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Volle Reihen: Der Volkstumsabend „Egerländer Notenbüchl“ am Samstag im Saal der Ratsstuben war sehr gut besucht.

Egerländer Gmoi 

Ein „Aushängeschild in Bayern“

Geretsried - Dreifachen Grund zum Feiern hatte die Egerländer Gmoi am Wochenende. Sie richtete das 46. Bundestreffen der Jugend und das 33. bayerische Landestreffen aus und beging ihr eigenes 65-jähriges Bestehen.

Genau genommen begann die Geschichte der Egerländer Gmoi bereits vor 70 Jahren. Damals gründeten die ersten Heimatvertriebenen aus den Städten Graslitz und Tachau um Karl Kugler eine Sing-, Spiel- und Tanzgruppe. Erst fünf Jahre später, 1951, wurde die Gmoi ins Leben gerufen. Die Gruppe, die aus vielen jungen „Boum und Moidlan“ bestand, bereicherte fortan das Leben in der Stadt durch zahlreiche Aktivitäten und Feste. Genannt seien das Osterratschen, das Maibaumaufstellen und das Sonnwendfeuer. Dass Geretsried zur Stadterhebung im Jahr 1970 ein Heimatmuseum – der Vorläufer des heutigen Stadtmuseums – erhielt, war vor allem der Initiative des Egerländers Hans Hahn zu verdanken.

Festgottesdienst im Freien: Monsignore Karl Wuchterl zelebrierte am Sonntagvormittag die Messe im Innenhof des Rathauses.

Die rührige Landsmannschaft mit rund 260 Mitgliedern ist heute nicht mehr wegzudenken aus Geretsried. Das machten alle Redner beim Festakt am Sonntag in den Ratsstuben deutlich. Vorausgegangen waren ein stimmungsvoller Gottesdienst im Rathaus-Innenhof und eine Kranzniederlegung vor dem Rathaus. Bürgermeister Michael Müller sagte, die Erfolgsgeschichte Geretsrieds wäre ohne die Heimatvertriebenen, die die Stadt nach dem Krieg aufgebaut hätten, nicht möglich gewesen. Generell hätte es das deutsche Wirtschaftswunder ohne sie nicht gegeben. Wie fleißig und gut organisiert die Landsmannschaft der Egerländer ist, stellte der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan fest. Er lobte die perfekte Organisation der Festtage, die er als Ehrengast genießen dürfe.

Fast alle Mitglieder der Gmoi waren trotz der Hitze in ihrer feschen Tracht gekommen – die Frauen mit den typischen Rüschenkrägen und den bunten Schürzenschleifen hinten am Kleid, die Männer mit den schwarzen Hosenträgern und den schwarzen Hüten. Ein selbst gebackenes Kuchenbüffet vom Feinsten stand bereit, die musikalische Umrahmung erfolgte durch die Gartenberger Bunkerblasmusik und die Egerländer Blaskapelle aus Waldkraiburg.

„Wenn Ihr einladet, kommt eine besondere Stimmung auf“, sagte Landrat Josef Niedermaier. „Ich hoffe, das gelingt Euch noch viele Generationen lang.“ Der Landesvorsitzende der Egerländer, Helmut Kindl, bezeichnete die Geretsrieder Gmoi als „Aushängeschild der Egerländer in Bayern“. Zu verdanken sei das der jungen Vorstandsspitze rund um Vereinschef Helmut Hahn.

Die Festansprache hielt die Vize-Präsidentin der Regierung von Oberbayern, Maria Els. „Unser vierter Stamm neben Schwaben, Franken und Altbayern ist ein Herzstück der bayerischen Kultur“, so Els. Es sei schön, dass die Vertriebenen aus allen Gebieten ihre Heimatverbundenheit leben und somit ihre Identität bewahren würden. Besonders hob die Regierungsvertreterin die vorbildliche Jugendarbeit der Geretsrieder Gmoi unter der Leitung von Ingrid und Roland Hammerschmied hervor. Els zeigte sich zuversichtlich, dass auch die Integration der Asylbewerber in Deutschland gelingen werde.

Tanz, Musik und Gesang: Geretsrieder schneiden bei Wettbewerben hervorragend ab

Früh übt sich: Beim Tanzwettbewerb waren auch die Jüngsten erfolgreich.

„Erfolgreich auf der ganzen Linie“: So kann man das Abschneiden der Egerländer Gmoi beim Bundesjugendtreffen am Samstagabend in den Ratsstuben beschreiben. Sowohl die Kinder, die im Durchschnitt acht Jahre alt sind, als auch die Jugendlichen und die „junge Generation“ schnitten jeweils als Beste von insgesamt sechs Gruppen ab. „Und das noch vor den ebenfalls sehr starken Stuttgartern“, sagt Jugendleiter Roland Hammerschmied. Mit 45 Mädchen und Buben, Frauen und Männern nahmen die Geretsrieder an dem jährlichen Wettbewerb in den Bereichen Tanz, Gesang und Instrumentalmusik teil. 

Sie begrüßten dazu als Ausrichter rund 150 Mitglieder anderer Egerländer Gmoien aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Alle Gäste übernachteten in der Turnhalle der Isardamm-Grundschule. Sie wurden vom Bayerischen Roten Kreuz mit Essen versorgt. Hammerschmied freute sich über die rege Teilnahme der Bevölkerung an dem Wettbewerb. Was die Egerländer Gemeinden kulturell alles zu bieten haben, stellten sie nach dem offiziellen Festakt zum 65-jährigen Bestehen der Geretsrieder am Sonntag beim Landesfest mit Chorgesang, Mundartgedichten und Tanz unter Beweis.

Tanja Lühr

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