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Hundling san’s scho: Phil Höcketstaller mit Band war auf der „Ois Chicago“-Tournee im Hinterhalt zu Gast.

Im Land der Hundehärchen

"Hundling" experimentierte im Geltinger Hinterhalt

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Geretsried – „Hundling“ experimentierte im Geltinger Hinterhalt in Akustikbesetzung: Er erzählte Münchner Geschichten übers Leben und viele Ärgernisse.

Es ist bis heute unvergesslich, wie Gringo, Zorro und Zabata in der Kultserie „Münchner Geschichten“ durchs Siegestor ritten wie einst die skrupellosen Westernhelden. Für Schauspieler Günter Maria Halmer und seine Filmkollegen war damals in den 1970er-Jahren „ois Chicago“. Es war eine Zeit, in der der junge Musiker Phil Höcketstaller vermutlich noch in den Windeln steckte – wenn überhaupt. Jetzt ist der gebürtige Niederbayer mit seinem aktuellen Album „Ois Chicago“ auf Tour.

Seit 16 Jahren lebt Höcketstaller im Glockenbachviertel und hat seine eigenen Münchner Geschichten in handgemachte Lieder verpackt. Er ist ein „Hundling“, ein echter Schlawiner sozusagen, denn irgendwie hat er es mit seiner Band geschafft, dass der Bayerische Rundfunk aufmerksam wurde. Im vorigen Jahr gewann die Gruppe den Heimatsound-Wettbewerb des Senders Bayern 2. Seitdem geht es auf Konzert-Tour durch ganz Bayern.

Am Donnerstagabend traten die Münchner erstmals in abgespeckter Akustikversion in der Kulturbühne Hinterhalt in Gelting auf. Ihre Musik geht ins Ohr. Es sind eingängige Melodien, in die der Songwriter und Gitarrist seine Vorliebe für den Rock’n’Roll mischt: eingefärbt im Stil von J. J. Cale oder Tom Patty und auf Bayerisch umgemodelt.

Diese Kombination passt, obwohl der Auftritt im Hinterhalt ein echtes Experiment war – in der akustischen Triobesetzung mit Sänger und Gitarrist Phil Höcketstaller, Keyboarder Sebastian Osthold, der mit temporeichem Fingerspitzengefühl für improvisatorische Zwischeneinlagen sorgte, und Höcketstallers Frau Kathi, eine studierte Klassik-Violinistin, die sich erstmals der Unterhaltungsmusik widmete. Streng vom Notenblatt sprenkelte sie sanften Geigenklang in den Heimatsound.

Das Experiment glückte, das Publikum war begeistert. Höcketstallers Münchner Geschichten haben Realität. „Es sind meine Gedanken übers Leben, meine Erinnerungen, meine Ärgernisse“, erklärt er nach dem Konzert. Er liebe die Nostalgie. Die schwingt auch gelegentlich in den Balladen zwischen schnellem Reggae und Rock’n’Roll mit. In seinen Liedtexten verpackt der Musiker Erlebtes und Erinnerungen, zum Beispiel in den „Schuakarton“. Er äußert sich skeptisch über Esoteriker, Allergiker und Magnetwassertrinker im Lied vom „Land der Hundehärchen“. Er bezieht Stellung, wenn’s um „Toleranz und braune Scheiße“ geht. Seine musikalische Bezeichnung lautet dafür „Odel“.

Was er gar nicht mag, sind Nachbarn, die Musik als Ruhestörung empfinden. Für ihn gibt’s darauf nur eine Antwort: „Es gibt keine musikfreie Zone, solange ich hier wohne.“ Ja, da wird Phil Höcketstaller zum Gringo, für den doch „ois Chicago“ ist.

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