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Aus der Vogelperspektive: Wer den Zuschlag für das Firmengelände der insolventen Großmetzgerei Sieber (im Foto links unten) erhält, ist noch offen. Es gibt drei Bewerber, darunter die Firma Krämmel. Verkauft wird der Grund an den Meistbietenden. Im Vordergrund: ein Teil des Lorenz-Areals.

Ehemalige Großmetzgerei

Krämmel will Sieber-Gelände kaufen

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Das Lorenz-Areal gehört dem Wolfratshauser Bauunternehmer Korbinian Krämmel schon. Nun bestätigt er sein Interesse am angrenzenden 12 000 Quadratmeter großen Grundstück.

Geretsried – Am Ende eines Strafprozesses ist es üblich, dass der Richter dem Angeklagten noch ein paar Fragen zu den persönlichen Verhältnissen stellt. So hielt es auch Richter Helmut Berger mit dem Ex-Sieber-Chef Dietmar Schach. Unter anderem wollte Berger wissen, wem mittlerweile des Firmengelände gehört, worauf Schach antwortete: „Es gibt einen Käufer für das Firmengelände, mehr darf ich nicht sagen.“ Und: „Wenn der Namen bekannt wird, gibt es wieder einen Aufschrei in der Öffentlichkeit.“ Um wen könnte es sich also handeln? Für Kenner der Verhältnisse ist es eigentlich klar.

Korbinian Krämmel macht auf Nachfrage unserer Zeitung kein Geheimnis daraus, dass sein Unternehmen sich um das rund 12 000 Quadratmeter große Firmengelände an der Böhmerwaldstraße bemüht. „Wir stehen in Verhandlungen mit dem Eigentümer, seitdem wir von der Verkaufsabsicht erfahren haben. Und das ist schon mehrere Wochen her“, sagt er. Das Interesse des Unternehmens liegt nahe: Direkt an das Sieber-Areal grenzt das ehemalige Firmengelände der 2008 pleite gegangenen Spielzeugfabrik Lorenz. Das etwa 40 000 Quadratmeter große Areal zwischen Banater- und Elbestraße befindet sich im Krämmel-Besitz. Der Bauunternehmer möchte dort mit der Baugenossenschaft teilweise öffentlich geförderten Wohnraum für rund 1500 Menschen schaffen. Es ist das bislang größte Einzelprojekt der Krämmel-Gruppe in ihrer 70-jährigen Firmenhistorie. Ob das Sieber-Areal in diesen Plänen auch eine Rolle spielt, möchte Korbinan Krämmel nicht verraten. Zunächst einmal „war unsere Motivation die, dass wir wissen, was künftig an der Grenze zum Lorenz-Areal passiert“ – vorausgesetzt, seine Firma erhalte den Zuschlag. „Etwas überspitzt gesagt könnte sich dort ja eine Sprengstofffabrik niederlassen. Das wäre nicht in unserem Sinn, weil für ein angrenzendes Wohngebiet sicherlich nicht optimal.“ In der Stadt immer wieder kursierende Gerüchte, wonach die Politik die Firma Sieber gegen die Wand habe fahren lassen, um an weiteren Grund für neue Wohnungen zu kommen, nennt der 32-Jährige „völlig abwegig“. Offensiv gegen diese „Verschwörungstheorien“ vorgehen will Krämmel nicht.

Der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller will die Sache nicht weiter kommentieren, es handle sich um private Gedankenspiele eines privaten Investors. Eines jedoch könne er definitiv sagen: „Es handelt sich bei dem Grundstück um ein Gewerbegebiet, eine andere Nutzung ist dort nicht vorgesehen.“

Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl teilt mit, dass das Gelände nach wie vor der insolventen Sieber GmbH gehört – zuständig ist demnach er selbst als der Insolvenzverwalter. Neben Krämmel gebe es zwei weitere Bewerber. „Am Schluss wird es an den Meistbietenden verkauft“, so Hingerl. Wann es so weit sein wird? Das sei nicht genau zu sagen. „Aber in einem Monat müsste es so weit sein.“

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