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Impfquote bei 64 Prozent - Grünen-Abgeordneter skeptisch zur Impfpflicht

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Karl Bär
Corona-Impfpflicht und Verkehr: Die Grünen hatten Gesprächsbedarf mit dem Bundestagsabgeordneten Karl Bär © Screenshot tal

Die Grünen aus Geretsried hatten Redebedarf: Karl Bär zweifelt, ob eine Corona-Impfpflicht nötig ist. Auch das Thema Verkehr wurde beleuchtet

Geretsried – Straßenbauprojekten stehen die Grünen grundsätzlich kritisch gegenüber. Im Fall des vierspurigen Ausbaus und der Verlegung der Bundesstraße 11 an den Schwaigwaller Hang sieht der Ortsverband Geretsried jedoch mehr Vor- als Nachteile.

Vergangene Woche informierten sich einige Mitglieder zusammen mit dem Grünen-Bundestagsabgeordneten Karl Bär aus Holzkirchen bei Bürgermeister Michael Müller (CSU) aus erster Hand. Das Treffen war nicht öffentlich, doch Marius Schlosser, Mitarbeiter von Karl Bär und Schriftführer im Grünen-Ortsverband (OV), sowie Stadträtin Beate Paulerberg berichteten in der virtuellen OV-Versammlung darüber. Die Geretsrieder Grünen unterstützten die geplante Verlegung, erklärte Schlosser.

Grüne für Bundesstraßen-Verlegung: B11 soll ausgebaut werden

Von der Blumenstraße bis zur neuen Abzweigung auf der Böhmwiese soll wie berichtet ein vierstreifiger Ausbau erfolgen. Von der Böhmwiese bis zur Tattenkofener Straße soll es zweispurig weitergehen. Das Projekt wurde bereits 2016 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen und soll vollständig vom Bund gebaut und finanziert werden. Der nächste Schritt wäre der Beginn eines Planfeststellungsverfahrens.

Geretsried will keine Bundesstraße im Zentrum „wie in Wolfratshausen“

„Das Ganze wird leider immer weiter nach hinten geschoben“, sagte Paulerberg in der Online-Versammlung. Dabei wäre die Verlegung für die Stadt äußerst wichtig: „Wir wollen nicht, dass irgendwann mal eine Bundesstraße mitten durch unser Zentrum geht wie in Wolfratshausen.“ Denn wenn die S7-Verlängerung kommt, soll der Karl-Lederer-Platz mit der Böhmwiese verbunden werden, auf der die Stadt dann Geschäfte und Wohnungen plant. Deshalb und vor allem, weil die Verlegung an die S-Bahn-Verlängerung gekoppelt ist, seien die Grünen dafür, so Marius Schlosser.

Impfquote bei 64 Prozent - Grünen-Abgeordneter skeptisch zur Impfpflicht

Bär wollte sich noch nicht zu dem Thema äußern. Mit ihm diskutierten die sieben Teilnehmer am Bildschirm über die von der Bundesregierung geplante allgemeine Corona-Impfpflicht. Ein entsprechender Antrag dazu werde nicht vom Gesundheitsminister kommen, sondern aus einer Fraktion oder Gruppe, berichtete der neu gewählte Grünen-Abgeordnete. Der ehemalige Ortsvorsitzende und Mediziner Dr. Michael Kling kritisierte das Vorgehen: „Wir Ärzte fragen uns, was das soll. Der Antrag ist für uns Regierungsaufgabe.“ Um die allgemeine Impfpflicht durchzusetzen, bräuchte Deutschland ein Impfregister. „Das ist umstritten“, berichtete Bär. Er rechne dennoch mit einer Mehrheit im Parlament für die Einführung einer Impfpflicht ab 18 Jahren.

Pflegedienste sorgen sich um Impfpflicht: „Können sehen, wo wir Fachkräfte herbekommen“

Kling wie auch die Ortssprecherin Melanie Grünewald, von Beruf Pflegedienstleiterin, würden die allgemeine Pflicht begrüßen. Es sei nicht einzusehen, dass das Impfen ab dem 16. März nur für Beschäftigte im Gesundheitswesen vorgeschrieben werden solle: „Wir können dann zusehen, wo wir unsere Fachkräfte herbekommen“. Bär äußerte Zweifel, ob die Impfpflicht noch notwendig sei, wenn die kommenden Wochen aufgrund der zahlreichen Ansteckungen mit der Omikron-Variante zu einer Durchseuchung führten. Ortssprecher Florian Hiessl sagte, dass der Landkreis mit rund 64 Prozent eine sehr niedrige Impfquote aufweise. Hiessl fürchtet nach einem ruhigen Sommer eine erneute Corona-Welle im Herbst und Winter. TANJA LÜHR

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