Ein Hobby-Schwimmer zieht seine Bahnen im Geretsrieder Hallenbad.
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Dass sie finanziell baden gehen, befürchten die (Wassersport-)Vereine, sollten sie Nutzungsgebühren fürs interkommunale Hallenbad zahlen müssen.

Pressekonferenz

Vereine und Sportreferent Werner fordern Gebührenbefreiung für Hallenbadnutzung

  • vonPeter Herrmann
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Besorgt zeigen sich die Geretsrieder Wassersportvereine in einer Pressekonferenz. Für sie ist das angedachte Kostenmodell für die Nutzung des neuen interkommunalen Hallenbads nicht nachvollziehbar.

  • Geretsrieder Vereine sollen für die Nutzung des neuen Hallenbads künftig Gebühren bezahlen
  • DLRG, WSV 72 und Reha-Sport-Freunde lehnen das angedachte Kostenmodell ab
  • Sie befürchten ungeahnte Mehrkosten und Vereinsaustritte

Geretsried – Geretsrieder Vereine sollen für die Nutzung des neuen interkommunalen Hallenbads künftig Gebühren bezahlen. Für die Vorstandsmitglieder des Ortsverbands der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), des Wassersportvereins (WSV) 72 und der Reha-Sport-Freunde ist das angedachte Kostenmodell nicht nachvollziehbar. In einer Pressekonferenz im DLRG-Vereinshaus an der Jeschkenstraße, zu der Sportreferent Wolfgang Werner (SPD) am Sonntagvormittag eingeladen hatte, zeigten sie sich besorgt.

DLRG 365 Tage im Jahr einsatzbereit

„Als ich die Nachricht über die Gebührenerhöhung in der Zeitung gelesen habe, war ich unheimlich geschockt“, gestand DLRG-Ortsvorsitzender Maiko Alpers. In einer kurzen Präsentation erläuterte er, dass im Freistaat Bayern aufgrund der vielen Seen und Flüsse deutschlandweit die meisten ertrunkenen Menschen zu beklagen sind. „Allein 2019 waren es 95“, rechnete er vor. Das Einsatzgebiet des Ortsverbands reicht vom Nordlandkreis bis in die Nachbarlandkreise Rosenheim und Miesbach. Zudem engagieren sich die 70 ehrenamtlichen Helfer in der Jugendarbeit und in Schwimmkursen. „Das Training im alten Hallenbad wird von rund 290 Menschen aller Altersgruppen besucht“, sagte Alpers. In manchen Jahren rückte die DLRG 40 Mal an die Isar aus, um Menschen aus Gefahrenlagen zu retten. „Wir sind an 365 Tagen 24 Stunden einsatzbereit“, betonte Alpers.

Krisengipfel: (v. li.) Sportreferent Wolfgang Werner, Monika Grasberger, Anne Feiglbinder, Katharina Laus-Eker und Ingrid Feiglbinder (alle Reha-Sport-Freunde) sowie Maiko Alpers (DLRG).

In einer weiteren Präsentation stellte DLRG-Schatzmeister Martin Gerling die Einnahmen und Ausgaben des Ortsverbands gegenüber. So spülen die rund 500 Mitglieder zwar rund 20 600 Euro an Jahresbeiträgen in die Kasse. Die Ausgaben für den Fahrzeugpark, Gebäudeinstandhaltung und Materialeinkauf seien jedoch enorm. Gerlings Fazit: „Die Rücklagen wären bei einer Hallenbadgebührenerhebung nach zwei Jahren aufgebraucht: Dann würden wir den Verein auflösen, und es gäbe keine Wasserrettung in Geretsried mehr“, befürchtet der Kassier.

Dann werden die Mitglieder austreten, und Schwimmen wird zu einem elitären Sport, den sich nur noch Reiche leisten können

Uwe Röhler

Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge kommt weder für die DLRG noch den WSV 72 infrage. „Dann werden die Mitglieder austreten, und Schwimmen wird zu einem elitären Sport, den sich nur noch Reiche leisten können“, glaubt WSV-72-Vize-Vorsitzender Uwe Röhler. Würde sein Verein eine Bahngebühr von zehn Euro an die Stadtwerke entrichten, käme jedes Jahr ein Betrag von rund 9000 Euro zusammen. „Pro Kind bedeutet das pro Jahr 90 Euro Mehrkosten“, sagte Röhler.

Erhöhung der Beitrage fast unmöglich

Monika Grasberger und Ingrid Feiglbinder von den Reha-Sport-Freunden verwiesen auf die vielen Senioren in ihrem Verein. Diese beziehen meist nur eine geringe Rente. Zudem bestehe eine Bindung an die Krankenkasse, die eine Erhöhung der Beiträge fast unmöglich mache.

Maiko Alpers kündigte am Ende der Pressekonferenz an, dass er die Stadträte in den nächsten Wochen fraktionsweise im DLRG-Vereinshaus über die Arbeit der Wasserrettungsorganisation informieren will. Zudem soll geprüft werden, ob sich die betroffenen Vereine in einer öffentlichen Stadtratssitzung pr��sentieren können.

Ich warne davor, dieses Fass auf zu machen.

Wolfgang Werner

Das von Bürgermeister Müller vorgeschlagene Punktesystem, mit dem ein Bonus für nicht genutzte Badstunden berechnet werden soll, lehnen die Vereine ab. Sportreferent Werner befürchtet durch die vielen Gebührenabrechnungen und das Punktesystem einen riesigen Verwaltungsaufwand. „Ich warne davor, dieses Fass auf zu machen“, sagte er. Insgesamt gehe es für die Stadt nur darum, den Vereinen im Jahr 2021 eine zehnmonatige Nutzungsgebühr von 30 500 Euro zu erlassen – das Bad soll am 1. März eröffnen. Das sei verglichen mit den Kostensteigerungen bei anderen Großprojekten eine zu verschmerzende Summe.

ph

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