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In der Feuerwache fühlt sich der neue Erste Kommandant Erik Machowski pudelwohl.

Kommandant im Porträt

Erik Machowski ist Feuerwehrler fürs Leben

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Die Geretsrieder Feuerwehr hat einen neuen ersten Kommandanten. Erik Machowski (40) ist seit 1. Mai im Amt und wie geschaffen für den Posten – die Feuerwehr ist sein Leben.

Geretsried – Wenn Erik Machowski die Feuerwache Nord betritt, ist das wie nach Hause kommen für ihn. Die Mannschaft ist seine zweite Familie. Zwischen dem Fuhrpark und der Werkstatt fühlt er sich wohl. Er weiß, wo alles steht und liegt – fast als wäre er in seinem Wohnzimmer.

Seit 1. Mai muss er sich aber an eine neue Perspektive gewöhnen. Er hat den Schreibtisch im Kommandanten-Büro gewechselt: Machowski, bisher Zweiter Kommandant, wurde von seinen Kameraden zum Chef gewählt. Dass er mal auf diesem Stuhl sitzen würde, hat er nie geplant – und auch nie darüber nachgedacht. Aber eigentlich hat es so kommen müssen. Der 40-Jährige ist ein Mensch, der sich beim Einsatz gerne nach vorne stellt, weil er wissen will, wie die Dinge funktionieren. Er ist zielstrebig, will Abläufe optimieren. Für ihn muss es schnell gehen, aber gründlich sein.

Als Bub drückte er sich die Nase an der Fensterscheibe platt

Und für die Feuerwehr hatte Machowski schon immer ein Faible. Als seine Eltern nach Geretsried gekommen sind, war er drei Jahre alt. Die junge Familie zog in eine Wohnung an der Sudetenstraße – direkt gegenüber lag die alte Feuerwache Süd. Wenn der Alarm ging, drückte der kleine Erik seine Nase an der Fensterscheibe platt. „Meine Mama hat schon immer gelacht“, sagt Machowski heute.

Dass er auch mit auf Einsätze fahren wollte, sobald er alt genug ist, erklärt sich von selbst. Bis er den Weg zur Wache fand, dauerte es aber trotzdem bis zu seinem 18. Geburtstag. „Meine älteren Freunde haben gesagt, dass ich vorher eh nichts machen darf“, erinnert er sich. Und Warten ist nicht seine Stärke.

Helfersyndrom und Faszination für Technik

Dafür zog er die Ausbildung, die Heranwachsende eigentlich mit 14 Jahren in der Jugendgruppe beginnen, umso schneller durch. „Ich bin als Seiteneinsteiger gekommen, der mit seinen 18 Jahren eigentlich alles darf, aber von Tuten und Blasen keine Ahnung hat“, sagt der heute 40-Jährige. Er hat sich reingehängt, nach und nach alle nötigen Ausbildungen gemacht und wurde mit 24 Jahren sogar selbst zum Ausbilder.

Machowski sagt von sich selbst, er habe ein Helfersyndrom – wie viele andere bei der Freiwilligen Feuerwehr. „Wir setzen alle möglichen Fahrzeuge und schweren Geräte ein, um einen Gefahrenbereich wieder zu ordnen, aus dem alle anderen flüchten“, sagt er. Ihn fasziniere dabei besonders der technische Aspekt.

Ehrgeizige Ziele für die Amtszeit

Feuerwehr, Hobby und Berufsleben – bei Machowski geht das alles ineinander über. Er lernte Kfz-Mechaniker. Das hilft ihm im Ehrenamt und bei seinem 46 Jahre alten BMW, erste Baureihe der Fünfer-Klasse, den er daheim hat. Nach der Lehre studierte der Geretsrieder BWL und wurde Verkaufsleiter in einem amerikanischen Konzern, der Feuerwehrhelme und Wärmebildgeräte, mit denen man durch Rauch sehen kann, vertreibt. Seit kurzem arbeitet er wieder in einer Werkstatt in Geretsried – nach den ständigen Geschäftsreisen wollte er in der Heimat Fuß fassen.

Und so hat er auch Zeit für seine zweite Familie – sprich die 93 aktiven Mitglieder. „Ich würde meine Hand für die Feuerwehr abhacken, wenn es sein müsste“, sagt der 40-Jährige. „Wir stehen hintereinander, füreinander und zueinander.“ Für seine Amtszeit als Erster Kommandant hat sich Machowski ehrgeizige Ziele gesetzt. Er möchte den Verwaltungsakt vereinfachen, die Ausbildung komprimieren. „Langfristig will ich mindestens die Mitgliederzahl halten und weitere adäquate Mitglieder gewinnen, um unseren großen Aufgaben personell gewachsen zu sein.“

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