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Darauf ein Glas Sekt: Mit seiner Ehefrau und Parteifreunden feierte Andreas Wagner am Wahlabend den Einzug in den Deutschen Bundestag.

Im Gespräch mit Andreas Wagner (Linke)

„Starke Stimme für den Rechtsstaat“: Geretsrieder zieht in Bundestag ein

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Über Platz sechs der Landesliste wird der Geretsrieder Andreas Wagner einen Platz im neuen Bundestag erhalten und dort künftig die Interessen der Linken vertreten.

Geretsried – Redakteur Peter Borchers sprach mit dem 45-jährigen Heilerziehungspfleger über den Überraschungseffekt, seine mögliche Rolle in der Fraktion und das Opfer, das die Familie bringt.

Herr Wagner, Hand aufs Herz: Haben Sie damit gerechnet, dass Sie demnächst für die Linke im Bundestag sitzen?

Nun, mit meinem Listenplatz war ich durchaus nicht ohne Chance. Trotzdem war es eine Überraschung, insbesondere nach der ersten Prognose. Da habe ich gedacht, wir können einpacken. Aber dann habe ich mich über das super Ergebnis in Bayern gefreut – allerdings getrübt durch das Abschneiden der AfD. In dieser Hinsicht war der Sonntag kein guter Tag für die Demokratie.

Stichwort AfD: Die wird eine große Zahl an Parlamentariern auf der Ihnen entgegengesetzten Seite der Oppositionsbänke stellen. Wie wollen Sie der Rechtspartei in Ihrer Arbeit begegnen?

Ich werde mir zunächst einen Überblick verschaffen. Wie genau wir unsere Oppositionsarbeit anlegen, werden wir in der Fraktion besprechen. Sicher ist jedoch, dass die Linke auch weiterhin eine starke Stimme sein wird für soziale Gerechtigkeit, für die Einhaltung der Menschenrechte, für den Rechtsstaat und für Abrüstung. Und das steht den Inhalten der AfD entgegen, die für Aufrüstung und für die Rückkehr zur Wehrpflicht plädiert.

Haben Sie vor, sich innerhalb Ihrer Fraktion auf spezielle Themengebiete zu spezialisieren?

Als Neuling werde ich sicher nicht vorpreschen. Wie wir in der Fraktion die politischen Themen aufteilen, werden wir besprechen. Deshalb kann ich zu meiner künftigen Rolle nichts Konkretes sagen. Ich selbst komme ursprünglich aus der Friedensbewegung. Und ich bin freigestellter Betriebsrat. Insofern werde ich die Felder Friedens- und Arbeitspolitik bestimmt nicht aus den Augen verlieren. Auf jeden Fall warten spannende Aufgaben auf mich, die ich als große Herausforderung sehe.

Sie als verheirateter dreifacher Vater stehen mit Ihrem Mandat in Berlin vor einem neuen Lebensabschnitt. Wie wollen Sie Familie und politische Arbeit unter einen Hut bringen? Hatten Sie schon vor dem Sonntag einen Plan?

Im Detail durchdacht hatten wir es nicht. Es war klar, dass ich sicher nicht das Direktmandat erhalte, es aber möglich ist, dass ich es über die Landesliste schaffe. Darüber haben wir in der Familie gesprochen – mit dem Ergebnis, es zu probieren, sollte es so kommen. Für die Familie bedeutet meine Berufung nach Berlin fraglos eine Umstellung. Mein Lebensmittelpunkt wird aber Geretsried bleiben. Die Wähler erwarten schließlich, dass der Abgeordnete in seinem Wahlkreis vor Ort ist und weiß, was dort läuft.

Wie lief der Wahlsonntag in der Region Wolfratshausen? Das Minutenprotokoll zum Nachlesen finden Sie hier.

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