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Informative Stadtrundfahrt: Bürgermeister Michael Müller führte einen Bus mit 55 Bürger durch die Stadt.

Kommunalwahl 2020 

Geretsried: Bustour mit dem Bürgermeister

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Premiere in Geretsried: Bürgermeister Michael Müller gab den Reiseführer durch vier Stadtteile. In etwa eineinhalb Stunden fuhr der Bus die „Hotspots“ der Stadt ab. 

Geretsried – Es war eine Premiere, die großen Zuspruch erfuhr. Erstmals mietete die Geretsrieder CSU einen großen Bus, der am Freitag die „Hotspots“ der flächenmäßig lang gezogenen Stadt abfuhr. Die Moderation der rund anderthalbstündigen Tour übernahm Bürgermeister Michael Müller, der am 15. März erneut für dieses Amt kandidieren wird. „Die 55 Sitzplätze für interessierte Bürger waren schon nach kurzer Zeit vergeben: Wir mussten sogar eine Warteliste erstellen“, berichtete Organisatorin und CSU-Stadträtin Dr. Sabine Gus-Mayer.

Auftakt am künftigen Geltinger S-Bahnhof

Zwischen dem Kindergarten St. Benedikt und dem Verkehrsübungsplatz an der Leitenstraße legte die Reisegruppe den ersten Halt ein. In Sichtweite soll der künftige Geltinger S-Bahnhof errichtet werden. „Damit wird auch ein enormer Siedlungsdruck entstehen“, prognostiziert Müller. Er wolle den noch bestehenden Grüngürtel weitgehend erhalten und verhindern, dass die umliegenden Flächen – die zu einem Drittel Geretsried und zu zwei Dritteln Wolfratshausen gehören – vollständig bebaut werden. „Gelting soll ein eigenständiger Ort bleiben und nicht von den umliegenden Städten geschluckt werden“, stellte Müller klar.

Über die B11 in den Geretsrieder Süden

Kurz hinter der Stadteinfahrt Nord an der Blumenstraße soll die B11 an den Schwaigwaller Hang verlegt und bis zur Böhmwiese auf vier Spuren erweitert werden, ehe sie auf Höhe der Tattenkofener Straße wieder in die bisherige Streckenführung einbiegt. Müller ging nur kurz auf die Zukunft der Böhmwiese ein. „Der neue Stadtrat wird über die dortige Entwicklung entscheiden“, sagte er. Geht es nach dem Rathauschef, könnte neben dem S-Bahnhof eine Mischform aus Wohnnutzung und kulturellen Einrichtungen entstehen.

In Stein: Neue Herausforderungen

Vor dem in wenigen Monaten schließenden Penny-Discounter in Stein drückte der Busfahrer erneut auf die Bremse. „Die Stadt kann hier zwar nicht eingreifen, sehr wohl aber günstige Rahmenbedingungen für eine Nachfolgenutzung schaffen“, erklärte Müller. Ein möglicher Ansatz wäre für ihn, die Straße so zu verschwenken, dass einem Discounter-Betreiber noch mehr Verkaufsfläche zur Verfügung stehen würde. Eine Aufwertung des Stadtteils erhofft sich Müller vor allem durch das geplante Bürger- und Jugendhaus, das sich wie berichtet zu einem wichtigen Treffpunkt entwickeln soll.

Endbahnhof der S7

Viel Pendelverkehr aus Dietramszell, Bad Heilbrunn, Königsdorf und anderen Gemeinden erwartet Müller vor der künftigen Endstation der S7, die in einem Waldstück zwischen Jeschken- und Richard-Wagner-Straße auf Königsdorfer Flur errichtet wird. Leistungsfähige Zugangsstraßen seien ebenso erforderlich wie die Modernisierung der einstigen Siedlung Geretsried. Entgegen einiger Prognosen rechnet der Rathauschef nicht damit, dass die Einwohnerzahl in den nächsten 16 Jahren auf 36 000 ansteigen wird: „30 000 halte ich für realistisch.“

Übers Hallenbadin die „Neue Mitte“

Den Geretsrieder Familien sollen neben einer vollständig sanierten Mittelschule und einem Hallenbad auch neue Kindertagesstätten und eine dritte Grundschule in der Nähe des Schulzentrums zur Verfügung stehen. Rund um das alte Hallenbad könnte laut Müller ein „Volksportpark“ entstehen. Der Einzelhandel wird sich folgerichtig in der „Neuen Mitte“ rund um den Karl-Lederer-Platz und die Egerlandstraße ballen. „Hier gilt es Frequenz zu schaffen, damit sich neben Discountern auch kleine Geschäfte ansiedeln“, erklärte er den Mitreisenden.

Banater Straße und Gewerbegebiete

Dass auf dem ehemaligen Lorenz-Areal 768 Wohnungen errichtet werden, gefällt nicht jedem der benachbarten Unternehmen. „Die zur Bauer Group gehörende Uniccomp GmbH wird sicher klagen“, gibt sich Müller keinen Illusionen hin. Die Schaffung von Wohnraum hält er dennoch für unabdingbar. Mit einem Abstecher in die beiden Geltinger Gewerbegebiete und einer Fahrt über die neu erschlossene Leitenstraße endet die Tour im Gasthof Alter Wirth. Hier hatten die Busgäste Zeit, mit dem Bürgermeister über ihre Eindrücke zu reden. Gesprächig zeigten sich dabei alle Altersgruppen. „Ich fand’s spannend, mal die Zusammenhänge zu erkennen: Besonders interessiert haben mich die Themen Schulen und S-Bahn – das Geltinger Gewerbegebiet eher weniger“, fasste die zwölfjährige Felicitas Pietig das Erlebte zusammen.

ph

Doch Bürgermeister Michael Müller (CSU) hat Herausforderer: AuchWolfgang Werner (SPD), Larry Terwey (FDP) und Martina Raschke (Grüne) möchten in Geretsried Rathauschef/in werden. 

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