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Die EZB will die 500-Euro-Scheine eventuell abschaffen.

Händler sprechen über EZB-Pläne

Kommt 500-Euro-Schein weg? Trauer hält sich in Grenzen

Bad Tölz-Wolfratshausen - Sie Händler sind nicht sonderlich traurig, falls der 500-Euro-Schein abgeschafft wird. Sie sehen ein anderes Problem.

Er ist seit Jahren im Umlauf, doch Otto Normalverbraucher bekommt ihn nur selten zu sehen: Der 500-Euro-Schein ist das Phantom im europäischen Zahlungsverkehr. Die Europäische Zentralbank (EZB) denkt derzeit laut darüber nach, ihn abzuschaffen. „Der 500-Euro-Schein ist ein Instrument für illegale Aktivitäten“, sagt EZB-Präsident Mario Draghi und findet in Jan Pirscher einen Unterstützer: Für sein Unternehmen mache der Fünfhunderter überhaupt keinen Sinn, sagt der Geschäftsführer der Esso-Tankstelle an der Königsdorfer Straße in Wolfratshausen.

„Aus Sicherheitsgründen werden sie nicht angenommen. Außerdem haben wir wegen möglicher Raubüberfälle nur geringe Bargeldbestände im Haus und deshalb nicht genügend Geld, um herausgeben zu können.“ Ändern würde sich für sein Unternehmen also nichts, „höchstens, dass wir Kunden nicht mehr erklären müssten, dass wir keine 500-Euro-Scheine annehmen“.

Leonardo Malagrino, Chef der Geretsrieder Aral-Tankstelle an der Elbestraße, sieht für den Business-Bereich ebenfalls keinen Sinn in dem großen Schein: „Wir nehmen ihn nicht an, da das Risiko einer Fälschung zu hoch ist.“ Privat sehe das vielleicht anders aus. Da sei er „doch recht praktisch“. Sollte man den Fünfhunderter abschaffen, fürchtet Malagrino höchstens Folgen für die Umwelt. „Dann müssten ja mehr kleine Scheine gedruckt werden.“

Florian Billion, Geschäftsführer der Autohaus Billion in Geretsried, schätzt dagegen den großen Schein als Zahlungsmittel. Der habe den 1000-Mark-Schein ersetzt und sei wichtig beim Barkauf. „Mit vielen kleineren Scheinen würde das komplizierter werden.“ Billion räumt jedoch ein, dass der Barkauf in der Automobilbranche immer weiter zurückgehe. „Das elektronische Einkaufen ist einfacher, daher zahlen die meisten mit Karte. Deshalb würde sich für uns auch nicht so viel ändern.“

Hans-Jürgen Reuschenbach hält den Fünfhunderter für ein überflüssiges Relikt. „Eigentlich zahlen Leute heutzutage selbst kleine Beträge mit Karte“, sagt der Inhaber der Firma HJR-Maßbekleidung am Obermarkt in Wolfratshausen im Gespräch mit unserer Zeitung. Selbst 200-Euro-Scheine seien kaum in Umlauf. Die typischen Bezahlmittel im Kundenverkehr „sind Fünfziger und Hunderter“, so Reuschenbach.

In die selbe Kerbe schlägt Andrea Hierl vom Wolfratshauser Raumausstattungsgeschäft Peter Hierl. „Wenn jemand mit Scheinen zahlt, dann nur bei einem kleineren Einkauf. Von daher würde sich nicht viel ändern, wenn der Fünfhunderter abgeschafft würde.“

jsc

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