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„Wo drückt der Turnschuh?“ Zehn Geretsrieder Vereine nahmen an der Veranstaltung von Sportreferent Wolfgang Werner (sitzend, 3. v. li.) teil. 

Sportler-Gremium „Wo drückt der Turnschuh?“

„Ich steh’ in einer Dope-Wolke“

Vandalismus im Isarau-Stadion sorgt weiter für Diskussionen – Nächtliche Sperrung als Lösung ?

von Rudi Stallein

Geretsried Mirko Naumann hielt mit seinem Ärger nicht hinterm Berg. „Da wird gekifft und gesoffen, das ist irre“, schimpfte der Vorstandsvorsitzende des TuS Geretsried. „Beim Training steh’ ich in einer Dope-Wolke.“ Die fortwährenden Treffen von Jugendlichen, die unterm Tribünendach im Isarau-Stadion feiern und es dabei immer öfter – im wahrsten Wortsinn krachen lassen – erhitzte auch bei der siebten Gesprächsrunde der Reihe „Wo drückt der Turnschuh?“ mit Sportreferent Wolfgang Werner die Gemüter.

Die Folgen des um sich greifenden Vandalismus bekommen die Aktiven tagtäglich zu spüren. „Im Sandkasten liegen Scherben, an denen sich die Kinder die Füße aufschneiden“, berichtete Naumann weiter. Papierkörbe würden ausgekippt, Wetterschutzplanen würden von der alten Hochsprungmatte heruntergerissen. „Man kann zuschauen, wie da langsam alles kaputt geht.“

Das Problem ist hinlänglich bekannt, aber eine Lösung scheint nicht in Sicht. „Das kann so nicht weiter gehen. Das sind ja keine Dumme-Jungen-Streiche“, sagte Werner. „Ich weiß nicht, ob man da länger zuschauen möchte. Aber ich möchte auch nicht, dass das Problem auf die Vereine abgeschoben wird“, erklärte der Sportreferent.

Mirko Naumann regte an, das Stadion, das bislang rund um die Uhr für jedermann zugänglich ist, am Abend ab 22 Uhr abzusperren. „Wenn dann doch jemand über den Zaun klettert, ist das Hausfriedensbruch. Das ist nochmal eine andere Kategorie“, so der TuS-Vertreter. In dem Fall habe der Verein zumindest rechtlich eine bessere Handhabe.

Der Vorschlag fand viel zustimmendes Kopfnicken bei den anderen Vereinsvertretern im großen Sitzungssaal des Rathauses. Ähnlich praktiziere man es in Wolfratshausen, dort würde das Isar-Loisach-Stadion in Farchet nachts zugesperrt, berichtete Maximilian Schwarz. „Dort sind mir keine Fälle von Vandalismus bekannt“, sagte der Sportreferent der Nachbarstadt, der als Gast der Gesprächsrunde bewohnte. Vom Tennisverein in Waldram kenne er jedoch ähnliche Verhältnisse wie im Isarau-Stadion. Abhilfe geschaffen habe damals eine ständige Präsenz der Polizei. „Die sind wirklich täglich vorbeigefahren. Irgendwann hat’s die Jugendlichen wohl genervt“, erinnerte sich Schwarz. Künftig verspreche er sich viel von der Sicherheitswacht, die wie berichtet in der Flößerstadt installiert werden soll.

Womöglich habe auch die Installation von Überwachungskameras abschreckende Wirkung, mutmaßte sein Geretsrieder Kollege Werner. Jedenfalls könne man das „als Stadt nicht einfach über sich ergehen lassen“, so der Sportreferent.

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