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Hatte sich selbst in den Hinterhalt eingeladen: Die international renommierte Harfenistin Silke Aichhorn.

Livestream-Konzert aus dem Hinterhalt

Hinterhalt: Harfenistin glaubt an „Pole-Position bei Petrus“

37 Auftritte musste die Harfenistin Silke Aichhorn absagen: Jetzt nutzte sie das Streaming-Angebot der Hinterhalt-Bühne in Gelting.

Gelting – Die Erfolgsgeschichte der Online-Übertragungen aus der Geltinger Kulturbühne Hinterhalt (wir berichteten) ist um ein Kapitel reicher. Harfenklänge sind dort eher selten zu hören. Die international renommierte Musikerin und Autorin Silke Aichhorn transportierte das etwa 40 Kilogramm schwere Musikinstrument am Freitagabend in ihrem Kombi von Traunstein nach Gelting.

Beim Ausladen der sperrigen Konzertharfe, deren Saiten eine Spannung von 1,5 Tonnen auf den Holzrahmen ausüben, bedurfte es einer Sackkarre und der helfenden Hände der Livestream-Techniker Thorsten Thane (Kamera) und Hendrik Noeller (Ton). „Dieser Beruf begleitet mich seit 38 Jahren: Ich sichere mir damit die Pole-Position bei Petrus“, schickte Aichhorn voraus. Rund 40 000 Straßenkilometer im In- und Ausland legte sie mit der Harfe bereits zurück, um auch entlegene Orte wie die Insel Amrum zu erreichen

Los geht‘s mit schwungvoller Samba

In ihrem kabarettistisch geprägten Auftritt, der mit einem schwungvollen Samba von Bernard Andrés begann, las die Chiemgauerin auch amüsante Anekdoten aus ihrem Bestseller „Lebenslänglich Frohlocken“ vor. Von chaotischen Bahnfahrten am Rheinufer mit verständnislosen Zugbegleiterinnen über Hochzeiten mit nervösen Bräuten und Schwiegermüttern bis hin zur musikalischen Begleitung von Beerdigungen: Aichhorn berichtete mit herzerfrischender Authentizität und Selbstironie über ihre Erlebnisse als freiberufliche Harfensolistin.

Zwischendurch bewies die mehrfach preisgekrönte Kammermusikerin ihre Virtuosität mit Interpretationen von klassischen Melodien. So klang Friederich Smetanas Welterfolg „Die Moldau“ in der Bearbeitung des 1914 verstorbenen tschechischen Harfenisten Hanus Trnecek nicht weniger beeindruckend als der Kanon des Nürnberger Barockkomponisten Johann Pachelbel.

Wegen Corona-Krise 37 Auftritte abgesagt

Nach ihrem rund 70-minütigen Auftritt zeigte sich Aichhorn angetan vom Ambiente in der Kulturbühne Hinterhalt. „Ich fand den Abend toll, obwohl ich als klassische Rampensau natürlich lieber direkt mit dem Publikum kommuniziere“, sagte sie. Weil ihr aufgrund der Corona-Krise 37 Auftritte abgesagt wurden und sie von der positiven Resonanz auf die Hinterhalt-Livestreams erfahren hatte, fragte die Harfenistin einfach bei der Betreiberin Assunta Tammelleo an. Die Vorsitzende des Kulturvereins Isar-Loisach erfüllte ihr den Auftrittswunsch gern. ph

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