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Einsatzbereit: Der neue Loipenwart Thomas Schieder (re.) mit Christian Stemmer (li.), Geschäftsführer des Maschinenrings, sowie Helmut Hodolotisch, Leiter des städtischen Bauhofs.

Premiere auf dem Spurgerät

Herrnhauser Landwirt ist neuer Loipenwart

Geretsried – Gute Nachrichten für alle Langlauf-Begeisterten im Landkreis: Der neue Geretsrieder Loipenwart ist gefunden: Thomas Schieder aus Herrnhausen. In den vergangenen Tagen war schon einiges zu tun.

Am Montagnachmittag nahm der 22-jährige Landwirt seinen Dienst auf und spurte zum ersten Mal die 14 Kilometer lange Loipe zwischen Geretsried und Königsdorf. Vier Stunden war er unterwegs. Die Loipe um den Flugplatz folgte am Dienstag.

In den vergangenen Jahren hatte sich Lorenz Demmel um diese Aufgabe gekümmert. Alle fünf Loipen zwischen Böhmwiese und Kreuth hat er gespurt. Mit viel Fantasie entwickelte er neue Strecken und baute das Netz immer weiter aus. Schon nach dem vergangenen Winter war klar, dass der „Zenz von Niederham“ nicht weitermachen kann. Demmel ist vergangene Woche im Alter von 71 Jahren gestorben.

Erfahren im Umgang mit Spezialfahrzeugen

Die Stadt machte sich schon im Sommer auf die Suche nach einem Nachfolger. Ein rüstiger Rentner sollte die Aufgabe übernehmen. Es meldete sich niemand. Also schrieb die Stadt die Stelle aus. Der Maschinenring meldete sich – und bekam den Zuschlag. Dass Thomas Schieder nun die Loipen spurt, war eine naheliegende Entscheidung, schließlich hat er als Landwirt jede Menge Erfahrung im Umgang mit Spezialfahrzeugen. „Grundsätzlich ist das Loipenspuren kein Hexenwerk“, sagt Christian Stemmer. Der Geschäftsführer des Maschinenrings wird das Fahrzeug lenken, wenn Schieder keine Zeit hat. Nicht ganz so leicht ist es allerdings, immer den richtigen Weg zu finden. „Gerade Richtung Königsdorf kommt man sich manchmal vor wie mitten in Alaska“, sagt Helmut Hodolitsch, Leiter des städtischen Bauhofs. „Um einen rum überall nur Schnee, Schnee, Schnee.“

Ohne Lenkrad und Radio

Gewöhungsbedürftig ist außerdem, dass es beim Spurgerät kein Lenkrad gibt. Nach links und rechts gesteuert wird mit zwei Hebeln. Mit zwei weiteren Hebeln wird der Schlitten bedient. Das Gefährt ist 2,3 Tonnen schwer und über 30 Jahre alt. Der Motor bringt es auf 70 PS. Trotz der überschaubaren Leistung ist die Maschine noch nie stecken geblieben, egal wie hoch der Schnee lag. Was Schieder an seinem neuen Fahrzeug auffällt? „Dass es kein Radio hat“, sagt er schmunzelnd. „Ein Radio brauchst Du nicht, weil Du bei dem Lärm eh nichts hörst“, entgegnet Hodolitsch lachend. So lange Schnee liegt, wird Schieder jeden Tag mit seinem Gefährt ausrücken. Bei Tauwetter muss er jedoch auf einen Einsatz verzichten, da das Gebiet um Königsdorf sumpfig ist und die Spuren entsprechend schnell im Wasser versinken.

Bereits Mitte der Woche kündigt der Wetterbericht etwas wärmere Temperaturen an. Stemmer weiß nicht, ob die Zeit noch ausreicht, um die beiden Loipen südlich von Osterhofen zu spuren. Er betont: „Wichtig ist erst mal die Loipe um den Flugplatz.“

pr

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