Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 

Roger Moore ist tot: James-Bond-Darsteller an Krebs gestorben 
„So, wie der Karl-LedererPlatz derzeit ausschaut, kann er nicht bleiben“, sagt Geretsried Bürgermeister Michael Müller im Gespräch mit unserer Zeitung.

Interview: „Es ist kein K.o.-Kriterium dabei“

Zentrumsplanung: Bürgermeister verteidigt Großprojekt

  • schließen

Geretsried – Bürgermeister Michael Müller steht nur Neugestaltung des Karl-Lederer-Platzes. In der Bevölkerung herrscht dagegen überwiegend Skepsis. Es gibt eine Unterschriftenliste gegen das Projekt.

Die erste Anhörung ist vorbei. Vier Wochen lang hatten die Bürger Gelegenheit, sich zur Neugestaltung des Stadtzentrums zu äußern. Im Rathaus lagen die Bebauungspläne für die Grundstücke Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 (im Eigentum der Familie Krämmel) und Egerlandstraße 58 bis 72 (Baugenossenschaft Geretsried) öffentlich aus. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht Bürgermeister Michael Müller ein erstes Fazit der vorzeitigen Bürgerbeteiligung.

-Herr Bürgermeister Müller, wie viele Einwände sind eingegangen?

Bürgermeister Michael Müller

Uns liegen etwa 30 Einwendungen vor, was durchaus im Bereich des Üblichen ist. Darunter sind Schreiben von Rechtsanwälten, Anwohnern und auch Bürgern aus Wolfratshausen, die sich um das Ensemble rund um das Rathaus Sorgen machen. Wir werden diese Einwendungen nun alle sichten und dann dem Stadtrat in der Juli-Sitzung eine Zwischenbilanz vorlegen.
 
-Ihr erster Eindruck?
 
Es ist kein K.o.-Kriterium dabei. Aber es gibt viele gute Hinweise, denen wir nachgehen werden. Das hatten wir uns von der vorzeitigen Bürgerbeteiligung auch versprochen.

-Was sind die Hauptkritikpunkte?

Es geht vor allem um die Ausmaße der Bebauung und damit verbunden um die Themen Verschattung und Veranstaltungen sowie um die Verkehrssituation und die Grundwasserproblematik. Die meisten Einwendungen betreffen den geplanten Bau am Karl-Lederer-Platz. Dazu liegt uns auch eine Unterschriftenliste von etwa 130 Bürgern vor. Überwiegend sind es Anwohner.

-Dieser Neubau der Familie Krämmel soll in Richtung Rathaus erweitert und bis zu sieben Geschosse hoch werden.

Über die Höhe ist noch nicht entschieden. Nur dass wir den städtischen Grund an den Investor verkaufen wollen, darüber besteht im Stadtrat grundsätzlich Einigkeit.

-Hand aufs Herz: Haben Sie schon jemanden getroffen, dem der „Klotz“ wirklich gefällt?

Die Pläne der Investorenfamilie Krämmel: Am Karl-Lederer-Platz soll ein bis zu siebengeschossiger Neubau entstehen. Das Bild zeigt einen ersten Entwurf.

Es gibt viele Leute, die die Pläne positiv beurteilen. Aber natürlich höre ich auch viele negative Stimmen – selbst in meiner Familie. Meine Mutter meinte auch zunächst: „Das wird aber gewöhnungsbedürftig.“ Aber als ich sie gefragt habe, was die Alternative ist, konnte sie mir spontan keine Antwort geben. Und genau das ist der Punkt: So, wie der Karl-Lederer-Platz derzeit ausschaut, kann er nicht bleiben. Wer setzt sich denn dort gerne hin? Um Aufenthaltsqualität zu schaffen, müssen wir den Platz stärker einfassen und eine städtebauliche Markante setzen.
 
-Wie stehen Sie persönlich zu den sieben Geschossen?
 
Ich bin dafür, weil ich der Meinung bin, dass unsere Stadt das verträgt. Das sieht übrigens auch das Landesamt für Denkmalschutz so. Dort hat man keine Bedenken, wenn neben dem denkmalgeschützten Rathaus ein siebengeschossiger Turmbau steht. Und was ist denn die Alternative? Wir werden sicher keine historisierende Altstadtkulisse aus lauter Rathäusern bauen. Eine moderne Stadt wie Geretsried verlangt auch eine moderne Architektur. Aber wenn jemand eine andere zündende Idee hat – bitte gern.
 
-Viele befürchten, dass der Platz durch das Gebäude verschattet wird.
 
Das ist eine Sorge, die wir sehr ernst nehmen. Deshalb haben wir einen externen Gutachter eingeschaltet, der dies prüfen wird. Das Computer-Modell des Architekten genügt uns nicht.

-Durch den Neubau wird der Platz auch verkleinert. Wo sollen künftig die Veranstaltungen stattfinden?

Dazu gibt es von mir eine klare Vorgabe: Alle Veranstaltungen, die bisher auf dem Platz stattfinden, müssen auch weiterhin dort stattfinden können. Eventuell müssen wir sie den neuen Gegebenheiten anpassen und zum Beispiel öfters die Straße sperren.

-Damit wären wir beim Thema Verkehr: Im Krämmel-Bau ist ein Vollsortimenter geplant, im neuen Gebäude der Baugenossenschaft ein Discounter. Das wird viel Verkehr in die Innenstadt ziehen.

Deshalb haben wir einen Verkehrsgutachter beauftragt, die Situation zu bewerten. Die Egerlandstraße ist durchaus leistungsfähig. Die größere Herausforderung sehe ich darin, wie man die Verlegung und neue Einfahrtsituation von der B 11 löst.

-Unter dem Karl-Lederer-Platz ist eine zweigeschossige Tiefgarage geplant, an der Egerlandstraße ein viergeschossiges Parkhaus. Warum baut man nicht gleich auf der Böhmwiese ein Parkhaus und hält den Verkehr so aus der Innenstadt heraus?

Weil das nicht funktionieren wird. Es war immer eine Stärke von Geretsried, dass Einkaufen und Parken eng zusammenliegen. Diesen Standortvorteil sollten wir uns auch erhalten. Unser Zentrum wird vor allem dem täglichen Einkauf dienen, und wer trägt sein Wasserflaschen schon gern von der Egerlandstraße bis zur Böhmwiese?

-Vielleicht sind dann zwei Supermärkte in der Innenstadt doch keine so gute Idee?

Im Gegenteil: Supermärkte bringen Frequenz und die brauchen wir, wenn wir weitere Geschäfte ins Zentrum holen wollen. Nehmen Sie als Beispiel Ernstings Family. Die Kette hat sich nicht angesiedelt, weil das ehemalige Deimer-Haus so schön renoviert wurde, sondern weil gegenüber das BGZ mit dem C & A ist. Außerdem: So falsch können unsere Pläne nicht sein. Sonst hätten die Supermarkt-Ketten nicht so ein starkes Interesse, sich im Zentrum anzusiedeln.

-Böse Zungen behaupten, die Stadt lasse sich vom Investor über den Tisch ziehen.

Solche Neiddebatten bringen uns nicht weiter. Es ist ein Glücksfall, dass wir Investoren haben, die bereit sind, Millionen in die Hand zu nehmen, um unser Zentrum zu stärken. Dass es sich für sie auch rechnen muss, versteht sich von selbst. Unsere Aufgabe ist es, einen Ausgleich zwischen Einzel- und Allgemeininteressen zu schaffen. Das wird über so genannte städtebauliche Verträge geregelt.

-Trotzdem: In der Bevölkerung überwiegt die Skepsis. Wie wollen Sie hier Überzeugungsarbeit leisten? Planen Sie eine Bürgerversammlung zu dem Thema?

Wie gesagt: Im Juli gibt es eine Zwischenbilanz im Stadtrat. Nach der Sommerpause werden wir alle Einwendungen abwägen. Danach erfolgt eine neuerliche Auslegung der Pläne. Außerdem überlegen wir, das Modell vom Stadtzentrum um die geplanten Neubauten zu ergänzen und in einem der leer stehenden Läden am Karl-Lederer-Platz auszustellen. Wir könnten dort auch Sprechzeiten mit dem Architekten oder mir als Bürgermeister anbieten. Auch einen weiteren Bürgerworkshop schließe ich nicht aus.

-Das klingt nach viel Arbeit. Ziel war es, noch heuer Baurecht zu schaffen, damit über den Winter der Abbruch am Karl-Lederer-Platz erfolgen kann.

Ich gebe zu: Der Zeitplan ist sportlich. Aber für Sportliches bin ich immer zu haben.

sas

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Streckenrekord trotz Kaugummi-Effekt
Daniel Götz läuft Schlierseer Halbmarathon in 1:13 Stunden – Lenggrieserin Amanda Reiter gewinnt Frauen-Wertung
Streckenrekord trotz Kaugummi-Effekt
Übergangslösung zum Wohlfühlen
Ein Rundgang durch den Interimsbau. Während der Sanierung werden die Schüler im Container unterrichtet.
Übergangslösung zum Wohlfühlen
Kosten im Blick halten
Die Mitglieder des städtischen Kulturausschusses waren sich einig: Die Waldramer Grund- und Mittelschule soll durch ein zusätzliches Stockwerk um fünf Klassenzimmer …
Kosten im Blick halten
Kalte Füße
Beginnende Erfrierungen: Frank Irnich muss seine Expedition an Everest und Lhotse abbrechen.
Kalte Füße

Kommentare