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Stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber: Inge Heggenstaller und Dr. Elmar Immertreu sammelten an der Egerlandstraße Unterschriften. 

Umstrittene Pläne für den Karl-Lederer-Platz

Jetzt werden Unterschriften gesammelt

Seit Samstag läuft das Bürgerbegehren gegen die Pläne der Stadt für den Karl-Lederer-Platz. Die Initiatoren haben unter anderem an der Egerlandstraße bereits Unterschriften gesammelt. 1546 Stück brauchen sie, damit das Bürgerbegehren zugelassen wird. 

Geretsried – Eine Woche lang hat der Rechtsanwalt der Gruppe, ein Spezialist für Bürgerbegehren, an der Formulierung gefeilt. Denn an ihr liegt es, ob das Bürgerbegehren überhaupt für gültig erklärt wird oder nicht. Der Text besteht aus zwei Fragen. Sie lauten: „1. Sind Sie dafür, dass die Stadt Geretsried die gefassten Satzungsbeschlüsse zu den vorhabenbezogenen Bebauungsplänen (…) für die Grundstücke Karl-Lederer-Platz 14, 16, 18 und 20 zur Errichtung von Wohn- und Geschäftshäusern aufhebt und erneut in einen Planungsprozess einsteigt mit dem Ziel, die in der bisherigen Planung vorgesehene Höhenentwicklung auf ein ortsbildverträgliches Maß (die Höhe des Gebäudes KLP 9, ehemals Reeh) zu reduzieren? 2. Sind Sie dafür, die Bauräume an den bestehenden Bauten zu orientieren und damit die Größe des Platzes zu erhalten, um den Karl-Lederer-Platz als Begegnungsstätte und als Ort für Märkte und Veranstaltungen zu erhalten?“ Zur Begründung heißt es, Geretsried benötige die bisherige Park- und Marktfläche des Platzes in seiner jetzigen Größe. Das zu erwartende Bevölkerungswachstum werde zu mehr Publikum und Besuchern der Veranstaltungen auf dem Platz führen. Die Verschattung durch die geplanten Gebäudehöhen und die zusätzlichen Baukörper würden die Aufenthaltsqualität deutlich verringern.

Hinter dem Bürgerbegehren stecken Peter Eberhardt, Dr. Elmar Immertreu und Peter Tobisch sowie deren Stellvertreter Marc Kaufmann, Patrik Kohlert und Arnold Schmidt. Direkt am Karl-Lederer-Platz wohnt nur Peter Eberhardt. Seine Frau Eva Eberhardt ist Sprecherin der Interessengemeinschaft (IG) Karl-Lederer-Platz und hat bereits die Unterschriftenaktion und -übergabe an Bürgermeister Michael Müller mit 1266 Unterzeichnern organisiert (wir berichteten). Marc Kaufmann aus der Schlesischen Straße ist Student. Patrik Kohlert ist ebenfalls ein junger Mann, der im Geretsrieder Rathaus gelernt hat. Er wohnt am Amselweg.

Die Tiefgarage wird nicht thematisiert - mit Absicht

Dr. Elmar Immertreu und Inge Heggenstaller standen am Samstag mit den ersten Listen vor dem Schmid-Bäck’ an der Egerlandstraße. Mit vielen Passanten kamen sie ins Gespräch, viele bekundeten auch ihre Sympathie für das Vorhaben der Projektgegner, doch längst nicht alle unterschrieben. „Manche wollten es sich noch überlegen, andere sagten, sie könnten es sich aus unterschiedlichen Gründen mit der Stadt nicht verscherzen“, sagt Immertreu. Der Zahnarzt mit Praxis am Lenauweg und Wohnsitz an der Egerlandstraße war zusammen mit Peter Tobisch bei der Kundgebung der IG Karl-Lederer-Platz im März auf dem Karl-Lederer-Platz als Redner aufgetreten. Er findet: Die Höhe des Reeh-Gebäudes, KLP 9 reiche völlig aus fürs Zentrum. „Wenn die Firma Krämmel auf ihren bereits genehmigten Bauplan von vor einigen Jahren zurückgeht, sind alle glücklich“, sagt Immertreu. Über die Architektur des neuen Gebäudes könne nur der Stadtrat entscheiden, das stehe den Initiatoren des Bürgerbegehrens nicht zu. Auch habe der Anwalt davon abgeraten, die Tiefgarage zu thematisieren, weil die Frage möglichst nur auf einen Aspekt der geplanten Bebauung abzielen sollte. Nichtsdestotrotz stelle das Grundwasser ein riesiges Problem dar.

Eine Frist für die Übergabe der Listen im Rathaus haben sich er und seine Mitstreiter nicht gesetzt. Nach dem Erhalt hätte die Stadtverwaltung einen Monat lang Zeit, die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens zu prüfen. Innerhalb von drei Monaten müsste der Bürgerentscheid durchgeführt werden, falls der Stadtrat nicht beschließt, dem Begehren zu folgen, wie es der Wolfratshauser Rat beim Bürgerbegehren für eine Betriebskostenbeteiligung am interkommunalen Hallenbad getan hat. Der Bürgerentscheid ist eine anonyme Wahl, die einfache Mehrheit würde den Projektgegnern genügen. Unterschriftenlisten liegen ab sofort aus bei Bücher Ulbrich und Tee Siebert am Karl-Lederer-Platz. Laut Immertreu wollen die Initiatoren in den kommenden Tagen zusätzlich auf der Straße und an Infoständen um Unterstützer werben. Tanja Lühr

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