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Eröffneten den Weg der Geschichte in Gelting: (v. li.) Franz Rudolf, Dr. Wolfgang Pintgen, Bürgermeister Michael Müller, Max Brauner, Ulrich Virkus und Walter Holzer.

Jahresbericht des Historischen Vereins Geretsried

Fernmeldesäule am Brauneckweg bleibt erhalten

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Geretsried - Der Arbeitskreis Historisches Geretsried berichtet in der Jahresversammlung über große und kleine Projekte. Unterstützung erhalten die Mitglieder in Sachen Brunnenfigur.

Auch im zwölften Jahr seines Bestehens war der Arbeitskreis Historisches Geretsried (AHG) schwer aktiv. Eine Passage im Jahresbericht 2015 zeigt, wie das Geschichtsbewusstsein in der Stadt gestiegen ist – auch dank der Hobbyhistoriker um Dr. Wolfgang Pintgen.

Im Zuge von Bauarbeiten am Brauneckweg hat das städtische Bauamt beim AHG nachgefragt, ob eine dort stehende Betonsäule eine historische Bedeutung hat. Tatsächlich handelt es sich um eine Feuermeldesäule des Munitionswerkes der Dynamit Aktiengesellschaft (DAG). Die Säule wird nun in einen Bereich versetzt, wo sie den Verkehr nicht stört. Dort bleibt sie zusammen mit einem Stück Originalbetonstraße der DAG erhalten und wird im Rahmen des Wegs der Geschichte mit einer Hinweistafel versehen. „Wir schätzen sehr die Sensibilität der Stadt bezüglich historischer Objekte in Geretsried“, lobt AHG-Sprecher Pintgen. Wie berichtet arbeiten die Hobbyhistoriker derzeit intensiv an einer Dokumentation über die beiden Munitionswerke der DAG und der DSC (Deutsche Sprengchemie) im Wolfratshauser Forst. Weil eine Veröffentlichung als Buch zu kostspielig wäre und auch zu lange dauern würde, soll die Dokumentation als fortlaufende Serie in der Reihe „Geretsrieder Hefte“ erscheinen. Zwei bereits fertiggestellte Kapitel wurden in Vorträgen von Martin Walter und Friedrich Schumacher vorgestellt. Es kamen jeweils über 100 Zuhörer. Ein weiteres aufwändiges Projekt war der Weg der Geschichte in Gelting. Er wurde nach zweijähriger Arbeit vergangenes Jahr fertiggestellt und besteht aus 18 Bild- und Texttafeln sowie einem Obelisken. Zur Einweihung im Mai kamen mehr als 150 Gäste.

Vor mehr als zehn Jahren entstand im AHG auch die Idee eines Natur- und Kulturwanderweges. Angesichts der Komplexität des Projekts, so Pintgen, sah sich der Arbeitskreis damit jedoch allein überfordert und trat mit der Bitte an die Stadt heran, daraus ein Bürgerbeteiligungsprojekt im Rahmen des Leitbilds zu machen – mit Erfolg. Inzwischen gibt es eine Gruppe von engagierten Bürgern, die sich um die Umsetzung kümmern, darunter sind auch sechs Mitglieder des AHG.

Neben diesen großen Projekten sind die Hobbyhistoriker auch in anderen Bereichen aktiv. Sie sind als Stadtführer tätig, besuchen Ausstellungen in anderen Orten und helfen Schülern des Geretsrieder Gymnasiums bei Seminararbeiten. Zudem halten sie die Tafeln der Wege der Geschichte instand. Aktuell bereitet der AHG eine Gedenkveranstaltung vor: Am 7. April dieses Jahres jährt sich um 70. Mal die Ankunft der ersten Heimatvertriebenen aus Graslitz in Geretsried. Außerdem wollen die Hobbyhistoriker laut Pintgen alle Aktivitäten der Stadt zur Reparatur oder Neukonstruktion der zerstörten Brunnenfigur am Karl-Lederer-Platz unterstützen.

sas

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