+
Wollen über die Geretsrieder Liste in den Stadtrat: (sitzend v. li.) Karin Schlich, Christine Schmid, Patrik Kohlert und Volker Reeh sowie (stehend v. li.) Peter Eberhardt, Anne Feiglbinder, Dr. Elmar Immertreu, Joachim Heydasch, Stefan Uhlig und Marc Kaufmann. 

Gruppierung muss noch Unterstützerunterschriften sammeln

Kommunalwahl 2020: Das sind die Kandidaten der Geretsrieder Liste

Die Geretsrieder Liste nominiert ihre Stadtratskandidaten und hofft nun auf Unterstützer-Unterschriften. Elf Kandidaten sthehen zur Wahl.

Geretsried Für eine „offene Politik mit dem Bürger für den Bürger“ will die neu gegründete Geretsrieder Liste stehen. Die elf Stadtratskandidaten wollen näher am Menschen sein als die Geretsrieder CSU, die der Initiator und noch CSU-Stadtrat Volker Reeh am Mittwochabend bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Isarwinkel immer wieder kritisierte.

Reeh war wie berichtet von seinen Parteifreunden nicht mehr auf die CSU-Liste genommen worden. Der 64-Jährige kandidiert nun für eine eigene Gruppierung, allerdings erst auf Platz drei. Die Geretsrieder Liste muss auch erst 200 Unterschriften sammeln, um bei der Stadtratswahl am 15. März zugelassen zu werden. Reeh zeigte sich angesichts des großen Interesses – rund 40 Mitglieder und Besucher waren zur Versammlung gekommen – zuversichtlich, dass dies bis spätestens 3. Februar gelingen werde. Die Unterstützer müssen in Geretsried wohnen und ihren Personalausweis, beziehungsweise Identitätsausweis vorzeigen, um sich in die ab diesem Freitag ausliegenden Listen im Rathaus eintragen zu können.

Patrik Kohlert führt die Reihe der Kandidaten an. Der 39-jährige Verwaltungsfachwirt hat im Bauamt der Stadt Geretsried gelernt, sammelte dann in Putzbrunn und Egling Erfahrungen und ist aktuell Bauamtsleiter in Baierbrunn. „Was in Geretsried baulich passiert, ist nicht das, was ich mir unter nachhaltiger Stadtentwicklung vorstelle“, sagte er. Ihm fehlten „Maß und Ziel“. Zum Beispiel vermisst der Familienvater einen Spielplatz im Zentrum. Er will sich dafür einsetzen, dass wieder Einheimischen-Modelle verwirklicht werden, damit Geretsried nicht zur Schlafstadt verkomme.

Die übrigen Kandidaten sprachen sich dafür aus, dass die Stadt senioren- und kinderfreundlicher wird (Anne Feiglbinder), dass die Kreuzung an der Blumenstraße für Fußgänger und Fahrradfahrer entschärft wird (Stefan Uhlig), dass weitere Ideen aus dem Stadtleitbild umgesetzt werden (Karin Schlich) und dass die Busse zwischen Geretsried und Wolfratshausen häufiger fahren und nicht zusammen mit den Autos im Stau stehen (Marc Kaufmann). Einige Kandidaten brachen eine Lanze für den Kompressoren-Hersteller Bauer. Es sei unverständlich, dass mitten im Industriegebiet, auf dem ehemaligen Lorenz-Areal, Wohnungen gebaut würden, sagte Dr. Elmar Immertreu. „Einer unserer größten Investoren wird vor den Kadi gezerrt, obwohl wir die Gewerbesteuer dringend brauchen“, empörte sich Stefan Uhlig. Bauer habe aus rechtlicher Sicht keine andere Wahl, als gegen das Wohngebiet in direkter Nachbarschaft zu klagen, so der Volkswirt.

Volker Reeh und Patrik Kohlert erklärten zudem, sie wollten sich für kostenloses Parken mit Parkscheibe im Zentrum und auch in der Tiefgarage einsetzen sowie Investoren dazu verpflichten, sich finanziell an Infrastrukturprojekten zu beteiligen, zum Beispiel an der Neugestaltung der Kreuzung Blumenstraße/B11. Zudem möchten sie, die Landsmannschaften unterstützen und den Bau von Pflegeheimen und Tagespflege-Einrichtungen fördern. Reeh: „Wir sind zwar momentan ganz gut versorgt, aber mit Blick auf den demografischen Wandel sollte die Stadt Grundstücke zur Verfügung stellen für den Bau neuer Heime.“

Norbert Junius, der nicht kandidiert, aber die Aufstelllung leitete, bemängelte, dass die Sportvereine im Stadtrat keine Lobby hätten. Beim Erstellen des neuen Flächennutzungsplans müsse an Sport- und Spielplätze gedacht werden, forderte er. Spontan als elfte Bewerberin meldete sich Nicky Schmidt-Okanadzic. Sie sprach vielen Anwesenden aus der Seele mit den Worten: „Man wird in Geretsried nicht in Entscheidungen eingebunden als Bürger“. Tanja Lühr

Die Kandidaten der Geretsrieder Liste

1. Patrik Kohlert,39, Verwaltungsfachwirt 

2. Christine Schmid, 45, Diplom-Betriebswirtin 

3. Volker Reeh, 64, Kaufmann 

4. Anne Feiglbinder, 39, Hausfrau 

5. Stefan Uhlig, 66, Diplom-Volkswirt 

6. Karin Schlich, 53, Apothekerin 

7. Dr. Elmar Immertreu, 54, Zahnarzt 

8. Peter Eberhardt, 63, Werkzeugmacher 

9. Marc Kaufmann, 22, Student 

10. Joachim Heydasch, 77, Dipl.-Wirtschaftsingenieur (FH) i.R. 

11. Nicole Schmidt-Okanadzic, 48, Steuerfachangestellte

Alle Kandidaten in Geretsried und der Region haben wir

hier im Überblick

.

Infos rund um die Kommunalwahl im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen finden Sie immer aktuell auf unserer Themenseite.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Polizei klärt den Fall der gefesselten Katze von Schwaigwall - Es war die Besitzerin (22) - Peta will 1000 Euro Belohnung auszahlen
Das Schicksal der mit Kabelbindern gefesselten Katze hat die Menschen betroffen. Jetzt, nachdem der Fall gelöst ist, will Peta 1000 Euro Belohnung auszahlen. 
Polizei klärt den Fall der gefesselten Katze von Schwaigwall - Es war die Besitzerin (22) - Peta will 1000 Euro Belohnung auszahlen
Polizei klärt den Fall der gefesselten Katze von Schwaigwall - Es war die Besitzerin (22) - Peta will 1000 Euro Belohnung auszahlen
Das Schicksal der mit Kabelbindern gefesselten Katze hat die Menschen betroffen. Jetzt, nachdem der Fall gelöst ist, will Peta 1000 Euro Belohnung auszahlen. 
Polizei klärt den Fall der gefesselten Katze von Schwaigwall - Es war die Besitzerin (22) - Peta will 1000 Euro Belohnung auszahlen
Wolfratshausen: So viel Extrageld gibt‘s für Rathaus-Mitarbeiter
Die besten Köpfe kosten Geld: Die Stadt Wolfratshausen zahlt ihren Angestellten ab sofort eine Großraumzulage. Das beschloss der Stadtrat einstimmig.
Wolfratshausen: So viel Extrageld gibt‘s für Rathaus-Mitarbeiter
Asyl in Geretsried: Situation hat sich entspannt, Hilfe braucht‘s aber weiterhin
Die Not von Asylbewerbern wird in der Öffentlichkeit nicht mehr so wahrgenommen wie vor ein paar Jahren. Der Asylhelferkreis ist aber weiterhin unermüdlich im Einsatz.
Asyl in Geretsried: Situation hat sich entspannt, Hilfe braucht‘s aber weiterhin

Kommentare