Der Eindruck täuscht: Während am Montag nur der Platzwart einsam seine Runden drehte, war am Wochenende im Isarau-Stadion die Hölle los. Vor dem Hintergrund der Pandemie schließt die Stadt Konsequenzen nicht aus. Foto. sh
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Der Eindruck täuscht: Während am Montag nur der Platzwart einsam seine Runden drehte, war am Wochenende im Isarau-Stadion die Hölle los. Vor dem Hintergrund der Pandemie schließt die Stadt Konsequenzen nicht aus.

Nach Andrang am Wochenende

Isarau-Stadion: Droht die Sperrung ?

Nach dem Andrang am Wochenende im Isarau-Stadion werden Rufe nach einer Sperrung laut. Der Bürgermeister schließt das nicht aus - hofft aber auf die Eigenverantwortung der Menschen.

Geretsried – An sonnigen Wochenenden zieht das Isarau-Stadion Sportler und Erholungssuchende wie ein Magnet an. Da wird gekickt und gelaufen oder einfach nur zusammen gesessen. Die teilweise größeren Gruppen könnten darauf schließen lassen, dass diese Treffen nicht den aktuellen Corona-Regeln entsprechen. Der eine oder andere Geretsrieder nimmt Anstoß daran.

Das führte jüngst auch zu einer lebhaften Diskussion in der geschlossenen Facebook-Gruppe „Du bist aus Geretsried, wenn ...“. Gut 2500 Mitglieder zählt sie. Demnach war das Isarau-Stadion am vergangenen Sonntag „brechend voll“, offenbar ohne die zur Eindämmung der Pandemie erforderlichen Abstände einzuhalten. Das lässt die Forderung laut werden, das Stadion zu sperren. Genutzt wird die Sportstätte vom Turn- und Sportverein (TuS), sie ist aber für jeden frei zugänglich. Eigentümerin ist die Stadt.

TuS: „Wir halten uns an die Auflagen“

Auf Nachfrage berichtet TuS-Vorsitzender Mirko Naumann, dass bereits am Samstag im Stadion viel losgewesen sei. Teils hätten sich tatsächlich Grüppchen dort aufgehalten, aber es seien auch einfach Leute dort spazieren gegangen. Das Treiben hätte jedoch nichts mit dem Verein zu tun. „Wir halten uns an die Auflagen“, betont Naumann. Hausrecht und damit Weisungsbefugnis habe allein die Stadt.

Rathauschef Michael Müller appelliert an alle Bürger, die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zu berücksichtigen. „Wenn die AHA-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten und im Alltag Maske tragen, Anm. d. Red.) nicht eingehalten werden, müssen wir das Isarau-Stadion sperren“, sagt Müller im Gespräch mit unserer Zeitung. Darunter müssten diejenigen leiden, die die Bestimmungen befolgen, deswegen setze die Stadt grundsätzlich auf die Eigenverantwortung der Menschen. „Wenn das nicht funktioniert, müssen wir sperren“, so der Bürgermeister.

Polizei bittet um Hinweise, wenn Verstöße bemerkt werden

Naumann hofft, dass das nicht passiert. „Wir freuen uns, dass wir das Isarau-Stadion nutzen können“, sagt der TuS-Chef. Angesichts der derzeitigen Inzidenzwerte im Landkreis ist Vereinssport möglich, doch viele Mitglieder würden im Stadion individuell trainieren. „Das ist ein Riesen-Geschenk.“ Zumal eine Schließung in Naumanns Augen ohnehin nichts ändern würde. „Dann treffen sich die Leute woanders“, fürchtet er. Wichtiger wäre, die Eigenverantwortung zu stärken und die Menschen auf ihr Fehlverhalten hinzuweisen. Hier sei auch die Polizei gefragt, die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung durchzusetzen.

Die Polizei hat „Hotspots im Blick“, sagt der Geretsrieder Vize-Dienststellenleiter Emanuel Luferseder. Am Wochenende seien Beamte in Königsdorf und an der Böhmwiese unterwegs gewesen. Was die Corona-Regeln angeht, seien ihm bislang keine Beanstandungen für das Isarau-Stadion bekannt. Auch am Sonntag seien diesbezüglich keine Meldungen eingegangen. „Wir kontrollieren dort grundsätzlich verstärkt in den Abendstunden wegen Vandalismus“, erklärt Luferseder. Er würde sich wünschen, dass die Menschen einfach bei der Polizei anrufen, wenn sie Verstöße feststellen, bevor sie darüber in sozialen Netzwerken diskutieren. „Wir überprüfen das und bereiten dem Treiben ein Ende, wenn es nicht regelkonform ist.“

sw/sh

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