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Hermann Hofstetter, Fachreferent des Erzbischöflichen Ordinariats, forderte beim KAB-Neujahrsempfang in Geretsried zu einem nachhaltigen Konsumverhalten auf.

Katholische Arbeitnehmer-Bewegung

Konsumverhalten muss sich ändern

Rund 80 Gäste folgten am Dreikönigstag der Einladung der Ortsgruppe der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) zum Neujahrsempfang im Pfarrsaal der Heiligen Familie am Johannisplatz.

Geretsried – Nachdem eine Gruppe von Sternsingern Geld für notleidende Kinder gesammelt hatte und die Besucher auf ein gesundes Neues Jahr angestoßen hatten, begrüßte Dr. Bernhard Schütze den Fachreferenten des Erzbischöflichen Ordinariats Münchens, Hermann Hofstetter. Er betreut das Diözesanprojekt „Wir übernehmen Schöpfungsverantwortung“ und zeigte in seinem rund 50-minütigen Vortrag auf, wie jeder einzelne zu einem nachhaltigen Umweltmanagement beitragen kann. Hofstetter bezog sich dabei vor allem auf die Nachhaltigkeitsrichtlinien der 2015 von Papst Franziskus herausgegebenen Enzyklika „Laudatio Si‘“.

„Das Klimaschutzabkommen von Paris muss sofort umgesetzt werden“, forderte Hofstetter. Die drastische Reduzierung des CO2-Ausstoßes ließe sich durch ein Konglomerat von vielen kleinen Maßnahmen erreichen. Hierzu zählte der 55-Jährige die Förderung der Elektromobilität, die Bildung von Fahrgemeinschaften, die Vermeidung von Flugreisen, die Verwendung von regionalen Lebensmitteln mit kurzen Lieferwegen sowie den Kauf von umweltfreundlichem Papier. „Die Zeit der Kompromisse ist vorbei“, zitierte Hofstetter Papst Franziskus. Nachdem er seine Ausführungen auf nicht weniger als 58 Folien veranschaulicht hatte, lud er die Zuhörer noch zu einer kurzen Diskussionsrunde ein. Dabei wurde deutlich, dass jedem die Umweltproblematik bewusst ist. Eine grundlegende Änderung der modernen Konsumgesellschaft scheitere momentan aber an der Uneinigkeit der politischen Mandatsträger. „Die sind überfordert“, glaubt Hofstetter. Dass er selbst Vorsitzender des ÖDP-Kreisverbands Traunstein ist, erwähnte er nicht.

Herbert Mieseler, der einst lange Jahre für die SPD im Geretsrieder Stadtrat saß, machte abschließend die Marktherrschaft der Discounter für die Misere verantwortlich. „Wir haben in der 25 000-Einwohner-Stadt Geretsried gerade mal einen Bäcker und einen Metzger“, bemängelte er. Da sei es kein Wunder, wenn immer mehr Leute in Plastik verpackte Schnitzel kaufen würden. Hofstetter gab ihm Recht und wünschte sich, dass sich das Konsumverhalten künftig auf fair gehandelte und regionale Produkte ausrichtet. Eine fromme Hoffnung, die er laut eigenen Angaben „nicht aufgeben“ möchte. 

Peter Herrmann

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