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Wie kommt ihre Katze in die Wohnung? Eine Geretsriederin will ihre Katzenklappe nicht ausbauen lassen. Daher streitet sie sich mit ihrem Vermieter vor dem Wolfratshauser Amtsgericht.

Kleine Klappe, großer Ärger

Geretsriederin streitet wegen Katzenklappe vor Gericht

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Der neue Vermieter verlangt, dass eine Geretsriederin ihre Katzenklappe aus der Wohnungstür entfernt. Weil sich die Mieterin weigert, streiten die beiden vor Gericht. Einigen können sich die beiden nicht.

Geretsried/Wolfratshausen – Damit ihre zwei Katzen ins Warme können, wenn sie nicht daheim ist, hat eine Geretsriederin vor rund 15 Jahren eine Katzenklappe in ihre Wohnungstür im ersten Stock installieren lassen. Vor etwa drei Jahren wurde das Haus, in dem sie zur Miete wohnt, verkauft. Nun verlangt der neue Eigentümer, dass die Klappe entfernt wird. Die Mieterin weigert sich, dem nachzukommen. Deshalb beschäftigt der Streit nun die Gerichte.

„Früher hat man miteinander geredet, aber das ist heute ja nicht möglich“

In erster Instanz bekam der Eigentümer am Amtsgericht Wolfratshausen recht. Das will die Mieterin nicht akzeptieren. Der Kläger begründet seine Forderung mit Brandschutzvorschriften. Der Kaminkehrer habe ihn darauf aufmerksam gemacht, „dass die Klappe brandschutztechnisch nicht zulässig ist“, erläuterte er vor Gericht. Die Beklagte beruft sich darauf, dass der Einbau der Klappe vom früheren Hausbesitzer bewilligt worden sei und es nie Beanstandungen gegeben habe. Eine schriftliche Einwilligung, wie von der Richterin gefordert, kann sie jedoch nicht vorweisen. „Es gibt nichts Schriftliches“, sagte die Mieterin. „Früher hat man miteinander geredet, aber das ist heute ja nicht möglich.“

Als das Haus den Besitzer wechselte, führte auf der Rückseite zusätzlich eine Katzenleiter hinauf zum Balkon im ersten Stock. Die Leiter sei zwischenzeitlich auf Drängen des Eigentümers abgebaut worden. Im Gegenzug ließ der Hausherr eine Katzenklappe unten in die Haustür einbauen. Aber: „Wie sollen die Katzen in die Wohnung kommen, wenn die Klappe im ersten Stock entfällt?“, fragte Manfred Fuchs, Rechtsanwalt der Beklagten.

Richterin versuchte einen Kompromissvorschlag – ohne Erfolg

Die Richterin empfahl, es so zu machen wie ihre früheren Nachbarn. „Die haben die miauende Katze einfach reingelassen.“ Für die Mieterin ist das keine Lösung. Wie das gehen solle, wenn sie den ganzen Tag arbeite, fragte sie verzweifelt. Die Richterin versuchte es mit einem Kompromissvorschlag. „Können Sie sich die Katzenleiter wieder vorstellen?“, fragte sie den Kläger. „Das hätte ich vielleicht vor zwei Jahren gemacht“, antwortete der Hausbesitzer. „Heute bin ich zu keinen Zugeständnissen bereit.“ Er begründet das mit fortwährenden Streitigkeiten: „Ich habe nur Ärger mit der Mieterin.“ Die bestätigte die Reibereien: „Ich wohne seit 21 Jahren in dem Haus. Aber erst seit drei Jahren gibt es ständig Ärger. Alles, was vorher war, interessiert nicht.“

Die Richterin diktierte für das Protokoll: „Ich habe es angeboten. Aber eine gütliche Einigung kann ich nicht herbeiführen.“ Schriftlich teilte sie den Parteien später mit, dass der Klage des Hauseigentümers stattgegeben werde. Die Katzenklappe im ersten Stock muss weg. Die Mieterin will es damit nicht bewenden lassen. Ihr Rechtsanwalt kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Fortsetzung folgt.

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