Allzeit gute Fahrt: Pfarrer Georg Bücheler (Mitte) und Pfarrer Georg März (re.) segneten das neue Fahrzeug des THW-Ortsvereins. foto: hans lippert

3600 Meter Kabel und 24 Stomaggregate

Die Jahresbilanz des Geretsrieder THW

Geretsried - Viel zu tun hatte das Technische Hilfswerk in Geretsried im vergangenen Jahr. 3600 Meter Kabel und 24 Stomaggregate sind zum Beispiel benötigt worden beim G7-Gipfel.

Über 20 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit hat die Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) im vergangenen Jahr geleistet. „So eine hohe Stundenzahl erreichen wir normalerweise nur in Jahren, in denen es zu hohen Schadenereignissen kommt“, berichtete Ortsvorsitzender Erich Schöftlmair in der Jahresversammlung am Samstag. „All unsere Aufgaben haben wir mit Geschick, Können und Herzblut erledigt.“

Die Arbeitsbereiche des THW sind vielfältig. Ein Beispiel: Die Mannschaft hat beim Aufbau einer Flüchtlingsunterkunft in einer Tölzer Turnhalle geholfen, aber auch bei der Bergung eines Bauwagens des Temenos-Kindergartens in einem Waldstück bei Wolfratshausen. Zudem waren die Helfer beim G7-Gipfel in Elmau gefordert. Von den rund 60 Mitgliedern des Geretsrieder Verbands waren 22 Helfer vor Ort. Die Geretsrieder sorgten teilweise in einem 24-stündigen Schichtbetrieb für einen reibungslosen Ablauf des politischen Treffens. THW-Einsatzleiter Axel Sabisch blieb positiv in Erinnerung, dass alle Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks auf Augenhöhe kommuniziert hätten. Hierarchien seien nicht erkennbar gewesen. „Jeder Einzelne ist eine Fachkraft und somit von großem Nutzen.“ Der Logistik-Beauftragte Lothar Pietsch verwies im Anschluss darauf, dass allein die von ihm geleitete Gruppe 1690 Einsatzstunden beim G7-Gipfel leistete. „Außerdem haben wir 3600 Meter Kabel benötigt und 24 Kleinstromerzeuger bereitgestellt.“

Dass modernes technisches Equipment immer wichtiger wird, betonte Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan (CSU). Zudem lobte er in der Versammlung die Jugendarbeit und die nicht-militärische Ausrichtung des THW. „Ihre Dienste sind notwendig, um die derzeitige Krisen zu meistern.“ Denn aus einer Organisation, die sich kurz nach ihrer Gründung im Jahr 1953 zunächst hauptsächlich um den Zivilschutz im Verteidigungsfall gekümmert hatte, habe sich mittlerweile eine international agierende Katastrophenschutztruppe entwickelt. Und die benötige moderne Einsatzfahrzeuge, die über eine umfassende Digitaltechnik verfügen.

Ein neues Fahrzeug wurde am Samstag dann auch vom katholischen Pfarrer Georg März und dem evangelischen Pfarrer Georg Bücheler im Beisein von Landrat Josef Niedermaier, Geretsrieds Zweitem Bürgermeister Hans Hopfner sowie anderen Mandatsträgern gesegnet. „Das alte Fahrzeug wird noch zusätzlich vom Ortsverband genutzt, bis dass der TÜV uns scheidet“, scherzte Ortsvorsitzender Schöftlmair.

THW-Landesvorsitzender Siegfried Schymala versprach, dass das neue Fahrzeug nicht das letzte für Geretsried gewesen sei: „Das THW schiebt bundesweit eine riesige Beschaffungs-Bugwelle vor sich her. Dank der großzügigen Unterstützung der Bundesregierung werden wir demnächst bundesweit 208 neue Stellen einrichten und weitere Fahrzeuge kaufen.“

von Peter Herrmann

Ehrungen: Das Helferzeichen in Gold erhielten Lisa Wussow, Daniel Uhlemann, Philipp Hohenadl und Florian Gmeiner von Manfred Bock, THW-Kreisgeschäftsführer, und Ortsvorsitzendem Erich Schöftlmair.

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