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Volker Reeh (Mitte) ist Teil der CSU-Fraktion im Geretsrieder Stadtrat. Bei der Kommunalwahl 2020 könnte er für eine andere Liste kandidieren.

Neue Gruppierung

Kommunalwahl 2020: „Geretsrieder Liste“ formiert sich

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In Geretsried bildet sich eine neue Gruppierung, die als „Geretsrieder Liste“ bei der Kommunalwahl 2020 antreten will. Mitinitiator ist Volker Reeh, der seit 1996 für die CSU im Stadtrat sitzt.

Geretsried – Die CSU, SPD, FDP, Freie Wählern und Grünen in Geretsried bekommen voraussichtlich Konkurrenz. Es formiert sich eine neue Gruppierung für die Kommunalwahl 2020. Die Initiatoren sind CSU-Stadtrat Volker Reeh und Patrik Kohlert, der vor zwei Jahren als Sprecher der Interessengemeinschaft Karl-Lederer-Platz in Erscheinung getreten ist. „,Geretsrieder Liste‘ wird unser Baby heißen“, sagt Kohlert im Gespräch mit unserer Zeitung. Um im Bild zu bleiben: Die Liste sei noch in den Kinderschuhen, aber „wir kommen schnell voran“.

Patrik Kohlert

In den nächsten zehn Tagen wolle man einen Verein gründen, dann soll eine Liste aufgestellt werden, so Kohlert. Um bei der Kommunalwahl 2020 antreten zu dürfen, brauche die „Geretsrieder Liste“ 200 Unterschriften von Bürgern. Wer sich für den Stadtrat zur Wahl stellen wird, steht noch nicht fest. „Es sind einige im Gespräch, aber erst brauchen wir einen Verein, der auf gesunden Beinen steht“, so Kohlert. Es solle demokratisch entschieden werden. Auch über weitere Unterstützer des Vereins lässt sich der Geretsrieder nicht aus. Die nötigen sieben Gründungsmitglieder bekomme man aber sicher zusammen. „Ob wir dann bei zwölf oder 15 landen, die an dem Tag Zeit haben, werden wir sehen.“

Obwohl Reeh Mitglied der CSU ist, dürfte er für eine andere Gruppierung kandidieren. Der 63-Jährige sitzt seit 1996 für die Partei im Stadtrat. Seine neuerliche Bewerbung um einen Listenplatz wurde vom Vorstand des Ortsverbands allerdings nicht berücksichtigt (wir berichteten). Auf Kreisebene ist das Bild ein anderes: Reeh steht auf Platz 37 der CSU-Liste für den Kreistag. „Meine politische Heimat ist die CSU. Mit dem Ortsverband ist es halt ein bisschen ...“, erklärt Reeh, ohne den Satz zu beenden. Zwischen ihm und Bürgermeister Michael Müller, ebenfalls CSU, gibt es seit Längerem Dissonanzen, vor allem beim Thema Zentrumsentwicklung.

Die Ablehnung der Pläne zur „Neuen Mitte“ mit einem sieben Stockwerke hohen Turm auf dem Karl-Lederer-Platz verbindet Reeh und Kohlert. Letzterer war einer der Mitinitiatoren des Bürgerbegehrens, das der Stadtrat Mitte 2017 für unzulässig erklärt hatte. Reeh war in der entscheidenden Sitzung nicht anwesend. Heute befindet sich die Baustelle am Karl-Lederer-Platz in den Endzügen.

Auf dieses Thema will die „Geretsrieder Liste“ nicht reduziert werden. Wichtig seien der Gruppe Infrastruktur, Wachstum, Bildung und Jugend, sagt Reeh. Kohlert ergänzt: „Wir wollen, dass im Stadtrat wieder konstruktive Kritik möglich ist.“ Auch müsse mal ein anderer Schwerpunkt als die Stadtentwicklung gesetzt und nachhaltig geplant werden.

Ob es neben Müller, Larry Terwey (FDP), Martina Raschke (Grüne) und Wolfgang Werner (SPD) noch einen Bürgermeisterkandidaten geben wird, darüber gebe es rege Diskussionen, so Kohlert, der im Bauamt in Baierbrunn arbeitet. Ob Volker Reeh Interesse hat? Dazu will der 63-Jährige „nichts sagen“.

sw

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