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Das Isarau-Stadion: Im Norden (oben) will der TuS eine Stabhochsprunganlage bauen.

Leichtathleten, Tennisspieler und Bogenschützen

Geretsrieder Sportler bitten Stadt um viel Geld

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Geretsried – Leichtathleten, Tennisspieler und Bogenschützen bitten die Stadt um Geld. Sie wollen investieren, können aber die Gesamtkosten nicht alleine stemmen. Der Sportausschuss hat über drei Anträge beraten.

Über 40 000 Euro nimmt der Turn- und Sportverein (TuS) für eine Stabhochsprunganlage im Isarau-Stadion in die Hand. So eine Anlage gab es schon einmal – sie ist aber verrottet und entsorgt. Überbleibsel sind Einstichkästen für die Sprungstäbe im nördlichen Tartansektor des Stadions in der Nähe des Tennisfelds.

Laut Abteilungsleiter Mirko Naumann sollen für rund 24 000 Euro neue Matten, Wetterschutz und Bodenrost, Ständer, die Sprunglatte sowie ein erster Satz Stäbe gekauft werden. Die Kosten trägt der TuS. „Da das Stadion Tag und Nacht offen ist, muss man die Anlage gegen unsachgemäßen Gebrauch und vor allem Vandalismus schützen“, sagte Naumann. Die dafür nötige Sicherheitsabdeckung soll die Stadt bezahlen. Kostenpunkt: gut 16 000 Euro. Der TuS streckt den Betrag vor und bekommt die Kosten im Haushaltsjahr 2017 erstattet. Das ist die Vereinbarung, der der Sportausschuss zustimmte.

Nächstes Jahr müsse man sowieso mit der Überarbeitung des Stadions beginnen, erklärte Bürgermeister Michael Müller. „Wir brauchen eine stufenweise Sanierung und müssen das Stadion auf den Stand der Zeit bringen.“ Die Stabhochsprunganlage sei ein erster Schritt, den man vorziehen könne.

Tennisanlage

Die Tennisplätze des Tennisclubs (TC) am Isardamm sind zuletzt vor 26 Jahren auf Vordermann gebracht worden und sind dementsprechend marode. Zudem müssen die Sanitäranlagen im Clubheim erneuert werden. Beide Maßnahmen kosten zusammen etwa 220 000 Euro. Die Verantwortlichen hoffen von der Stadt deswegen zehn Jahre lang auf jährlich 20 000 Euro Zuschuss. „Der TC besteht seit über 60 Jahren und hat bisher keinerlei finanzielle Zuwendungen von der Stadt erhalten“, hieß es in der Sitzungsvorlage. Im Gegenzug bietet der Verein wie berichtet an, sein knapp 11 000 Quadratmeter großes Grundstück im Wert von rund 520 000 Euro der Stadt zu überschreiben.

Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) plädierte für ein Modell wie mit dem Eissportclub und dem Eisstadion: die Stadt als Eigentümer und der Verein als Betreiber. „Dem TC darf es nicht zum Nachteil werden, dass sie historisch bedingt Eigentümer des Grundstücks sind“, sagte er. Eine Entscheidung traf der Sportausschuss nicht. Die Prüfung des Angebots sei Sache des Haupt- und Finanzausschusses, sagte Müller.

Bogenschützen

Die Isar-Loisach-Traditionsbogner beantragten zum dritten Mal einen Zuschuss – diesmal mit Erfolg. Der Verein mit Sitz in der Nähe der B11-Einfahrt Geretsried-Süd will zwei Jahre nach seiner Gründung Ausrüstung und 3D-Tiere für einen Geländeparcours kaufen. Es fehlen 3000 Euro. 900 Euro soll die Stadt laut Antrag zuschießen.

Der Sportausschuss einigte sich nach einer viertelstündigen Debatte auf die Summe von 400 Euro. „Für den guten Willen“, sagte Karin Schmid. „Der Verein müsste dankbar sein.“

Neue Sportlerehrung: Oscars für die besten Athleten?

Mehr Spannung und festliches Ambiente: So stellen sich die Vereine künftig die Sportlerehrung der Stadt vor. „Wir wollen eine Nacht des Sports“, erklärten Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) und Mathias Renz von der Interessengemeinschaft der Geretsrieder Sportvereine (IGS) nach ersten Gesprächsrunden im Sportausschuss. Demnach soll die Ehrung heuer am Samstag, 19., oder Freitag, 25. November, im Ratsstubensaal stattfinden.

Ähnlich wie bei der Oscar-Verleihung könnte es im Vorfeld pro Kategorie mehrere Nominierte geben, die erst in der Gala erfahren, ob sie gewonnen haben, sagte Renz. Das erhöhe die Spannung. Für die Auswahl wäre eine Jury aus Vereinsvertretern, Sportredakteuren und Stadträten verantwortlich. Bei der Verleihung soll eine Band spielen, die Gäste müssten Eintritt zahlen. So ähnlich ist es in Wolfratshausen seit Jahren der Fall. Ein Moderator „mit Rang und Namen“ (Renz), soll durch den Abend führen, und ein prominenter Sportler die Preise übergeben.

Fix ist das neue Konzept noch nicht. Das wird in den kommenden Wochen erarbeitet. Wirklich begeistert waren nicht alle Mitglieder des Sportausschusses. „Denkt an das Budget“, sagte Hans Ketelhut (CSU). Die Sportlerehrung im Rahmen des Kulturherbstes 2014 hatten wie berichtet einige Sportvertreter als lieblos kritisiert. Eine mögliche Kooperation mit Wolfratshausen ist vom Tisch. Aus der Flößerstadt kam eine Absage.

dor

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