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Glück auf: Die Baustelle für das interkommunale Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße in Geretsried ist eingerichtet.

Neben dem Schulzentrum

Interkommunales Hallenbad in Geretsried: Der Grundstein ist gelegt

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Es ist vollbracht: Der Grundstein für das seit Jahren diskutierte interkommunale Hallenbad in Geretsried ist gelegt. 

Geretsried – Die Baustelle neben dem Schulzentrum war gut gefüllt am Mittwochnachmittag. Zahlreiche Vertreter aus den am Projekt beteiligten Kommunen waren gekommen, um bei der Grundsteinlegung dabei zu sein. Neben der Stadt Geretsried sind das die Gemeinden Dietramszell, Egling, Eurasburg, Icking, Königsdorf, Münsing, Wolfratshausen sowie der Landkreis, die das Bad finanzieren. „Unser neues Hallenbad ist ein Vorzeigeprojekt mit Vorbildcharakter für interkommunale Zusammenarbeit“, sagte der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller. Sein Rednerpult stand dort, wo in ein paar Monaten Besucher mit ihrer Badetasche über der Schulter den Eingang des Schwimmbads passieren werden.

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Gottes Segen spendete Clemens Thiel, Diakon der katholischen Stadtkirche.

In der heutigen Zeit reiche ein rein funktionales Bad nicht mehr, sagte Müller mit Blick auf das alte Geretsrieder Hallenbad, das inzwischen über 40 Jahre alt und marode ist. Man wolle den Bürgern eine neue, attraktive Freizeit- und Sportstätte bieten. Und: „Schwimmen darf im Schulunterricht nicht fehlen“, sagte Müller. „Das war das Hauptmotiv, warum wir das Bad bauen.“ Nach acht Jahren Diskussionen, Entscheidungen und Planungen sei es jetzt endlich so weit. Man schwimme jetzt „gemeinsam die entscheidenden Züge“, sagte der Rathauschef. Er dankte vor allem Landrat Josef Niedermaier und dem Stimmkreisabgeordneten Martin Bachhuber für ihren Einsatz: Der Landkreis schießt 825 000 Euro zu, der Freistaat fördert die Maßnahme mit 4,2 Millionen Euro.

Von dieser Summe sind laut Bachhuber bereits 500 000 Euro geflossen. Er wünschte der Stadt, dass die Kalkulationen einigermaßen eingehalten werden und der Baustelle einen unfallfreien Verlauf. Wie in der Stadtratssitzung am Dienstag bekannt wurde, liegt die aktuelle Kostenschätzung bei gut 16 Millionen Euro. Ursprünglich war man von 15 Millionen Euro ausgegangen. Die Stadt komme wohl mit einem blauen Auge davon, so Müller. Die Mehrkosten wird die Stadt tragen.

Rein damit: Wolfratshausen Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller (2. v. re.) beim Befüllen der Zeitkapsel.

Landrat Niedermaier dankte allen, die so lange an das Projekt geglaubt haben. Kritische Stimmen würden behaupten, dass die Wasserfläche schon jetzt nicht ausreiche. „Dass man so ein Bad dann gar nicht bauen sollte, kann ich nicht verstehen“, meinte der Landrat. Es sei ein Trauerspiel, dass in Deutschland ein Großteil der Kinder nicht schwimmen könne. Er freue sich auf die Eröffnung des Bades – und auf das Wettschwimmen mit dem Dritten Geretsrieder Bürgermeister, Gerhard Meinl.

Geplant hat das Schwimmbad das Architekturbüro Bauconcept aus der Nähe von Dresden. „Wir sind stolz und dankbar, dass wir seit fünfeinhalb Jahren hier in Geretsried tätig sind“, sagte Architekt Bert Hoffmann. Er schätzt, dass im Januar oder Februar die Erdgeschossdecke eingezogen wird. „Dann wird man richtig viel sehen können“, kündigte Hoffmann an. Ein dreimonatiger Probebetrieb ist ab November 2019 vorgesehen. Die Eröffnung inklusive Parkdeck ist für das Frühjahr 2020 geplant.

Für die Ewigkeit

Münzen, Dokumente, und die Tageszeitung: Damit befüllte Bürgermeister Michael Müller die Zeitkapsel, die von Schlosser Florian Pflaum versenkt wurde. Der Geretsrieder Rathauschef bekam Unterstützung von Landrat Josef Niedermaier und den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen. Jeder durfte die im Gemeinderat beziehungsweise im Kreistag gefassten Beschlüsse in Kopie in die Zeitkapsel packen. Auch Alt-Bürgermeisterin Cornelia Irmer legte ein Dokument in die Rolle – in ihrer Amtszeit war die Entscheidung zum Bau des interkommunalen Hallenbads getroffen worden. In Stellvertretung für die Vereine, die das Bad nutzen werden, packte Franz Blecha von den Reha-Sport-Freunden ein Dokument hinein. Nicht fehlen durfte ein Papierherz der Bürgerinitiative, die Unterschriften für den Bau des Bads gesammelt hatte.

nej

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