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Seit Oktober Leiter der Stadtbücherei Geretsried: Björn Rodenwaldt.

Kostenloser Ausweis für Kinder und Jugendliche

Stadtbücherei streicht Gebühren

Geretsried - Die Stadtbücherei Geretsried ändert ihre Gebührenordnung. Besonders Kinder und Jugendliche profitieren.

Kinder und Jugendliche müssen in der Geretsrieder Stadtbücherei künftig keinen Jahresbeitrag mehr zahlen. Dies hat der Kulturausschuss des Stadtrats am Dienstag einstimmig beschlossen.

Björn Rodenwaldt, seit Oktober Leiter der Bücherei, möchte mehr Kinder zum Lesen bewegen. Die bisherige Gebühr in Höhe von sechs Euro sei hinderlich. Bei Besuchen von Kindergartengruppen sehe er immer zahlreiche „leuchtende Augen“, sagte Rodenwaldt. Pro Gruppe kämen im Schnitt aber nur ein bis zwei Eltern im Anschluss vorbei, um einen Ausweis zu beantragen. Künftig könne man alle Kinder direkt mit dem kostenlosen Pass ausstatten. Eine Umfrage bei Jugendlichen habe zudem ergeben, „dass auch sie unser Angebot eher nutzen würden, wenn es kostenlos wäre“, so der Büchereileiter. Momentan haben 445 Minderjährige einen Ausweis. Sie entliehen im vorigen Jahr gut 24 000 Medien.

Vormerkgebühr fällt weg

Ab sofort verzichtet die Bücherei außerdem auf die Vormerkgebühr in Höhe von einem Euro. So soll die Zahl der Ausleihen steigen. Zuletzt waren es knapp 170 000 Medien pro Jahr. Durch den Schritt falle nicht nur die zeitintensive Gebührenerhebung weg, erläuterte Rodenwaldt. Vorbesteller könnten künftig direkt per E-Mail über die Verfügbarkeit informiert werden. „Das ist ein Schritt in die Zukunft.“

Kostenloses Surfen im Internet

Des Weiteren ist die Nutzung der beiden Internet-Terminals im Untergeschoss der Bücherei künftig kostenlos. Bislang zahlte man dafür zwei Euro pro Stunde – mit der Folge, dass die Computer so gut wie gar nicht genutzt wurden. „Nicht mehr zeitgemäß“, urteilte Rodenwaldt. Zudem strebe man ohnehin die Einrichtung einen kostenlosen WLAN-Zugangs in der Bücherei an.

Die Mindereinnahmen haben keinen Einfluss auf den Beschaffungsetat, sagte Bürgermeister Michael Müller (CSU). Die Stadt setze mit geringen Eintrittsbarrieren ein Zeichen für Leseförderung. In einem Jahr soll das Büchereiteam über seine Erfahrungen berichten.

Sebastian Dorn

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