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Mit oder ohne Sprungturm? Auch über Einsparmöglichkeiten beim Neubau des Hallenbads wird hinter den Kulissen diskutiert.

Bis Mitte des Jahres „hopp oder top“

Zahlt Wolfratshausen? Räte diskutieren über Hallenbad

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Geretsried – Das geplante interkommunale Hallenbad war das zentrale Thema einer Sitzung des Koordinierungsausschusses der Städte Geretsried und Wolfratshausen. Wir haben nachgefragt.

Das Gremium kann keine Beschlüsse fassen, sondern dient vorrangig zum Gedankenaustausch. Laut Gastgeber Michael Müller, Bürgermeister von Geretsried, nahmen an dem Treffen neben seinem Wolfratshauser Amtskollegen Klaus Heilinglechner Kommunalpolitiker aller in den jeweiligen Stadträten vertretenen Fraktionen teil.

Dreh und Angelpunkt: Die Betriebskosten

Dreh- und Angelpunkt der aktuellen politischen Diskussion ist das zu erwartenden Betriebskostendefizit des am Geretsrieder Schulzentrum an der Adalbert-Stifter-Straße geplanten Hallenbads. Wie berichtet muss mit jährlich einer Million Euro gerechnet werden. Die Hauptlast, etwa 500 000 Euro, würde Geretsried schultern. Den Rest müssten sich die am Projekt beteiligten Kommunen (Wolfratshausen, Icking, Münsing, Egling, Eurasburg, Königsdorf und Dietramszell) teilen. Wolfratshausens Rathauschef Heilinglechner rechnet mit 105 000 bis 210 000 Euro per annum. Die Flößerstadt ist in diesem Kontext das Zünglein an der Waage: Lehnt der Stadtrat die Beteiligung an dem Kostendefizit ab, wäre das Vorhaben für die übrigen Gemeinden allein finanziell kaum darstellbar. Wolfratshausens CSU-Stadtrat Dr. Manfred Fleischer nimmt das in Kauf. Er berief sich in der jüngsten Stadtratssitzung auf den bestehenden Beschluss (wir berichteten). Demnach ist die Loisachstadt beim Bau des zwischen 13 und 15 Millionen Euro teuren Bades mit im Boot – hat mit den Betriebskosten jedoch nichts am Hut. Er sehe keine Veranlassung für neue Verhandlungen, konstatierte Fleischer.

„Es gab durchaus kritische Stimmen aus Wolfratshausen“, berichtet Bürgermeister Müller aus der nicht-öffentlichen Ausschusssitzung am Montagabend. Er könne nachvollziehen, dass angesichts der Betriebskostenschätzung „nicht jeder begeistert ist“, räumt er ein. Doch die Wolfratshauser Räte hätten sich in der Zusammenkunft gesprächsbereit gezeigt. Die Stadt Geretsried werde nun – in Abstimmung mit dem Landkreis – ein Argumentationspapier erstellen, das auch eine Betriebskostenoptimierung enthalten soll. Nach dessen Prüfung bittet er die Nachbarn, eine Entscheidung zu treffen. Bis Mitte des Jahres, so Müller, müsse feststehen: „Hopp oder top?“

Geretsrieder Bürgermeister will Emotionen ausblenden

Müller bittet die Kommunalpolitiker, alle Emotionen auszublenden und eine „rein rationale Entscheidung“ zu fällen. Volkswirtschaftlich macht aus Sicht des Rathauschefs nur ein gemeinsames Hallenbad Sinn. Die Alternative würde heißen: „Insellösungen“ in Geretsried, Weidach und Ascholding. „Das wird nicht billiger.“ Er betont, dass er den Beteiligten eine „sehr, sehr seriöse“ Betriebskostenkalkulation vorlegen werde. „Die Kommunen brauchen natürlich eine Sicherheit“, sagt der Bürgermeister. Aber: „Wie hoch die Betriebkosten definitiv sein werden, weiß man natürlich erst, wenn es in Betrieb ist.“ Er persönlich glaube weiterhin an die Realisierung des interkommunalen Hallenbads. Müller: „Ich bin sehr optimistisch.“

Heilinglechner: Wolfratshausen ist gesprächsbereit

„Wir sind gesprächsbereit“, bestätigt Heilinglechner. Er gibt aber zu bedenken, dass eine Defizitdeckung in den kommenden 20 bis 25 Jahren unterm Strich „eine stolze Summe“ für die Flößerstadt darstellen würde. Sobald ihm das Argumentationspapier aus Geretsried vorliegt, „werde ich es in den Stadtrat einbringen“. Dass die Nachbarn bis Mitte des Jahres eine Entscheidung wollen, „kann ich nachvollziehen“ – und der Wunsch sei auch erfüllbar. Allerdings würde es Heilinglechner gerne sehen, wenn Landrat Josef Niedermaier den Wolfratshauser Stadträten zuvor in einer Sitzung noch einmal Rede und Antwort zum interkommunalen Hallenbad steht.

cce

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