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Für mehr Kitaplätze wollen sich die Freien Wähler einsetzen.

Konzerte, Kneipen, Kinder

Kommunalwahl 2020: Freie Wähler wollen sich für mehr Kultur und  Kita-Plätze einsetzen

Was fehlt im kulturellen Bereich? Wie können Wartelisten bei der Kinderbetreuung vermieden werden? Diesen Fragen gingen die Freien Wähler (FW) im Gasthof Geiger nach. Die FW-Stadtratskandidaten und Mitglieder des Ortsverbands blieben dabei weitestgehend unter sich.

Geretsried – Günter Wagner, Ersatzkandidat auf der FW-Stadtratsliste und Festivalleiter des Geretsrieder Kulturherbstes, referierte über sein Fachgebiet, die Kultur. „Wir haben einiges in Geretsried, aber längst nicht alles“, sagte er. Was fehle, sei zum Beispiel eine Galerie. Nach Aussage der Stadt hätten eigentlich im „Puls G“- Gebäude am Karl-Lederer-Platz Räume für bildende Kunst angemietet werden sollen. Wagners Wissen nach ist dem nicht so. Der Saal der Ratsstuben sei kein Schmuckstück und lasse von der Technik her zu wünschen übrig.

Günter Wagner ist Festivalleiter des Geretsrieder Kulturherbstes.

Die Freien Wähler wären dafür, in die Renovierung Geld zu stecken, auch wenn mit dem Bürgerhaus in Stein bald ein moderner Veranstaltungssaal zur Verfügung stehe und irgendwann einmal, wenn die S-Bahn nach Geretsried fahre, ein Saal auf der Böhmwiese geplant sei. Altbürgermeisterin Cornelia Irmer sagte, eine Stadt in der Größenordnung und mit der Entwicklung Geretsrieds brauche mehrere Theater-, Konzert- und Festsäle. „Das gehört für mich im neuen Stadtrat diskutiert“, sagte sie.

Worauf die Stadt wenig Einfluss hat, was aber nach Meinung Wagners von der Bevölkerung ebenfalls vermisst wird, sind ein Kino und Kneipen. „Es ist totaler Unsinn zu behaupten, der Geretsrieder gehe nicht weg“, meinte Wagner. Felix Leipold sagte, das „PapperlaPub“ an der Adalbert-Stifter-Straße sei im Moment der einzige Treffpunkt für junge Leute am Abend.

Im neuen Zentrum wollen die Freien Wähler „mehr Piazza-Feeling“ durch längere Öffnungszeiten von Cafés sowie durch Konzerte. „Vergleichbare Städte wie Olching oder Unterhaching sind uns in der Beziehung weit voraus“, sagte Wagner. Das Liedermacherfestival müsste in seinen Augen „mehr gepusht“ werden, außerdem wäre ein von der Stadt initiiertes Theaterensemble, das anspruchsvolle Stücke spielt, erstrebenswert. Dass die Stadt beim Kulturherbst regelmäßig draufzahlt, ist für Stadtratskandidat Jochen Pelz kein Problem. Die Veranstaltung sei ein Gewinn, war er sich mit den anderen Anwesenden einig.

Sonja Frank Sozialreferentin und Familienbeauftragte des Stadtrats.

Wie für die Kultur gilt auch für die Kinderbetreuung, dass es viele Einrichtungen gibt, aber nicht genügend. Sonja Frank, Sozialreferentin des Stadtrats, berichtete, dass heuer 50 Kinder auf der Warteliste für einen Platz in Krippe, Kindergarten oder Hort stünden. „Andere Städte kriegen das besser hin“, so Frank. Sie regte – wie kürzlich bereits die SPD bei ihrem Stadtgespräch – die Gründung einer Großtagespflege unter der Trägerschaft der Stadt an. In angemieteten, kindgerechten Räumen könnten ausgebildete Tagesmütter bis zu 16 Kinder im Alter von null bis 14 Jahren ganztägig betreuen. „Dadurch wäre die Stadt flexibler. Je nach Bedarf könnte sie dort Krippenkinder oder Schulkinder unterbringen“, meinte Frank. Sie berichtete von einer Gruppe Frauen, die ab September eine solche Großtagespflege anbieten wollten, aber bereits einen Träger gefunden hätten. Eine zweite Einrichtung in Händen der Stadt wolle sie im Fall ihrer Wiederwahl angehen, versprach Frank.

Wenig Vorteile brächte es nach Ansicht der Freien Wähler, wenn die Stadt eine eigene Kindertagesstätte betreiben würde. Cornelia Irmer sagte, es sei gute Tradition in Geretsried, die Kitas an Träger zu vergeben. Die Stadt baue schließlich teilweise welche, wie zum Beispiel am Künnekeweg. Der zusätzliche Eigenbetrieb würde einen hohen Verwaltungsaufwand bedeuten. Lieber, so stimmte Irmer mit ein, sollten sich die Freien Wähler für eine Großtagespflege einsetzen.

Tanja Lühr

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