Lebensgefahr! Heute nicht an Isar aufhalten - selbst wenn es nicht regnet

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Überzeugten mit bayerisch-neurotischer Lebensmusik: (v. li.): Katrin Zellner, Marita Gschwandtne r, Katrin Stadler und Tobias Hegemann.

Hinterhalt Gelting

Musiktherapie für Band und Publikum

Sie überzeugten mit bayerisch-neurotischer Lebensmusik: Die „Neurosenheimer“ waren zu Gast im Geltinger Hinterhalt.

Gelting - Eine lange Wäscheleine mit Kleidungsstücken und zwei orangefarbene Blätter, auf denen die zwei Wörter „Neurosen“ und „Heimer“ standen, zierte am Donnerstagabend die gut besuchte Kulturbühne Hinterhalt. Das Wortspiel, das sowohl auf drei in die Stadt Rosenheim zugezogene Bandmitglieder als auch auf den Gemütszustand des Quartetts zu beziehen scheint, erschloss sich auch ohne diesen plakativen Hinweis schnell.

Katrin Zellner, Marita Gschwandtner, die einzige „Altrosenheimerin“ Katrin Stadler und Tobias Hegemann erzählten in ihren Ansagen und Musiktexten jede Menge Geschichten, die in der am Inn gelegenen Stadt oder entlang der B 15 – der bayerischen Route 66 – spielten. In der Heimathymne „Da wo“ forderten die beiden Kathrins das Publikum sogar auf, laut den Namen „Rosenheim“ zu brüllen. In Städten wie Landshut oder Garmisch, die eine große sportliche Rivalität zum Eishockeyverein Starbulls pflegen, würde es da zweifellos ganz still werden. Nicht so in Gelting, wo bei diesem markerschütternden Ruf die Gläser zu vibrieren begannen. Besser klang da schon der mehrstimmige Gesang, der nicht nur von Tobias Hegemanns Tuba, sondern auch von anderen zum Teil recht ungewöhnlichen Instrumenten begleitet wurde. So waren neben Gitarre und Klarinette auch ein Waschbrett, eine steirische Ziach und eine Nasenflöte zu hören.

Zwischendurch erheiterten die „Neurosenheimer“ die Zuhörer mit Fragespielen, an denen sich auch Grünen-Stadtrat Prof. Dr. Detlev Ringer beteiligte. Auf die Frage, bei wem Anfang Februar noch ein Christbaum im Haus steht, outete sich der Kommunalpolitiker als Einziger. Mehr Finger schnellten in die Höhe, als es darum ging, bei wem zu Hause Magazine neben der Toilette liegen. Doch die „Neurosenheimer“ beschränkten sich nicht auf diese mitunter an Albernheit grenzenden Spielchen.

In dem Song „Platz do“ positionierten sie sich deutlich gegen die unter anderem von CSU-Politikern geforderte Zuwanderungsobergrenze. „An den Grenzen stehen Schlangen und die Turnhallen sind voll“, hieß es da in einer Zeile. Die vermeintlich einfache Lösung wurde im Refrain mitgeliefert: „Macht’s Platz do, ruckt’s zam, aber ned nach rechts.“ Das Geständnis, dass sie selbst „a bissl neurotisch“ sind und sich als „Musiktherapiegruppe“ sehen, verwunderte an diesem Abend kaum noch. „Am liebsten aber besingen wir die Neurosen unserer Mitmenschen“, sagte Katrin Stadler. Mit einem „Gute-Nacht-Lied“ ließ es das Quartett in der Zugabe eher ruhig ausklingen.

ph

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