Mit den Füßen zuerst: (v. li.) Hallenbad-Betriebsleiterin Madeline Schön, Bürgermeister Michael Müller sowie Christoph Otawa und Rainer Goldstein vom städtischen Bauamt zum Start der Dichtheitsprobe.
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Mit den Füßen zuerst: (v. li.) Hallenbad-Betriebsleiterin Madeline Schön, Bürgermeister Michael Müller sowie Christoph Otawa und Rainer Goldstein vom städtischen Bauamt zum Start der Dichtheitsprobe.

Eröffnung im Sommer

Im neuen Hallenbad in Geretsried heißt es: Wasser marsch !

  • Susanne Weiss
    vonSusanne Weiss
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Im neuen Hallenbad fließt zum ersten Mal Wasser in die Becken. Das dient allerdings zunächst nur der Dichtheitsprobe. Gebadet werden kann erst im Sommer.

  • An der Adalbert-Stifter-Straße entsteht ein interkommunales Hallenbad
  • Derzeit wird getestet, ob die neu gebauten Becken dicht sind
  • Die Eröffnung ist für Sommer geplant

Geretsried – Der erste Spatenstich für das interkommunale Hallenbad in der größten Stadt des Landkreises wurde vor fast drei Jahren gesetzt. Damals freuten sich die Bürgermeister der beteiligten Kommunen und Landrat Josef Niedermaier darauf, im Februar 2020 erstmals baden gehen zu können. Die Arbeiten zogen sich allerdings länger hin, jüngst sorgte auch noch ein Brand im großen Edelstahlbecken für eine unfreiwillige Unterbrechung. Doch am Dienstag konnte ein „Wasser marsch“ über die Baustelle schallen.

Dort läuft gerade die sogenannte Dichtheitsprobe. Für den Moment, in dem im größten Becken des Hallenbads der Hahn aufgedreht wurde, veranstaltete die Stadt einen Pressetermin. Bürgermeister Michael Müller streckte die Füße erstmals ins Wasser. „Das ist noch nichts für Warmbader“, sagte der Rathauschef gut gelaunt.

Das Wasser soll in den Becken bleiben

Drei bis vier Tage dauert es nun, bis das 25 mal 12,5 Meter große Becken vollgelaufen ist. Währenddessen wird an den Außenseiten des Beckens im Keller nach feuchten Stellen Ausschau gehalten. „Ich gehe davon aus, dass ordentlich gearbeitet wurde, sonst müsste man das Wasser ablassen und nachschweißen“, erklärte Christoph Otawa vom städtischen Bauamt. Ziel ist aber, dass das Schwimmbecken nun dauerhaft gefüllt bleiben kann.

Im Lehrschwimm- und Sprungbecken mit einem Ein- und Drei-Meter-Turm steht bereits Wasser. „Da sieht alles gut aus“, so Otawa. Das vierte Becken besteht nicht aus Edelstahl, sondern aus Beton. Es wurde bereits auf seine Dichtheit getestet und kann nun gefliest werden. Dort wird auch eine Elefantenrutsche für Kleinkinder aufgestellt. Bis auf Sprudelliegen im Lehrschwimmbecken wird das aber erst einmal die einzige Freizeitanlage bleiben, auch wenn die Option besteht, noch eine Sauna und ein Außenbecken anzubauen.

Gebührenmodell wird erarbeitet

„Es ist ein interkommunales Schul- und Sportschwimmbad“, betonte Bürgermeister Michael Müller. Zu einem Drittel werde es öffentlichen Badebetrieb geben. Im Fokus steht aber der Schulsport des Landkreises und der umliegenden Gemeinden. Außerdem sollen alle Vereine Platz in dem rund 18 Millionen teuren Gebäude an der Adalbert-Stifter-Straße haben. Dazu gibt es vier Gruppenumkleiden und vier Schwimmeinheiten, die separat belegt werden können. „Die Kapazitäten sind ausreichend, müssen aber effektiv genutzt werden“, so der Rathauschef. Es solle möglichst keine Leerläufe geben, auch weil der Betrieb des Hallenbads teuer wird: „Eine Stunde kostet uns 360 Euro.“ Das Betriebskostendefizit werden sich Geretsried und die Nachbarkommunen teilen.

Damit wirklich nur Wasserflächen gebucht werden, die auch benötigt werden, arbeite der Stadtrat an einem Gebührenmodell. „Es soll der Steuerung dienen“, sagte Müller. Um die Geretsrieder Vereine nicht zu benachteiligen, „würden wir uns ein Zuschussmodell vorstellen“. Weiter führte er dieses Thema nicht aus. Auch der Eintrittspreis steht noch nicht fest. Betreiben werden das Hallenbad die Geretsrieder Stadtwerke, die Belegung koordiniert das Sportamt.

Auch wenn nun das wesentliche Element im Schwimmbad vorhanden ist, müssen sich Schüler, Vereinsschwimmer und Badegäste noch etwas gedulden, bis sie ins Wasser steigen können. Nach dem Brand Ende vergangenen Jahres wurden zwar schon Bauteile ausgetauscht. Es müssen aber noch Elektroleitungen überprüft werden. Darüber hinaus laufen derzeit Fliesenleger-, Fassaden- und Spenglerarbeiten sowie Arbeiten an den Außenanlagen. Fertigstellung soll Ende Mai, Anfang Juni sein. Müller: „Ich gehe davon aus, dass wir im Sommer eröffnen können, mindestens zum Schuljahresbeginn.“

sw

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