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„Musste feststellen, dass ich hier unerwünscht bin“: Fußballtrainer Sinan Karaman hat den FF Geretsried nach einer emotionalen Aussprache enttäuscht den Rücken gekehrt. foto: Archiv

Geretsried

Karaman kratzt die Kurve

Fußball - Die Zusammenarbeit des Trainers mit dem Kreisligisten FF Geretsried endet nach einem Streitgespräch. Außerdem überlegt Klubchef Arnold Vögtle, ob er bei den anstehenden Neuwahlen noch einmal kandidieren soll.

Er hatte angekündigt, sein Engagement bei den FF Geretsried mit dem letzten Spieltag ausklingen lassen zu wollen. Nun fand die zweite Liaison zwischen dem noch sieglosen Kreisliga-Schlusslicht und Trainer Sinan Karaman ein abruptes Ende. Nach einer emotionalen Aussprache mit Vorstand Arnold Vögtle, dem 2. Vorsitzenden Mihalj Tot und Kapitän Dincer Aydin zog der Coach „schwerst enttäuscht“ nach nicht einmal einem Jahr die Konsequenzen. „Ich musste feststellen, dass ich hier unerwünscht bin“, begründet der Übungsleiter seinen Entschluss, dem diverse Schuldzuweisungen vorausgegangen waren.

„Die Trainingsbeteiligung hat sich nicht geändert, einige Spieler haben massive Probleme, sportlich haben wir uns brutal schlecht dargestellt“, sagt Klubchef Vögtle, der „vorige Woche massiv bedrängt worden“ ist, in Sachen Trainer eine Entscheidung zu treffen. Dabei hatte Vögtle noch im September vergangenen Jahres, nach dem katastrophalen Fehlstart der Fußball-Freunde mit 5:33 Toren und null Punkten in sieben Partien, entschieden erklärt: „Eine Trainerdiskussion wird es mit mir nicht geben. Die Mannschaft hat sich seinerzeit für den Trainer ausgesprochen. Deshalb kann jetzt keiner erwarten, dass ich Scheinargumente gelten lasse.“

Erst im Mai 2015 war Karaman, der die Fußball-Freunde 2012 in die Kreisliga und damit zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte geführt hatte, an den Krötenteich zurückgekehrt. Mitte April 2013 hatte er die FFG schon einmal im Zorn verlassen. „Die Mannschaft hat sich gegen eine weitere Zusammenarbeit ausgesprochen“, ließ der Vorstand damals verlauten. Für Vögtle war das nicht das einzige Déjà-vu. Auch Karamans Vorgänger Stefan „Bimbo“ Kraisy war nach einer Misserfolgsserie im Krisengespräch mit der Vorstandschaft „übereingekommen, sein Traineramt ruhen zu lassen“, um Platz für „neue Impulse“ zu schaffen. Und wie bei Kraisy muss der Klubchef auch diesmal einräumen: „Die, die ihn geholt haben, haben jetzt auf eine Trennung gedrängt. Wenn es unangenehm wird, verstecken sie sich hinter meiner Person.“ Er habe die Saison mit Karaman durchziehen wollen, beteuert Vögtle. Deshalb stehe er mit in der Verantwortung. Angesichts der gesamten Umstände könne er sich „nicht vorstellen, weiterhin den Vorstand zu machen“. Mitte März stehen bei den FFG Neuwahlen an.

Für „neue Impulse“ sorgen sollen derweil Kapitän Dincer Aydin als Spielertrainer sowie Co-Trainer Christos Georgiadis und Torwart-Trainer Josef Kisch. Karaman hat nach der ersten Enttäuschung („Wenn man so abserviert wird, das ist hart“) bereits die positiven Aspekte der Trennung entdeckt. „Meine zwei Töchter freuen sich, dass der Papa öfter für sie da ist“, so der Ex-Coach. „Und ich habe mehr Zeit zum Golfen, kann endlich mein Handicap verbessern.“ rs

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