Sprung ins kalte Wasser: Das interkommunale Hallenbad soll im September eröffnen.
+
Sprung ins kalte Wasser: Das interkommunale Hallenbad soll im September eröffnen.

Runder Tisch

Interkommunales Hallenbad: Wogen zwischen Vereinen und Stadt glätten sich

Wer darf wann ins Hallenbad? Und was kostete es? Die Wassersportvereine haben lange auf Antworten gewartet, nun bat die Stadt deren Vertreter zum Gespräch.

Geretsried – Den sehnsüchtig erwarteten Belegungsplan haben die Wasserretter zwar noch nicht bekommen, aber sie sind ihm einen Schritt näher gekommen. Am Mittwoch fand der von Bürgermeister Michael Müller versprochene Runde Tisch im interkommunalen Hallenbad statt, das demnächst eröffnen soll.

Pressesprecher Thomas Loibl spricht auf Nachfrage unserer Zeitung von einer „konstruktiven Runde“, einem Austausch auf Arbeitsebene. Neben dem Rathauschef seien Vertreter des Sportamts und der Vereine vor Ort gewesen. Es gab einen Rundgang sowie die Erklärung der Technik und des Prozederes, das bereits im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt worden war. Auch die Förderrichtlinie für Geretsrieder Vereine, die am kommenden Dienstag im Stadtrat beschlossen werden soll, sei vorgestellt worden, so Loibl.

Wie berichtet hatte es im Vorfeld reichlich Unmut gegeben. Die Geretsrieder Wassersportler, die im alten Hallenbad von Nutzungsgebühren befreit gewesen waren, sorgten sich um die Kosten, die auf sie zukommen. Deswegen überreichten sie dem Bürgermeister vergangenes Jahr die Petition „Rettet den Wassersport in Geretsried“ mit 2664 Unterschriften. Heuer schlossen sich die Wasserrettungsorganisationen aus Wolfratshausen und Geretsried zusammen, um an die Stadt zu appellieren, endlich eine Planungsgrundlage zu bekommen.

Wassersportler und -retter haben Lob und Kritik

Dass nun einmal alle Beteiligten an einem Tisch saßen, fand Robert Klingel von der DLRG Schäftlarn-Wolfratshausen „sehr notwendig und aufschlussreich“. Sein Kollege Ingo Roeske von der Wasserwacht ist froh, „endlich Antworten auf Dinge bekommen zu haben, die wir schon länger anfragen“. Die Verantwortlichen hätten sich viel Zeit genommen, über drei Stunden, lobt Andreas Eiletz, Vorsitzender des Wasserball- und Schwimmvereins (WSV). Er nennt den Runden Tisch auch eine „sehr gute Angelegenheit, weil es ein Zeichen ist, dass wir uns der Eröffnung des Hallenbads nähern“.

Allerdings hätten die Beteiligten aus der Zeitung erfahren, dass es einen Runden Tisch geben soll, kritisiert Maiko Alpers die Informationspolitik der Stadt. Die Einladung sei dann erst sechs Tage vor dem Termin gekommen. Der Vorsitzende der DLRG Geretsried leistet derzeit Wachdienst an der Ostsee, deswegen vertrat Niklas Meckesheimer die Organisation im Hallenbad. Die Informationen, die er dort bekommen habe, werde man nun „intern diskutieren“, kündigt Alpers an.

Die Stadt hat nun die Bedarfe der Vereine und Verbände abgefragt. Die DLRG Geretsried möchte beispielsweise gerne zeitgleich mit den Rehasportfreunden trainieren. „Den Wunsch haben wir geäußert, ob das so passiert, wissen wir nicht“, sagt der Vorsitzende. Er fürchtet, die Trainings und Schwimmkurse kurzfristig in den Sommerferien organisieren zu müssen. Auch Roeske hätte den Belegungsplan gerne schon längst gehabt. Das Verfahren „hätte man schon viel früher anstoßen können“, kritisiert er. Klingel ist froh, dass der Prozess „endlich in Gang gesetzt wurde“.

„Wir werden sicher nicht alle Wünsche erfüllt bekommen“

Zumal der Belegungsplan kein einfaches Werk werde, vermutet Eiletz. „Wir werden sicher nicht alle Wünsche erfüllt bekommen“, so der WSV-Vorsitzende. Deswegen, das hat er vom Runden Tisch mitgenommen, komme es nun auf konstruktive Zusammenarbeit an. „Wir sind alle gefragt, das Beste daraus zu machen.“

Neben den Hallenzeiten sind die Kosten ein großes Thema. Folgt der Stadtrat am Dienstag der Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses, können Geretsrieder Vereine unter gewissen Voraussetzungen einen Förderantrag stellen. Ob das Prozedere sinnvoll ist, könne er noch nicht beurteilen, sagt Alpers. Auch Eiletz kennt die Richtlinie noch nicht im Detail. Der Verein müsse die neuen Spielregeln verinnerlichen. „Man kann sie nicht mit der Vergangenheit vergleichen.“ Grundsätzlich sei die Förderung aber „ein positives Zeichen der Stadt“.

Vereine von außerhalb wissen nun ebenfalls grob, was auf sie zukommt: 36 Euro pro Bahn in der Stunde. Dazu komme noch das Umziehen vorher und nachher, betont Roeske. „Es wird nach totaler Nutzung abgerechnet“, erklärt der Wasserwachts-Vorsitzende. Positiv sei der Zahlungsmodus, den die Stadtwerke, die das Hallenbad betreiben werden, den Vereinen einräumt. Allerdings sieht Roeske, auch aufgrund von Mitgliederzuwachs, eine Verdreifachung der Kosten auf die Wasserwacht zukommen. „Das stemmen wir nicht so nebenbei.“ Als Wolfratshauser Verein müsse man sich nun Gedanken über eine Förderung machen. „Sonst sind wir schlechter gestellt als die Geretsrieder Vereine“, sagt Roeske. Auch für Klingel von der DLRG ist klar: „Die Kosten werden wir nicht wegschlucken können.“

sw

Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Wolfratshausen-Geretsried-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare