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Slapstick-Jazz auf der Bühne: Das Duo „Imbrothersation“ mit Gregor (li.) und Raphael Mayrhofer.

Eine kleine Revolution

Duo "Imbrothersation" überzeugt in Geretsried

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Geretsried – Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein können: der eine ein Künstler mit solider Frisur, der andere ein Beamter auf Widerruf mit Dreadlocks bis zum Po. Wenn der Musiker Gregor Mayrhofer in der Heimat verweilt, dann nutzt er die Gelegenheit für gemeinsame Auftritte mit seinem jüngeren Bruder Raphael im Duo „Imbrothersation“.

Dass die Musikerbrüder aus Waldram auch eine höchst komödiantische Seite haben, davon konnte sich das Publikum in der gut gefüllten Aula des Geretsrieder Gymnasiums am Freitagabend überzeugen.

Im neuen Programm „A Bavarian in New York“ präsentierten sie eine Art Slapstick-Jazz, der die Stummfilmzeiten von Buster Keaton und die Filmmusik von George Gershwin mit hochgeschätzter Klassik kombiniert – bayerisch-fröhlich-frech und keinesfalls mainstream-lastig.

Und so begann das Musikspektakel, als sich Gregor Mayrhofer an den Flügel setzte, vergeistigt die Hand an die Stirn legte und zu zweifeln begann: „Stunden, Tage – was sage ich – mehrere Jahre denkt man sich Spezielles und Komplexes aus, und was wolln‘s die Amerikaner? Lederhousn, Octoberfest und Mozart.“

Seit Herbst 2015 studiert der Muisker Komposition und Dirigat an der New Yorker Juilliard School bei Alan Gilbert, einem der besten Dirigenten der Welt (wir berichteten). Sein Bruder Raphael ist Musiklehrer im Referendariat am Theresien-Gymnasium in München. „Immer nur Septakkorde und Dominanten – furchtbar“, schimpfte er und schlug gegen den Frust seinen „Mayrhofer-Akkord“ an.

Und damit ging es postwendend hinein in einen abendfüllenden Vergleich zwischen amerikanischem Mainstream und bodenständiger bayerischer Lebensart, zwischen Kunst und Können und turbulenter Comedy. Gregor Mayrhofer, der Experimentelle, dämpfte Klaviertöne mit Radiergummis. Und Raphael Mayrhofer war der Geräuschemacher mit Beatboxing und Body-Percussion, am Schlagzeug und Vibrafon. Wie einst in Stummfilmzeiten mimte der ältere Bruder einen Hundebesitzer, der vom imaginären Zamperl über die Bühne gezerrt wird, während der jüngere Bruder zwischen Basstrommel und Vibrafon umher turnte, um aus den Vornamen der Publikumsgäste eine Spontankomposition zu zaubern, die sich nach exotischer Dschungelmusik anhörte.

Überhaupt waren die beiden Mayrhofers zu allerhand musikalischen Späßchen aufgelegt, spielten akrobatisch gemeinsam am Flügel, machten deutlich, warum „Klassik nichts fürs Schlauchbootfahren ist“ und erklärten dem Publikum, warum auf ihre ganz spezielle Musik die „Loisachtalerinnen auf der Walhalla tanzen“. Wenn ein Bayer nach New York geht und ein langhaariger Typ Beamter wird, und wenn diese Brüder dann gemeinsam auf der Bühne improvisieren, dann kann das eine kleine Revolution in der Musikgeschichte sein.

web

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