Herta Kugler ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Nachruf

Herta Kugler war eine Geretsriederin der ersten Stunde

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Herta Kugler war in dem ersten Vertriebenentransport eingepfercht, der in Geretsried eintraf. So begann ihr Leben in einer neuen Heimat, die erst noch aufgebaut werden musste.

Geretsried Herta Kugler war eine Geretsriederin der ersten Stunde. Am Freitag ist sie mit 87 Jahren gestorben. Sie folgte ihrem Mann Karl, von dem sie im Oktober 2016 Abschied nehmen musste. Er wurde 90 Jahre alt. Herta und Karl Kugler haben die Erinnerung an ihre Vergangenheit und die Anfänge der Stadtgeschichte stets wach gehalten – sei es in der Egerländer Gmoi, im alten Heimatmuseum oder als Zeitzeugen bei Vorträgen.

Am 7. April 1946 erreichte der erste Vertriebenentransport mit 554 Menschen Geretsried. Unter ihnen war Herta Kugler, geborene Anger. Sie ist im Egerland aufgewachsen und musste mit 15 Jahren Graslitz verlassen. Innerhalb weniger Stunden packten ihre Eltern eine Kiste mit dem Notwendigsten: Kleidung, Werkzeug, Töpfe, Bettwäsche. Herta Kugler wurde mit anderen Vertriebenen in einen Viehwaggon gepfercht und auf eine Reise mit unbekanntem Ziel geschickt.

Angekommen in Geretsried wurden die Vertriebenen im ehemaligen Fremdarbeiterlager auf der heutigen Böhmwiese untergebracht. Den trostlosen Anblick der Baracken werde sie nie vergessen, sagte Herta Kugler bei einem ihrer vielen Zeitzeugengespräche. Es folgten vier entbehrungsreiche Jahre, bis sie nach dem Lagerbrand vom Juli 1949 in einen Raum im heutigen Rathaus umziehen konnte. Dort lernte sie ihren Mann Karl kennen. Er war nach ihr im Herbst 1946 mit einem Zug aus Tachau in Böhmen nach Geretsried gekommen, als er bereits harte Jahre in Gefangenen- und Arbeitslagern hinter sich hatte. Das Paar heiratete im Jahr 1956 und gründete eine Familie.

Der Vater von Karl Kugler, Volksschullehrer Karl Kugler, gründete 1947 die Sing-, Spiel- und Tanzgruppe. Daraus gingen die Chorvereinigung und die Egerländer Gmoi hervor. In beiden Vereinen engagierte sich das Ehepaar Zeit seines Lebens.

Die Beerdigung mit Seelengottesdienst findet an diesem Freitag, 19. Januar, um 10 Uhr auf dem Waldfriedhof in Geretsried statt. sw

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