+
Der Landkreis und acht Kommunen haben gemeinsam den Bau eines Gemeinschaftsbades in Geretsried geplant. Doch vor dem ersten Spatenstich muss geregelt werden, wie das erwartete jährliche Defizit aufgeteilt wird. 

Interkommunales Hallenbad

Bürgermeister bleiben optimistisch

Bad Tölz-Wolfrathausen - Wegen der Betriebskosten müssen sich die Gemeinden im Nordlandkreis erneut mit dem interkommunalen Hallenbad beschäftigen. Die Bürgermeister betonen nach wie vor die großen Vorteile des Projekts.

Eine Zeitlang war das Thema interkommunales Hallenbad von der Tagesordnung verschwunden. Jetzt taucht es wieder auf. In einer Pressekonferenz am Freitag erläuterten Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller und Landrat Josef Niedermaier, warum sich Wolfratshausen, Egling, Eurasburg, Dietramszell, Münsing, Königsdorf und Icking noch mit dem geplanten Gemeinschaftsbad befassen müssen. Es geht darum, das Defizit für Geretsried auf ein erträgliches Maß zu senken. Auf gut Deutsch: Geretsried schießt 500 000 Euro jährlich zu, weitere 500 000 Euro müssen sich die anderen Kommunen teilen.

Das Hallenbad ist ein Muss für alle Schulen

Der Sprecher der Landkreisbürgermeister, Michael Grasl aus Münsing, ist nach wie vor ein Verfechter: „Ich glaube fest an das gemeinsame Hallenbad.“ Es sei eine Riesenchance, die nicht vertan werden dürfe. „Es gibt keine günstigere Lösung für alle beteiligten Kommunen. Es ist ein Standortvorteil und ein Muss für alle Schulen, besonders in den Städten, es mangelt sonst an guter Schwimmausbildung für die Kinder.“ Auch habe sich nichts daran geändert, dass die Rettungskräfte das Bad brauchen. „Das sind Bürger aus allen Kommunen, die wir nicht brüskieren dürfen.“ Die Betriebskosten könnten niemanden überraschen. „Sie fallen nun mal an, können aber von Anfang an in einer neuen und energetisch sinnvollen Anlage in Grenzen gehalten werden.“ Geretsried sei mit dem Grundstück und der Landkreis mit der fest zugesagten Übernahme der Schuleinheiten in Vorleistung getreten. „Die Kommunen sollten dies sehen“, ergänzt Grasl. In Kombination mit einer privat betriebenen Sauna neben dem Bad könnte eine tolle Gesamtlösung entstehen.“ Und: „Es genügt nicht, an Stammtischen über die jeweils anderen Kommunen zu reden. Es muss jetzt entschieden und gehandelt werden.“

Gemeinsam wird es am billigsten

Auch Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser steht dem Gemeinschaftsprojekt nach wie vor positiv gegenüber. „Es ist langfristig das Billigste, wenn man es miteinander schafft“, sagt er. Es handle sich um einen weitreichenden Entschluss, da solle man nichts über das Knie brechen. Mit jeder Entscheidung leben kann man in Königsdorf. Die Schulkinder der Gemeinde gehen seit jeher ins Geretsrieder Bad, das wäre auch bei einer kleinen Lösung gewährleistet. „Ich stehe der ganzen Sache leidenschaftslos gegenüber“, sagt Bürgermeister Anton Demmel. Man solle nicht so tun, als ob man im Fall einer Ablehnung „Zustände wie in einer Bananenrepublik“ bekäme. Immerhin werde dann ein Schwimmbad gebaut – wenn auch ein kleines. Auch Ickings Rathauschefin Margit Menrad ist gelassen. Sie hatte sich schon vor einiger Zeit verwundert darüber gezeigt, warum so wenig über Betriebskosten geredet werde. Das werde jetzt nachgeholt. „Kein Vorwurf an Michael Müller“, sagt sie. „Er hat das Thema geerbt.“

Die Städte tragen die Hauptlast

Klaus Heilinglechner stellt sich die Frage: „Können wir beides machen?“: Das Lehrschwimmbecken in Weidach sanieren und sich am interkommunalen Bad beteiligen? Eine Prognose gibt der Rathauschef dazu nicht ab. Zwei kleine Bäder in Geretsried und Ascholding wären energetisch und betriebswirtschaftlich aber wohl nicht sinnvoll. Zum interkommunalen Bad sagt er: „Es muss allen klar sein, dass jeder, der die 4,50 Euro Eintritt zahlt, von der Stadt bezuschusst wird.“ Nicht der schulische, sondern der öffentliche Betrieb verursache das Defizit. Entscheiden werde der Stadtrat im April oder Mai. Vorher wird sich der Kooperationsausschuss der Städte treffen, das habe er mit Müller vereinbart. „Wolfratshausen und Geretsried trifft die Hauptlast“, so Heilinglechner. „Da sollte man sich noch einmal zusammensetzen.“ Volker Ufertinger/Frederik Lang

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ein ganzes Dorf feiert: 60 Jahre Schützenverein Enzian Achmühle
Mit einem Gottesdienst, einer eigenen Standarte und einem Festzug feierte der Schützenverein Enzian Achmühle am Sonntag sein 60-jähriges Bestehen.
Ein ganzes Dorf feiert: 60 Jahre Schützenverein Enzian Achmühle
Diese Aktionen hält der Münsinger Ferienpass bereit
Auch in diesem Jahr gibt es in Münsing wieder ein interessantes Ferienpassangebot für Kinder, Jugendliche und Familien. Alle Termine sind hier in der Übersicht …
Diese Aktionen hält der Münsinger Ferienpass bereit
Wohlerzogenen Mädels die Turnschuhe gestohlen
Wie gemein: Da beweisen drei junge Damen, dass sie gut erzogen sind - und müssen anschließend barfuß nach Hause gehen.
Wohlerzogenen Mädels die Turnschuhe gestohlen
Versuchte Vergewaltigung in Münsing: Das weiß die Polizei bisher
Wer hat am Rande der Johannifeier in Münsing Ende Juni versucht, eine 26-Jährige zu vergewaltigen? Diese Frage beschäftigt die Ermittler der Kripo Weilheim noch immer. 
Versuchte Vergewaltigung in Münsing: Das weiß die Polizei bisher

Kommentare