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Wegen Kinder-Pornografie musste sich ein 38-jähriger Wolfratshauser vor dem Wolfratshauser Amtsgericht verantworten. 

Aus dem Amtsgericht

Kinderpornografie: 38-Jähriger bekommt ein Jahr auf Bewährung

  • vonPeter Herrmann
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Ein 38-Jähriger ist wegen Besitzes kinderpornografischer Dateien angeklagt. Richter Berger ringt um Fassung: „Das ist schlichtweg grauenhaft“ 

Geretsried/Wolfratshausen – Helmut Berger musste sich in seiner langjährigen Tätigkeit als Richter am Wolfratshauser Amtsgericht bereits mit vielen widerwärtigen Strafsachen auseinandersetzen. Die Bilddateien und die Videofilme, die er sich bei der Aufklärung eines aktuellen Kinderpornografie-Vergehens anschauen musste, verschlugen jedoch selbst ihm kurz die Sprache.

Das Beweismaterial war am 22. Juli des vorigen Jahres bei einer polizeilichen Durchsuchung in der Wohnung eines 38-jährigen Geretsrieders auf dessen PC, Smartphone und diversen USB-Sticks gefunden worden. Zu sehen waren unter anderem die Vergewaltigung eines siebenjährigen Mädchens und die Fesselung sowie Folterung eines 14-jährigen Buben. „Das ist schlichtweg grauenhaft“, rang Berger sichtlich um Fassung.

Die Kriminalpolizei war dem Angeklagten durch die Überprüfung der E-Mails eines anderen Verdächtigen auf die Spur gekommen. Bei der Durchsuchung wurden aber nicht nur die kinderpornografischen Dateien gefunden. Im Schrank des 38-Jährigen entdeckten die Ermittler auch ein sogenanntes Spekulum, ein medizinisches Gerät, das unter anderem für frauenärztliche Untersuchungen verwendet wird. Ob es benutzt wurde, konnte dem Mann nicht nachgewiesen werden.

Während der etwa einstündigen Verhandlung meldete sich der Geretsrieder kaum zu Wort. Stattdessen äußerte sich seine Rechtsanwältin Katja Günther. „Mein Mandant räumt den Besitz kinderpornografischer Dateien ein, schämt sich sehr und entschuldigt sich“, erklärte sie. Seit April befindet sich der 38-Jährige in therapeutischer Behandlung, die er aus eigener Tasche bezahlt. „Eine Einheit kostet 120 Euro, 34 Sitzungen hatte ich schon“, berichtete der Angeklagte.

Vor der Hausdurchsuchung im Juli 2019 hatte der Mann etwa vier Jahre lang kinderpornografische Bilder und Filme aus dem Darknet auf seinen Rechner geladen. Ein Sachbearbeiter der Kriminalpolizei Weilheim sichtete eine dreistellige Anzahl dieser Dateien und zeigte sich im Verhandlungssaal ebenfalls schockiert. „Das Leid, das hinter diesen Bildern steckt, sieht man nicht alle Tage“, sagte er. Meist seien die abgebildeten Kinder traumatisiert und könnten ihr ganzes Leben lang keine normale Beziehung mehr führen.

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Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft war und eine Therapie begonnen hat, empfahl die Staatsanwältin, die Haftstrafe von einem Jahr und acht Monaten auf Bewährung auszusetzen.

Rechtsanwältin Katja Günther wollte es bei einer achtmonatigen Bewährungsstrafe belassen, obwohl ihr „als Mutter einer Tochter bei dem Fall auch das pure Kotzen“ komme, wie sie sagte. Richter Helmut Berger verurteilte den Mann schließlich zu einer einjährigen Bewährungsstrafe. Zudem muss der Geretsrieder seine Therapie fortsetzen und 1000 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen.

ph

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