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Am Mittwoch nominierte die Geretsrieder Liste ihre Kandidaten.

Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) zweifelt Gültigkeit der Abstimmung an

Kommunalwahl 2020: Muss die Geretsrieder Liste ihre Nominierung wiederholen ?

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Der Wahlkampf ist eröffnet: Dritter Bürgermeister Gerhard Meinl (CSU) zweifelt die Gültigkeit der Geretsrieder Liste für die Stadtratswahl an. 

Update: Wahlleiterin gibt Geretsrieder Liste grünes Licht

GeretsriedDie Gruppierung stellte am Mittwoch ihre Kandidaten auf. Unter den Bewerbern ist Volker Reeh, der der CSU angehört. Dieser hätte in der Versammlung nicht mitstimmen dürfen, meint der Stadtrat.

Reeh habe schon einmal abgestimmt, und zwar in der Aufstellungsversammlung des CSU-Ortsverbands am 9. Oktober 2019. Eine Abstimmung sei aber nur einmal zulässig, schreibt Meinl in einem offenen Brief. „Das ist das Problem, wenn man zu viele Hüte auf einmal aufsetzen will und damit auch die Öffentlichkeit und eigene Parteigänger verwirrt“, wirft Meinl Reeh vor. Kritik übt er auch an seiner Partei: Dass jemand für den Stadtrat gegen die CSU antritt, „sie kritisiert, dann aber für den Kreistag auf der Liste der CSU kandidiert“, das hätte „ich schon als CSU abgelehnt“.

Ob Meinl, studierter Jurist, mit seiner Kritik recht hat, will die Stadt Geretsried nächste Woche überprüfen. „Das werden wir mit dem Landratsamt abklären“, sagt Geschäftsleiterin Ute Raach auf Nachfrage. Reeh bleibt ob der Vorwürfe gelassen. „Es ist verständlich, dass die CSU alles daran setzen wird, die Geretsrieder Liste nicht anzuerkennen“, sagt der 64-Jährige. „Das muss man prüfen.“

Grund für das Zerwürfnis ist der Zwist zwischen Reeh und CSU-Bürgermeister Michael Müller, der sich am „Turm“ auf dem Karl-Lederer-Platz entzündet hatte, so Meinl (gemeint ist das neue Wohn- und Geschäftshaus PulsG). Weil Reeh nicht mehr für die Mehrheit der CSU-Fraktion im Stadtrat gesprochen habe, sei er 2017 als Sprecher abgelöst worden. Am 27. Februar 2019 wählte man ihn nicht mehr in den Ortsvorstand, und am 9. Oktober nominierte ihn der Ortsverband nicht mehr für die CSU-Stadtratsliste. „Weder an dem Tag, noch am 27. Februar erhob irgendwer in der Versammlung das Wort.“ Meinl frage sich, wie lange Reeh „noch Fraktionsmitglied der CSU im Stadtrat bleiben will“. Dieser sieht jedoch keinen Grund, die Fraktion zu verlassen. Er habe sich nicht „parteischädlich“ gegenüber der CSU geäußert. „Ich bin in den Stadtrat gewählt worden und bleibe bis zum Ende der Amtsperiode. Außer, die Fraktion schließt mich aus.“

nej


Alle Kandidaten in Geretsried und der Region haben wir hier im Überblick.

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