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Schöne neue Badewelt: Auf einem Poster hat die Stadt Geretsried zusammengestellt, wie das interkommunale Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße aussehen wird.

„Ich hab’ schon etwas Bauchschmerzen“

Interkommunales Hallenbad: Deswegen freuen sich nicht alle Vereine darauf

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Das interkommunale Hallenbad kommt. Nach der langwierigen Planungsphase eigentlich ein Grund zur Freude. Bei einigen löst die Nachricht allerdings ein Wechselbad der Gefühle aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Unter den Bürgermeistern der am interkommunalen Hallenbad beteiligten Kommunen war die Stimmung beim Spatenstich gelöst. Sie spielten mit den Fotorequisiten und warfen einen Wasserball durch die Luft. Dass nach den jahrelangen Diskussionen und dem langwierigen Entscheidungsprozess nun tatsächlich gebaut wird, ruft bei denjenigen, die zu Trainingszwecken auf das Bad angewiesen sind, allerdings gemischte Gefühle hervor.

Der Knackpunkt ist die Größe. „Ich hab’ schon etwas Bauchschmerzen, wenn ich daran denke, dass wesentlich mehr Nutzer auf das interkommunale Hallenbad kommen“, sagt Maiko Alpers, Vorsitzender des Geretsrieder Ortsverbands der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Nutzungsfläche werde nicht ausreichend sein, auch weil jeder auf die Belegungszeiten am frühen Abend angewiesen sei. „Wir machen das alle ehrenamtlich nach der Arbeit, und die Kinder können auch nicht so spät trainieren.“

Verhaltene Freude bei der DLRG

Aktuell schwimmt die DLRG montags mit bis zu 100 Kindern und donnerstags mit bis zu 80 Kindern im Geretsrieder Hallenbad. Zweimal die Woche bietet der Verein Anfängerkurse für die Volkshochschule an. „Durch die Jugendarbeit generieren wir Wasserretter“, sagt Alpers. Er habe Sorge, dass jemand auf der Strecke bleibt. „Das wird mit dem Belegungsmanagement abgetan, aber das haben wir leider noch nicht gesehen.“

Ähnlich sieht das Alpers Kollege bei der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen, Bernhard Link. Er ist aktuell in der schwierigen Lage, dass die Trainingsstunden der aktiven Mitglieder immer wieder ausfallen oder der Verein bei anderen Bädern um Obhut bitten muss. „Immer wenn Ascholding zu hat, sitzen wir auf dem Trockenen“, sagt Link. „Ich hoffe, dass das interkommunale Hallenbad die Lösung bringt, aber meine Freude ist verhalten.“

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Deswegen appellierte der Vorsitzende jüngst bei der Jahresversammlung des Ortsverbands an die Gemeinde Dietramszell, dass Ascholdinger Hallenbad doch noch zu erneuern. Außerdem: „Ein größeres Bad, in dem man auch Wettkämpfe veranstalten kann, hätte dem Geretsrieder Schulzentrum gut zu Gesicht gestanden.“

Bis das neue Bad im Jahr 2020 eröffnet wird, muss auch Ingo Roeske von der Wasserwacht Wolfratshausen die Zeit überbrücken. Aktuell trainiert die Jugend alle 14 Tage in Geretsried, die Einsatzkräfte in Ascholding. Roeske setzt große Hoffnungen in das interkommunale Hallenbad. „Ich hoffe, dass wir dann ein regelmäßiges und effektives Schwimmtraining sicherstellen können“, sagt der technische Leiter. Das komme zwar auf die Belegungszeiten an, aber „es wurden Dinge umgesetzt, die uns helfen“.

„Es ist sinnvoll, gemeinsam ein größeres und attraktiveres Bad zu haben“

Für Roeske ist der Spatenstich ein Grund zum Feiern, deswegen hat er der Bürgerinitiative, die sich für den Bau des Bads in Geretsried stark gemacht hat, angeboten, das Abschlussessen am Freitagabend bei der Wasserwacht zu veranstalten. „Es freut mich, dass es endlich weitergeht.“ Bei dem Abschlussessen „werden wir die Korken knallen lassen“, kündigt Fried-Thorsten Jantzen an. Er hat an der Seite von Stephanie Hanna-Necker und Ingrid Schnaller sowie rund 15 Unterstützern schätzungsweise 400 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt. „Wenn eine Gemeinschaft für ein Ziel kämpft und das erreicht, ist es einfach schön“, freut er sich. Er sieht das interkommunale Hallenbad als Leuchtturmprojekt. „Es ist sinnvoll, gemeinsam ein größeres und attraktiveres Bad zu haben“, findet Jantzen.

Ähnlich groß ist die Freude bei Andreas Eiletz, Vorsitzender des Wasserball- und Schwimmvereins 72 Geretsried. „Hurra! Das Warten hat ein Ende“, sagt er über den Spatenstich. Der WSV ist derzeit dreimal die Woche im Geretsrieder Hallenbad vertreten. Über die Aufteilung der Schwimmstunden im Neubau an der Adalbert-Stifter-Straße macht er sich keine Sorgen. „Zu klein sind solche Sachen immer“, sagt Eiletz. Man müsse sich vernünftig zusammensetzen und eine intelligente Lösung finden. „Das interkommunale Hallenbad soll allen dienen.“

sw

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