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Alles einsteigen: Mit dem Bus von Bad Tölz nach Geretsried und Wolfratshausen pendeln, ist oft einfacher gesagt als getan. 

Nach Antrag im Kreisausschuss

„Infrastruktur muss attraktiver werden“

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Der Jugendrat und die Grüne Jugend arbeiten weiter am Thema Busverbindungen. Damit der Antrag im Kreis berücksichtigt wird, sollen die Wünsche konkretisiert werden.

Geretsried – Mal schnell Freunde besuchen, einfach von der Schule nach Hause fahren oder zum Ferienjob pendeln – all das ist für Jugendliche nicht leicht, wenn der Weg mit dem Fahrrad zu weit ist und einen die Eltern nicht immer fahren können. Der Geretsrieder Jugendrat und die Grüne Jugend haben sich dieses Problems angenommen (wir berichteten).

Der Erfolg war bisher allerdings mäßig. Zwar schaffte es der Antrag der Grünen Jugend im Mai in den Infrastrukturausschuss des Kreistags. Der schickte die Forderung nach mehr Bussen zwischen Bad Tölz, Wolfratshausen und Geretsried aber wieder zurück. Mit der Bitte, die Wünsche zu konkretisieren. „Wir brauchen erstmal Butter bei die Fische“, sagte Landrat Josef Niedermaier und meinte damit: Die Initiatoren müssen darlegen, wann Busse auf welcher Linie gebraucht werden und wie wichtig die Anbindung zur S-Bahn ist.

Jugendliche wollen dranbleiben

Die politisch engagierten Jugendlichen wollen dranbleiben. „Wir behandeln das Thema in den nächsten Sitzungen“, sagt Felix Leipold, Sprecher des Jugendrats. Auch die Grüne Jugend verspricht, den Plan zu konkretisieren und klare Forderungen an die Kreisebene zu stellen, erklärt Jakob Koch, Sprecher der Grünen Jugend.

Richtig einverstanden sind sie mit der Reaktion des Kreis-Infrastrukturausschusses aber nicht. „Aus unserer Sicht haben sie unseren Antrag zu Recht, aber zu leicht abgeschlagen“, meint Koch. Der Antrag habe klar gefordert, dass der Takt verdichtet werden soll. Leipold kann die Aussage von ÖPNV-Experte Johann Kunz nicht nachvollziehen, dass die Busse an den Schulen wenig genutzt würden. „Dieses Schuljahr braucht man da nichts mehr machen, da die Abiturienten weg sind“, sagt er. Der Geretsrieder Jugendrat kämpft schon seit längerem für eine Verbesserung der Busverbindung zwischen den Städten. Vor allem Schüler, die nach Bad Tölz pendeln, müssten häufig nachmittags unnötig lange warten, kritisiert der Jugendrat. Die Grüne Jugend im Landkreis hatte einen entsprechenden Antrag auf Kreisebene eingebracht. Deswegen wollen beide zusammen an einem konkreten Anforderungskatalog feilen. „Wenn unsere Interessen übereinstimmen, werden wir gemeinsam einen neuen Antrag stellen“, kündigt Koch an.

Taktverbindung und Anbindung an S-Bahn

Der Sohn des Dritten Landrats Klaus Koch möchte bei der Taktverdichtung eine gute Anbindung an die S-Bahn in Wolfratshausen erreichen – also alle 20 Minuten, zumindest aber alle 40 Minuten. „Damit man aus Geretsried mit der S-Bahn fahren kann, solange sie noch nicht verlängert ist.“ Dahinter steckt ein großes Ziel der Grünen Jugend: „Der Landkreis muss, was Infrastruktur angeht, attraktiver werden“, findet der Sprecher.

Dazu sei auch ein einheitliches Ticket nötig, mit dem sich Schüler zu einem fairen Preis durch den Landkreis bewegen können. Durch die verschiedenen Beförderungsunternehmen ist das bisher nicht möglich. Unter diesen Voraussetzungen könnten Bürger auf ein Auto verzichten. „Bei uns ist es nicht attraktiv, kein Auto zu haben“, kritisiert Koch. Zu viel Zeit soll nicht mehr verstreichen, bis dem Infrastrukturausschuss eine detaillierte Forderung vorliegt. „Jetzt ist das Thema präsent, es soll kein Jahr abklingen“, sagt Koch, der in den vergangenen Wochen mit dem Abitur beschäftigt war. Danach muss auch Leipold das weitere Vorgehen abhängig machen. „Am liebsten will ich das Thema bis April 2018 vom Tisch haben, weil ich dann selbst Abi mache und meine Legislaturperiode endet“, sagt Leipold.

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