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Das Team der Isar-Ranger hat alle Hände voll zu tun: Es beseitigt Müll und Feuerstellen, klärt über Regeln im Naturschutzgebiet auf, hält Wege instand, bekämpft Neophyten und leitet Führungen für Schulklassen. Das Team besteht aus (v. li.) Bernhard März, Sebastian Thalhammer als Nachfolger von Andreas Huber, Kaspar Fischer sowie Benedikt Hanus. 

Sebastian Thalhammer folgt auf Andreas Huber

Die Isar und ihr neuer Hausmeister

Bad Tölz-Wolfratshausen - Die Isar mit ihren herrlichen Auen ist die „Lebensader“ des Landkreises, sagt Landrat Josef Niedermaier. Um sie zu schützen und zu erhalten gibt es im Nordlandkreis einen neuen Isar-Ranger: Sebastian Thalhammer tritt an die Stelle des verstorbenen Andreas Huber.

Grün und kraftvoll fließt die Reißende vorbei Richtung München. Der breite Uferabschnitt nahe der Tattenkofener Brücke, auf dem der Pressetermin stattfindet, ist ein beliebter Badestrand. Doch nur wenige Meter entfernt befindet sich eine geschützte Kiesinsel. „Hier brüten die seltenen Vogelarten Flussregenpfeifer und Flussuferläufer“, erklärt Sebastian Thalhammer. Man sehe auf den ersten Blick keine Nester, da die so genannten Kiesbrüter ihre gut getarnten Eier mitten auf die Steine legen würden.

Der 64-jährige Nachfolger des im vergangenen Jahr verstorbenen Andreas Huber kennt die Isar wie seine Westentasche. „Na ja, was die Pflanzen betrifft, ist Bernhard März mir überlegen“, sagt Thalhammer über seinen Kollegen. Seit Mai sind die beiden Isar-Ranger zwischen Schäftlarn und Bad Tölz unterwegs, um dafür zu sorgen, dass die „Lebensader“ gesund bleibt.

Der Neue bringt beste Voraussetzungen für die Arbeit mit: Der Ascholdinger ist Land- und Forstwirt, seit 44 Jahren bei der Bergwacht aktiv und leidenschaftlicher Kanadier-Fahrer. Mit dem Boot kann er die Isar schneller erkunden als zu Fuß.

Insgesamt gibt es im Landkreis vier Isar-Ranger. Im Süden sind das Benedikt Hanus und Kaspar Fischer. Franz Steger von der Umweltabteilung des Landratsamts bezeichnet die Mitarbeiter auf Teilzeitbasis als „Hausmeister“ der Isarauen. Sie beseitigen Müll und Feuerstellen, klären über die Regeln im Naturschutzgebiet auf, halten Wege instand, bekämpfen Neophyten und leiten Führungen für Schulkinder.

„Bis jetzt war der Sommer ruhig“, berichtet Bernhard März. Das lag freilich größtenteils am Wetter. Der Ranger hofft, dass die Besucher sich weiterhin „anständig benehmen“. Andernfalls seien er und seine drei Kollegen befugt, Platzverweise zu erteilen. Laut Franz Steger hat das Landratsamt im vergangenen Jahr 228 Strafen wegen Ordnungswidrigkeiten wie Feuer machen, Müll hinterlassen oder Betreten der Vogelbrutgebiete verhängt.

Verstöße gegen die Gesetze im Landschafts- beziehungsweise Naturschutzgebiet können je nach Schwere zwischen 50 und 7500 Euro teuer werden. Flyer mit Verhaltensregeln und Informationen zu Flora und Fauna liegen an allen Wegen Richtung Isarauen aus.

Die Isar ist einer der am besten erhaltenen und letzten Wildflüsse Deutschlands. Sie bietet Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, gerade auch für solche, die vom Aussterben bedroht sind. „Es ist wichtig, den Tieren und Pflanzen diesen Raum zu geben und ihn zu erhalten“, betonte Landrat Josef Niedermaier beim Pressegespräch. Die Isar-Ranger spielten dabei eine sehr wichtige Rolle.

Kontakt zu den vier Isar-Rangern kann über die untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt in Bad Tölz aufgenommen werden. Die zuständige Mitarbeiterin Sabine Walter ist unter der Telefonnummer 0 80 41/50 53 25 erreichbar.

tal

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