St. Nikolauskapelle in Geretsried.
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Ein sehenswertes Kleinod: Die St. Nikolauskapelle.

Umweltverträgliches Naturerlebnis

Ja zum sanften Tourismus: Stadt Geretsried will sich an Förderprogramm beteiligen

Die Stadt will den sanften Tourismus ausbauen. Um Flyer, Apps, Schilder und andere Maßnahmen zu erarbeiten, soll ein „Naturtourismus-Koordinator“ eingestellt werden.

Geretsried – Der Stadtrat beschloss dazu in seiner jüngsten Sitzung, dass man sich am Programm FöRNatKom (Förderung von umwelt- und klimaverträglichen Naturerlebnis- und Naturtourismusangeboten in bayerischen Kommunen) beteiligt. Die städtische Wirtschaftsförderin Rebecca Geisler und Andreas Wüstefeld, Leiter des Fachbereichs „Tölzer Land“ am Landratsamt in Bad Tölz, stellten das Programm vor.

Rebecca Geisler ist die Wirtschaftsförderin der Stadt Geretsried.

Vieles ist im Großen wie im Kleinen bereits passiert, um den Erholungs- und Freizeitwert Geretsrieds für Bewohner und Besucher zu steigern. Geisler nannte den Bau des interkommunalen Hallenbads und die Sanierung des Eisstadions, die Aufwertung des Zentrums, den Fernradweg München-Venedig, der entlang der Isar führt, und das Museum. Doch auch der Bewegungsparcours im Stadtwald oder die Langlaufloipe auf der Böhmwiese würden zur Attraktivität Geretsrieds beitragen. Die Isarauen, große Waldgebiete und Landschaftsflächen wie Schwaigwall, Buchberg und Gelting seien ideale Ziele im Naturtourismus, so Geisler.

Stadt schöpft ihr Potenzial nicht voll aus

Allerdings schöpfe Geretsried sein Potenzial noch nicht voll aus, glaubt Andreas Wüstefeld. Immerhin liege die größte Stadt im Landkreis auf Platz neun bei den Übernachtungszahlen. Es fehle jedoch eine „Besucherlenkung“. Auch eine Tourist-Info wie in anderen Städten gibt es in Geretsried nicht. In Buchberg zum Beispiel seien Wege schlecht beschrieben, was bisweilen zu Nutzerkonflikten führe, sagte Geisler. Durch geleitete Wege und Erlebnispfade mit interaktiven Stationen, die auch zur Umweltbildung beitragen, sowie durch ausgewiesene Fahrradtouren könnten zusätzliche Naherholungsangebote geschaffen werden.

Andreas Wüstefeld ist Leiter des Fachbereichs „Tölzer Land“.

Um Flyer, Apps, Schilder und andere Maßnahmen zu erarbeiten, müsste die Stadt einen „Naturtourismus-Koordinator“ beschäftigen. Dafür wären von 2022 bis 2024 drei Jahre lang jeweils 150 000 Euro im Haushalt einzustellen, um die staatliche Förderung bis zum Höchstbetrag von 200 000 Euro abrufen zu können. Bürgermeister Michael Müller (CSU) warb für die Teilnahme an dem Förderprojekt. Geretsried sei „das Tor zum Tölzer Land“. Wenn man keine speziellen Angebote mache, könne der Tölzer Land Tourismus die Stadt auch nicht in seine Werbekampagnen aufnehmen.

Gewerbe und Gastronomie profitieren

Vom sanften Tourismus profitierten das örtliche Gewerbe und die Gastronomie. Freizeiteinrichtungen seien zudem ein weicher Standortfaktor für die Ansiedlung von Firmen. Martina Raschke (Grüne) nannte die Teilnahme eine „sehr gute Chance“. Geretsried könne dadurch das Image „Stadt im Grünen“ weiter ausbauen. Gerhard Meinl (CSU) lehnte mit Blick auf die notwendige Haushaltskonsolidierung ab. Dr. Elmar Immertreu (Geretsrieder Liste) meinte, man könne nicht einerseits die Hundesteuer erhöhen und andererseits so viel Geld für eine neue Stelle im Rathaus ausgeben. Auch die SPD zeigte sich skeptisch. Kerstin Halba hätte lieber einen externen Berater eingestellt, was aber laut Geisler nicht möglich ist.

Am Ende wurde mit 20:7 Stimmen beschlossen, einen Antrag auf Aufnahme in das FöRNatKom bei der Regierung von Oberbayern zu stellen.

tal

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