässt er seiner Fantasie freien Lauf. Deswegen tauchen im elterlichen Wohnzimmer Figuren aus beliebten Videospielen auf. Sodeikat: „Durch die Arbeit an dem Film habe ich verstanden, wieso es bei vielen Hollywood-Filmen so lange dauert, bis sie erscheinen können.“

Mit einem deutlich düstereren Thema befasste sich Theresa Stammler: „Mord als politisches Mittel von Kaiserfrauen in Rom im ersten Jahrhundert“. So hat beispielsweise Iulia Agrippina, die Mutter des berühmten Kaisers Nero, die Inthronisierung ihres Sohnes erheblich beschleunigt. Mit einem vergifteten Pilzgericht ermordete sie dessen Vorgänger Claudius. Sie ging perfide vor. Als der Kaiser die Vergiftung bemerkte, empfahl sie ihm, sich eine Feder in den Hals zu schieben, um erbrechen zu können. Was Claudius nicht wusste: Seine Mörderin hatte vorher auch die Feder in Gift getränkt. Agrippinas Freude über die Thronbesteigung ihres Sohnes hielt nicht lange an: „Nero hat sie später ebenfalls auf brutale Weise ermorden lassen“, berichtete Stammler.

Ein Kapitel der jüngeren Geschichte beschäftigte Elena Pavlas intensiv. Sie zeichnete in ihrer Seminararbeit die Geschichte der Migration aus Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg nach. „Dieses Thema spielt auch in der Historie Geretsrieds eine wichtige Rolle“, erklärte sie. Anhand der Vertreibung ihres eigenen Großvaters konnte sie einige Details der „ungeplanten und chaotischen Flucht“ vieler Menschen aus den Gebieten im heutigen Polen berichten. „Die Vertriebenen waren in ihrer neuen Heimat oft nicht gern gesehen. Die Menschen vor Ort hatten nach dem Krieg ja auch nicht viel“, so Pavlas.

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Eine psychische Störung und ihre cineastische Darstellung war das Thema der Seminararbeit von Fabienne Schikora. Sie analysierte, wie die Schizophrenie des berühmten Mathematikers John Forbes Nash im Hollywood-Film „A Beautiful Mind“ thematisiert wird. Die Psychose von Nash, der im Film von Russel Crowe gespielt wird, geht so weit, dass sich Nash seinen besten Freund lediglich eingebildet hat, genauso wie einen amerikanischen Geheimagenten, mit dem er denkt, zusammenzuarbeiten. Der Mathematiker überwindet die Erkrankung letzten Endes.  

dst

Ausstellung

Plakate einiger Seminararbeiten der Abiturienten sind bis Ende Februar im Rathaus zu sehen.

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