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Rund 1200 Kinder besuchen in Geretsried eine Kita, gut 20 Geretsrieder Kinder stehen noch auf den Wartelisten. Auch sie könnten untergebracht werden, wenn die Träger das Personal hätten, ihre Kapazitäten voll auszuschöpfen.

Kinderbetreuung

Viele Plätze, aber zu wenig Personal

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Geretsried - Die Zeiten, als bis zu 200 Kinder in Geretsried auf einen Kita-Platz warteten, sind vorbei. Rein rechnerisch hat die Stadt derzeit sogar einen Überhang an Betreuuungsplätzen – wenn nicht das Problem mit dem Personal wäre.

15 Kindertagesstätten (Kitas) gibt es in Geretsried. Sie befinden sich alle in kirchlicher oder privater Trägerschaft und werden von der Stadt bezuschusst. Im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport (Jusskus) informierten Bürgermeister Michael Müller und Fachbereichsleiter Werner Rampfel über die aktuelle Belegungssituation. Demnach stehen auf den Wartelisten derzeit noch 47 Kinder, von denen 25 nicht aus Geretsried sind. Sie verteilen sich wie folgt: Krippe 16 (davon 11 Auswärtig), Kindergarten 25 (13) und Hort 6 (1).

22 Geretsrieder Kinder müsste die Stadt also noch unterbringen. Und das könnte sie auch, würden alle Träger ihre Kapazitäten voll ausschöpfen. „In diesem Fall hätten wir sogar einen Überhang an Plätzen“, erklärte der Bürgermeister. Weil einige Einrichtungen aber Probleme haben, Personal zu finden, sind derzeit eine Kindergartengruppe mit 25 Plätzen sowie vier Krippengruppen mit insgesamt 48 Plätzen nicht belegt. Die Freie Waldorfschule Isartal hat ihren Kindergarten laut Rampfel ganz aufgegeben. Trotzdem hat sich die Situation deutlich entspannt. Im Jahr 2014 standen bis zu 200 Kinder auf den Wartelisten. „Wir haben in den letzten zwei Jahren aber auch große Anstrengungen unternommen“, erinnerte Müller. Mit finanzieller Unterstützung der Stadt entstanden zwei neue Kindertagesstätten: Temenos in Gelting und Champini an der Jeschkenstraße. Zudem baute die Kommune die Kita am Künnekeweg, die sich in Trägerschaft der Kinderland Weyarn GmbH befindet. Und sie übernahm die alten Container von Temenos an der Tattenkofener Straße. In der „Blechkiste“ befindet sich heute eine Außenstelle des Caritas-Kindergartens an der Adalbert-Stifter-Straße. Laut Bürgermeister summieren sich die jährlichen Ausgaben für die Kinderbetreuung inzwischen auf mehr als fünf Millionen Euro. Dies sei mit Abstand „der größte Förderposten der Stadt“.

Als große Herausforderung für die Zukunft nannte Fachbereichsleiter Rampfel die Schaffung entsprechender Räume für eine Mittagsbetreuung. Aus Platzmangel gibt es derzeit an keiner der beiden Grundschulen einen Ganztagszug. Auch die geplante Aufstockung der Karl-Lederer-Grundschule wird nur den Raumbedarf für den Unterricht decken. Immerhin gibt es dort bereits eine von Gabriele Kaiser organisierte Mittagsbetreuung, die weit über 100 Kinder nutzen. Gäbe es diesen Förderverein nicht, so ließ Rampfel anklingen, würde die Situation im Hortbereich ganz anders ausschauen.

SPD-Stadtrat Wolfgang Werner bat darum, bei den Trägern auf noch flexiblere Öffnungszeiten zu drängen. „Eine 24-Stunden-Kita ist vielleicht noch Zukunftsmusik“, sagte er. „Aber das wird irgendwann kommen.“ Laut Rampfel besteht bei den Trägern durchaus Bereitschaft, ihre Öffnungszeiten zu verlängern, wenn es genügend Interessenten gibt. „Noch sind das Einzelfälle.“ Zerschlagen haben sich Überlegungen, mit örtlichen Unternehmen eine betriebliche Kinderbetreuung zu organisieren. Bürgermeister Müller: „Wir haben mit der Industrie gesprochen. Es war keine Bereitschaft da.“

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