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Seit 60 Jahren verheiratet: Helga und Reinhold Leirich mit Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (re.).

Fußballtrainer und Tanzlehrer

Helga und Reinhold Leirich feiern 60. Hochzeitstag

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Geretsried – Es hat etwas von einem Familientreffen, als Vize-Bürgermeister Hans Hopfner dem Ehepaar Helga und Reinhold Leirich zur Diamantenen Hochzeit gratuliert.

„Er war mein Fußballtrainer beim TuS“, verrät Hopfner, und schon werden Anekdoten ausgetauscht. „Und wir haben Dir das Tanzen beigebracht“, ergänzt Helga Leirich. „Weißt Du noch die Sache mit dem Besenstiel?“ Leirichs ältester Sohn Reinhold, Hans Hopfner und ein weiterer Freund schauten damals im Gasthof Lauchs den Leuten beim Tanzen zu. Irgendwann wollten es die Burschen selbst lernen. „Also haben wir es ihnen beigebracht“, erzählt die 78-Jährige lachend. „Nur dass in Ermangelung von Tanzpartnern eben ein Besen diesen Part übernehmen musste.“

Das Hochzeitsfoto aus dem Jahr 1956.

Offen und freundlich waren Helga und Reinhold Leirich schon immer. Beide stammen aus dem Böhmerwald, wurden 1946 zusammen mit ihren Familien aus der Heimat vertrieben und landeten im Lager Waldstadt in Pocking. Als 15-Jähriger fand Reinhold Leirich Arbeit in einem Sägewerk. Dort lernte er Helgas Bruder kennen. „Ein paar Jahre später – mein Mann war damals 18, ich 16 – kamen wir zusammen“, erinnert sich Helga Leirich. Am 21. Geburtstag ihres Mannes haben sie geheiratet.
 
1957 wurde das Lager Waldstadt aufgelöst. Die ersten Transporte gingen nach Geretsried. Zwei Jahre später siedelten auch Leirichs mit ihren beiden Kindern in die Stadt um, die von nun an ihre Heimat werden sollte. „Eigentlich sollten wir gleich eine Wohnung bekommen, aber irgendetwas hat nicht geklappt“, erinnert sich der heute 81-Jährige. „Also haben wir unsere Möbel eingelagert und haben gewartet.“ Sechs Wochen später dann die gute Nachricht: Am Stern, dort, wo heute der Penny-Markt steht, wurde eine Wohnung frei, und die Familie konnte einziehen.

Beide fanden Arbeit, zwei weitere Kinder folgten. „Heute haben wir neun Enkelkinder“, sagt Opa Leirich stolz. „Wenn wir uns alle treffen und feiern, ist das Haus voll.“

von Sabine Hermsdorf-Hiss

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