Knapp 18 000 Liter Öl gefördert

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Geretsried - Noch mindestens fünf Jahre wird die Sanierung des so genannten Ölsees dauern. Bislang wurden aus dem Grundwasser unter der ehemaligen Industriewäscherei Gloning knapp 18 000 Liter Öl ausgetragen.

Die Wäscherei Gloning hatte auf einem Grundstück an der Siebenbürger Straße von etwa 1950 bis 1974 industriell verunreinigte Putzlappen gereinigt und Abwässer versickern lassen. Das Waschwasser wurde laut einem Bericht der Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern (GAB) zwar in einer technisch einfachen Reinigungsanlage behandelt. Trotzdem befanden sich in den Abwässern, die in drei auf dem Gelände liegende Bombentrichter gekippt wurden, Mineralöl- und Lösungsmittelrückstände. „Durch die langjährige Betriebszeit der Firma reicherten sich große Schadstoffmengen im Untergrund sowie im Grundwasser an“, heißt es in dem Bericht der GAB weiter.

Detaillierte Untersuchungen zeigten das volle Ausmaß des Schadens und wiesen eine Ausbreitung „weit über das Firmengrundstück hinaus nach, zum Teil sogar bis zur im Abstrom liegenden Isar“. Eine umfassende Sanierung des Erdreichs war unumgänglich. So tauschte man in den Jahren 2000 und 2001 den Boden aus. Zirka 5000 Tonnen „hoch verunreinigtes Material“ wurde ausgehoben, in abgedeckten Lkw zu einem Bodenreinigungszentrum nach Roth gebracht und biologisch behandelt. Anschließend verwendete man das Erdreich wieder. Dem Untergrund wurden damals 1300 Liter reines Öl und mit dem Aushub weitere 60 000 Liter Mineralöl (letzteres entspricht in etwa der Menge zweier Tanklastzüge) entzogen. Die erste Teilsanierung verursachte Kosten in Höhe von rund 675 000 Euro.

Die zweite Sanierungsphase des Schadensfalls 118 läuft inzwischen seit elf Jahren. Laut Cornelia Breiter vom Landratsamt wurde die Grundwasserreinigungsanlage im Juni des vergangenen Jahres durch eine neue ersetzt. Diese laufe ebenfalls weitestgehend automatisiert und mittlerweile ebenfalls störungsfrei. Von Sanierungsbeginn bis Ende vergangenen Jahres wurden laut Breiter über die geförderte Ölphase und das geförderte Grundwasser insgesamt 17 954 Liter Öl ausgetragen. Rein aus dem Grundwasser konnten 323 Kilogramm BTEX (Abkürzung für die aromatischen Kohlenwasserstoffe Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol) sowie über eine Tonne Mineralölkohlenwasserstoffe ausgetragen werden. „Aus der Ölphase konnten 260,1 Kilogramm BTEX rückgewonnen werden“, ergänzt Breiter.

Die Gesamtkosten für den Betrieb der Anlage belaufen sich jährlich auf etwa 40 000 Euro, die der Landkreis vorfinanziert. Über die GAB werden die Kosten der Sanierung derzeit weiterhin mit 75 Prozent getragen. Insgesamt sind bisher Sanierungskosten von rund 2,28 Millionen Euro entstanden. Nach Einschätzung der Fachbehörden wird die Sanierung noch mindestens fünf Jahre andauern.

Die Chance, das investierte Geld von der Grundstückseigentümerin zurückzuholen, ist äußerst gering. Für die Kosten der ersten Teilsanierung hat der Landkreis eine eine Sicherungshypothek im Grundbuch eintragen lassen. Eine Zwangsversteigerung des Grundstücks ist nicht auszuschließen.

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