Blick auf die Baustelle für das neue Hallenbad in Geretsried
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Wasser ins Becken fließt erstmals im November zur Dichtheitsprobe. Aktuell wird im neuen Hallenbad an der Adalbert-Stifter-Straße noch gebaut.

Kritik an angedachtem Kostenmodell

Gegen Gebühren im neuen Hallenbad: „Allianz Wassersport Geretsried“ startet Petition

  • Susanne Weiss
    VonSusanne Weiss
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Die Geretsrieder Wassersportvereine haben eine Petition gestartet, mit der sie sich gegen Nutzungsgebühren für das neue Hallenbad wehren. Unterschreiben können nicht nur Geretsrieder.

  • Geretsrieder Vereine sollen für die Nutzung des neuen Hallenbads Gebühren zahlen
  • Wassersportler kritisieren angedachtes Kostenmodell
  • Petition soll öffentlichen Druck erhöhen

Geretsried – Die Wassersportvereine der größten Stadt im Landkreis erhöhen den Druck in der Diskussion um die Nutzungsgebühren für Vereine im neuen interkommunalen Hallenbad. In einer Online-Petition fordern sie: „Rettet den Wassersport in Geretsried – keine Nutzungsgebühren für Vereine im neuen Hallenbad.“ Die Unterschriftensammlung startete am Dienstag. Innerhalb der ersten beiden Stunden meldeten sich bereits 80 Unterstützer.

Wie berichtet diskutierte der Stadtratsausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport (Jusskus) vor der Sommerpause über ein Gebührenmodell für das neue Bad, das nächstes Jahr eröffnen soll. Es wird von den Stadtwerken betrieben, die aus betriebswirtschaftlichen Gründen nach Vollkostenrechnung Gebühren von allen Nutzern erheben müssen.

„Allianz Wassersport Geretsried“ protestiert gegen Nutzungsgebühren

Bislang sind alle Geretsrieder Vereine von Hallennutzungsgebühren befreit. Für die Geretsrieder Wassersportvereine im neuen Hallenbad empfiehlt eine Betreiberstudie der Stadt, künftig nur noch 70 Prozent der Nutzungsgebühren zu übernehmen, um ein Steuerungselement zur optimalen Auslastung zu haben. Nachdem dieser Vorschlag in der Sitzung öffentlich geworden war, schlug Bürgermeister Michael Müller zusätzlich ein Punktesystem vor, um die Vereine möglichst von den restlichen 30 Prozent zu entlasten.

Die vier Geretsrieder Wassersportvereine, der Ortsverband der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), der Wassersportverein (WSV) 72 und der Reha-Sport-Freunde sowie der Tauchclub Oberland (TCO) protestieren gegen das angedachte Kostenmodell. Nach einem internen Krisengipfel Anfang August haben sie nun als „Allianz Wassersport Geretsried“ die Petition gestartet. Verfasst hat sie in deren Namen Uwe Röhler, Zweiter Vorsitzender des WSV 72.

Petition soll dem Bürgermeister übergeben werden

„Da es aus dem Geretsrieder Rathaus nach wie vor keine verbindlichen Aussagen zu unserem Anliegen gibt, haben wir uns dazu entschlossen, eine Unterschriftensammlung in Form einer Online-Petition zu starten“, erklärt er. Er habe in einer Bürgersprechstunde das persönliche Gespräch mit dem Rathauschef gesucht. „Es war an Unverbindlichkeit und Ergebnislosigkeit nicht zu überbieten“, ärgert sich Röhler.

Mit der Petition wollen die Wassersportler öffentlich Druck ausüben. Sie läuft über die Plattform „Open Petition“, einem „seriösen Portal“, betont Röhler, und richtet sich an Bürgermeister Michael Müller und den Stadtrat. „Open Petition“ gibt als Ziel 500 Unterschriften vor, Röhler und seine Mitstreiter hoffen aber, eine deutlich längere Liste von Unterstützern im Rathaus übergeben zu können. Unterzeichnen können die Petition auch Nicht-Geretsrieder.

Vereine können sich Gebühren nicht leisten

In der Erklärung der Petition legt die „Allianz Wassersport Geretsried“ ausführlich ihren Standpunkt dar. Besonders ärgert sie sich, „dass sich die Verlautbarungen des Bürgermeisters mehrfach geändert haben“, sagt Röhler. Auch fühlen sie sich im Entscheidungsprozess um die Nutzungsgebühren nicht mitgenommen. Und schlicht und einfach können sich die Vereine zusätzliche Kosten nicht leisten.

In der Petition heißt es dazu: „Jedweder Vorschlag zu Gebührenerhebung wird den Wassersport, die Wasserrettung und das Schwimmen-Lernen in Geretsried und Umland mittelfristig zum Erliegen bringen und gehört daher abgelehnt.“

sw

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