Wenn Fußballern der Platz fehlt

„Keine Dauerlösung“: ASC Geretsried braucht eigenen Platz

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Platzmangel herrscht in Geretsried. Daher müssen die Fußballer vom ASC ihre Heimspiele in Ascholding austragen. Die Suche nach einer Heimat für den Klub gestaltet sich schwierig.

Geretsried – Vor rund einem Monat gab’s Geld. 1300 Euro sagte der Ausschuss für Jugend, Soziales, Kultur und Sport (Jusskus) dem ASC Geretsried zu (wir berichteten). Einen Hunderter für jedes seiner 13 „Heimspiele“. Die muss der junge Fußballverein in der laufenden Saison in Ascholding austragen und dafür Miete zahlen – weil für ihn in Geretsried im Wortsinn kein Platz ist. Geld ist aber nicht alles. Er wolle nicht undankbar erscheinen, sagt Tasso Lasidis, der Zuschuss der Stadt sei großzügig und Ascholding „eine super Zwischenlösung“. Aber auf Dauer hätte der ASC-Chef für seinen B-Klassisten „gerne eine Heimat“.

Freizeit geht „für einen fremden Verein“ drauf

Das gestaltet sich in der Sportstadt Geretsried als überraschend schwierig. Seine Premierensaison hatte der junge Klub als Gast des FC Geretsried auf der Böhmwiese verbracht. Anfangs lief alles glatt. Die ASC-Kicker durften die Kabinen des Lokalrivalen nutzen, bis der sich plötzlich anders besann – weil der Gast die Umkleiden schmutzig hinterließ, so die Begründung der FC-Verantwortlichen, sagt Lasidis. Er vermutet einen anderen Hintergrund: „Die Probleme begannen, als ein FC-Spieler zu uns wechselte. Davor gab’s überhaupt keine Schwierigkeiten.“

Tasso Lasidis: Der ASC-Boss kommt mit seinem Team in dieser Saison in Ascholding unter.

Robert Uchtdorf bestätigt das – teilweise. Natürlich habe es seinem FC nicht gefallen, dass Benedikt Uchtdorf, noch dazu der Neffe des FCG-Chefs, den Klub in Richtung ASC verließ. Hauptgrund, den Vertrag wieder zu lösen, sei jedoch ein anderer gewesen. „Es war einfach unpraktisch. Uchtdorf „musste unser Vereinsheim – , dort befinden sich die Toiletten, und die Schiedsrichterkabine, dort liegen unserer Spielerpässe – auf- und absperren“. Er habe also immer vor Ort sein müssen an einem Spieltag des ASC. Drei, vier Stunden seiner eigenen Freizeit seien so draufgegangen – „für einen fremden Verein“.

Lösung ist „nicht befriedigend“ und „kein Dauerzustand“

Ohne Umkleiden in Platznähe funktioniere der Spielbetrieb nicht, sagt Lasidis. „Das können wir unseren Gästemannschaften nicht zumuten. Das wäre ja peinlich.“ Wohin also? Die Plätze der Fußball-Freunde am Robert-Schumann-Weg waren keine Option, obwohl die Stadt vermittelte. Von den Hausherren nämlich hatte sich der ASC eineinhalb Jahre zuvor abgespaltet. Für Lasidis ist „nachvollziehbar, dass die FFG das nicht toll finden würden, wenn wir zu ihnen aufs Gelände kommen“. Auch wenn, wie der Vereinsboss einschränkt „nicht alle unsere Spieler von den Fußball-Freunden kamen.“

Die größte Sportstätte der Stadt, das Isarau-Stadion, schied als Heimstatt des ASC ebenfalls rasch aus. Das war auch Lasidis „recht schnell klar“. Die Anlage sei mit dem TuS und dessen vielen Nachwuchsmannschaften sowie dem Team von Olympic an ihrer Kapazitätsgrenze, sagt der Funktionär. Der Rasen in Gelting – auch überlastet – kam ebenso nicht in Frage. Blieb nur die Emigration nach Ascholding.

Wolfgang Werner Der Sportreferent will alle Geretsrieder Kicker an einen Tisch holen.

Diese Lösung „ist aber nicht befriedigend und auch kein Dauerzustand“, sagt Sportreferent Wolfgang Werner. Der Juskus könne zudem nicht jedes Jahr die Nutzung eines fremden Platzes in der Nachbarschaft bezuschussen. Nein, die Stadt müsse die Platzprobleme ihrer Fußballer anders in den Griff kriegen. Deshalb möchte der Sportreferent das Thema auf die Agenda des Info-Abends „Wo drückt der Turnschuh?“ am Donnerstag setzen. Im Januar oder Februar, noch vor Beginn der Rückrunde, schwebt Werner ein Treffen der örtlichen Fußballvereine und -abteilungen vor. „In solch einer Runde“, sagt er, „lässt sich am ehesten eine Lösung finden.“

Wo drückt der Turnschuh?

In der Reihe „Wo drückt der Turnschuh?“ lädt der Sportreferent des Stadtrats, Wolfgang Werner, für Donnerstag, 14. Dezember, um 19 Uhr in die Ratsstuben ein. Unter anderem geht es um die Zukunft der Sportstätten und die Fortschreibung des Sportentwicklungsprogramms. Stichwort: „Sport-Agenda 2025“.

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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