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Walter Büttner feiert an diesem Mittwoch seinen 70. Geburtstag.

"Ein linker Spinner war ich nie"

Walter Büttner: Ein kluger Kopf wird 70 Jahre alt

Geretsried - Einer der klügsten Köpfe in der Kommunalpolitik feiert an diesem Mittwoch einen runden Geburtstag: Walter Büttner wird 70 Jahre alt.

Mehr als die Hälfte seines Lebens sitzt der ehemalige Lehrer des Geretsrieder Gymnasiums für die SPD im Stadtrat, zwölf Jahre war er Dritter Bürgermeister.Eigentlich sollte im Dezember 2009 Schluss sein mit der Politik. Nach 37 Jahren, davon 31 Jahre als Fraktionschef, zog sich Walter Büttner aus gesundheitlichen Gründen aus dem Stadtrat zurück. In Anerkennung seiner Verdienste – er gehörte auch über 20 Jahre dem Kreistag an – wurde ihm der Ehrenring der Stadt verliehen, im Jahr darauf erhielt er die kommunale Verdienstmedaille in Silber des Freistaats.

Doch zur Kommunalwahl 2014 kehrte Büttner auf die politische Bühne zurück. Um den SPD-Bürgermeisterkandidaten Hans Hopfner zu unterstützen und seine Partei vor dem Absturz zu bewahren, ließ er sich auf den letzten Listenplatz setzen und wurde erneut in den Stadtrat gewählt – ein Zeichen für die Wertschätzung, die der gebürtige Oberfranke in Geretsried genießt.

1986 wollte Büttner selbst Bürgermeister werden. Als Ziehsohn von Heinz Schneider bewarb er sich um dessen Nachfolge und erlebte eine bittere Enttäuschung. Der CSU-Neuling Gerhard Hasreiter gewann die Wahl. Damals hat die Niederlage „sehr geschmerzt“, sagte Büttner 2009 in einem Interview. Heute ist er froh, dass er nicht Bürgermeister geworden ist. „Es hätte mir auch den letzten Rest von Privatleben genommen.“ Büttner ist verheiratet, hat drei Kinder und ist inzwischen mehrfacher Großvater. Er liebt die Geselligkeit und ist laut Edgar Boxberger „ein herausragender Hobbykoch“. Boxberger hielt 2009 die Laudatio auf Büttner und erinnerte an die legendären Streitgespräche seines Freundes mit dem mittlerweile verstorbenen CSU-Fraktionschef Helmut Gänßbauer: „Das waren Sternstunden des kommunalpolitischen Streitgesprächs.“

„Ich war nie ein linker Spinner“, hat Büttner einmal über sich gesagt. Aber er stehe für sozialdemokratische Werte: Gerechtigkeit, Freiheit und vor allem Solidarität. Deshalb engagiert er sich seit Jahrzehnten auch in der Baugenossenschaft Geretsried, wo er noch heute im Vorstand sitzt. Am Anfang seiner Politikkarriere galt Büttner als „junger Wilder“, heute ist er ruhiger geworden – mit 70 Jahren sei ihm das vergönnt.

Sabine Schörner

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