Amtsgericht

Jugendrichter richtet letzte Warnung an Heranwachsenden

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Ein treuer Gast vor Gericht ist ein 19-Jähriger aus Geretsried - sehr zum Missfallen des Richters. Der sprach nun eine letzte Warnung aus.

Geretsried/Wolfratshausen – Die Botschaft des Richters war unmissverständlich. „Für meine Begriffe sehen wir uns deutlich zu häufig“, bekundete Jugendrichter Urs Wäckerlin, was er von den in jüngster Zeit rasant angestiegenen Auftritten des Angeklagten vor Gericht hielt. Das letzte Urteil hatte der 19-jährige Geretsrieder erst Mitte November vorigen Jahres entgegengenommen. Oft waren Drogen der Grund, wie auch im jüngsten Fall.

Der Auszubildende besucht in München eine Berufsschule. Dort war er von einer Zivilstreife durchsucht worden. In seiner Jackentasche steckte ein Joint. In der Vernehmung bei der Polizei in München gestand der Geretsrieder, zwei Mal geringe Mengen Marihuana gekauft zu haben und nannte auch den Namen des vermeintlichen Dealers. Im Gespräch mit der Jugendgerichtshilfe wie auch in der Verhandlung wollte er davon nichts mehr wissen. Eine Polizeibeamtin bestätigte jedoch die seinerzeit vom Angeklagten gemachten Aussagen. „Sie sind auf jeden Fall mit den falschen Freunden unterwegs“, hielt der Staatsanwalt dem jungen Mann vor.

„Das nächste Mal kommen Sie nicht glücklich davon.“

Dass dieser die Zeugenaussagen gelegentlich „mit Lächeln quittiert“ hatte, deutete der Anklagevertreter so, dass dem Angeklagten „der Ernst der Lage noch nicht ganz bewusst“ sei. Deshalb halte er die vom Jugendgerichtshelfer angeregte „Letzte Warnung“, dem Beschuldigten für den Fall weiterer Straftaten eine Jugendstrafe – also mindestens sechs Monate Jugendgefängnis – anzudrohen, für sinnvoll. „Das nächste Mal kommen Sie nicht glücklich davon.“

Dem konnte der Richter nur beipflichten. „Ich hoffe sehr, dass die Häufigkeit ihres Erscheinens hier so stark abnimmt, damit es die Verhängung einer Jugendstrafe nicht braucht“, bläute Wäckerlin dem Auszubildenden ein. „Das ist nicht mehr tragbar.“

Jugendgerichtshelfer Andreas Dlugosch hatte zuvor ausgeführt, dass der 19-Jährige bemüht sei, sich aus der Drogenszene zu verabschieden und „langsam erwachsen zu werden“. „Ihre Zukunftspläne hören sich gut an, setzen Sie die um“, ermutigte Richter Wäckerlin den jungen Mann auf der Anklagebank, nachdem er ihn wegen unerlaubtem Erwerb von Betäubungsmitteln in zwei Fällen zu 40 Stunden Soziale Dienste verurteilt hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

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