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Diskussion über Solarenergie: Beim Sonnenfrühstück im Sitzungssaal des Geretsrieder Rathauses informierten Manfred Zäh, Bernhard Spies (Leitbildgruppe Energie), Walter Weiss (Energiewende Oberland) und Roswitha Foißner (Energiemanagerin).

Solaranlagen

Kampf mit Mardern, Wetter und Kabelbruch

Viele Solaranlagen in Geretsried sind in die Jahre gekommen. Experten gaben beim „Sonnenfrühstück“ Tipps. 

Geretsried – 365 Photovoltaik (PV)-Anlagen sind auf Geretsrieder Dächern installiert. Sie erzeugen 6,8 Gigawattstunden Strom pro Jahr. „Eine ganze Menge“, wie Manfred Zäh von der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO) findet. Der Fachmann für Solarenergie hatte am Samstagvormittag alle privaten PV-Anlagenbetreiber zum „Sonnenfrühstück“ in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Das Interesse war groß.

Zäh nannte weitere Zahlen, die zeigen, wie stark der Anteil an Sonnenenergie seit Beginn der Datensammlung im Jahr 2008 gestiegen ist. Damals wurden nur 59 Anlagen in Geretsried gezählt. Weil der große Bauboom schon 2004 begann, als es noch eine hohe Einspeisevergütung für den erzeugten Strom gab, sind die Anlagen mittlerweile in die Jahre gekommen. Dieses Thema stand beim „Sonnenfrühstück“, dem eventuell weitere folgen sollen, im Vordergrund. Der Geltinger Walter Weiss von der Interessengemeinschaft (IG) Solarstrom, einem Zusammenschluss von Photovoltaikanlagen-Eigentümern, informierte über Kontrolle, Wartung und Reinigung der Anlagen. Diese seien häufig durch altersbedingte Kabelbrüche, Marderbiss und Witterungseinflüsse beschädigt, was zu einer geringeren Stromerzeugung führen könne, sagte Weiss. Auch würden die 13 Jahre alte Technik und das Material oft nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. „Das Problem ist, dass es viele Modulhersteller von damals nicht mehr gibt. Das heißt, sie können sich auch nicht um Wartung und Reparatur kümmern“, so Weiss.

Einige Sonnenstrom-Erzeuger seien wohl in der Vergangenheit schon enttäuscht gewesen, weil sie eine Nachzahlung zu leisten hatten, meinte Manfred Zäh. Vor allem 2013 sei ein schlechtes Sonnenjahr gewesen. Es gebe aber auch andere Gründe für eine geringere Stromerzeugung wie zum Beispiel die Verschmutzung der Solarplatten, eine neu hinzugekommene Verschattung oder ein defekter Wechselrichter.

Zäh empfahl, die regelmäßig notierten Ergebnisse der eigenen Anlage mit der des Nachbarn zu vergleichen, wenn dieser ähnlich viele Module mit selber Ausrichtung auf seinem Dach installiert hat. Die EWO biete darüber hinaus ein so genanntes Benchmarking für Privatleute an. Sie analysiere gründlich alle Jahreserträge. „Uns reichen wenige Angaben über Größe der Anlage, Ausrichtung und Dachneigung“, erklärte Zäh.

In der Diskussion kamen unter anderem Fragen zur Reinigung der Module auf. Einige Besucher erzählten, sie seien von Firmen angerufen worden, die ihnen eine professionelle Reinigung angeboten hätten. Walter Weiss sagte, er halte davon nichts. Zuerst solle man selber schauen, wie stark die Solarplatten verschmutzt seien und ob man sie nicht selber saubermachen könne. Dafür solle man nur enthärtetes Wasser, am besten Regenwasser, verwenden. Putzmittel würden die empfindliche Oberfläche angreifen. Bei starker Verunreinigung könne man immer noch einen Fachmann beauftragen. Aber: „Das Geld, dass man für eine Reinigung ausgibt, sollte auch durch einen Mehrertrag an Strom wieder hereinkommen“, sagte Weiss.

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